Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 14 (31.3.1885)
- Date
- 1885-03-31
- Page
- Seite 221 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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221 zu erwartenden persönlichen Messias im jüdischen Volke noch »Nach Dio Caffius sollen 580.000 Streiter in diesem Kampfe nicht -so lebendig - war, wie einige Zeit nach der völligen auf Seiten der Juden gestanden haben, nach jüdischen Quellen Unterdrückung des jüdischen Staates und Heiligthums. Das 400,000; doch waren gewiß auch viele Heiden darunter, welche Volk konnte sich noch nicht an die Idee gewöhnen, daß es! vom römischen Joche fich frei machen wollten; gesellten sich mit jenen gänzlich aus war und erwartete deshalb vom doch diesmal selbst die Samaritaner, welche im Römerkriege Himmel her einen Gesandten, der mit unbezwinglicher Gewalt i eine so verrätherische Rolle gespielt, den kämpfenden Juden Staat und Tempel wieder Herstellen werde. Der Held dieser! zu. Nur die im Lande zahlreich verbreiteten Jndenchristen letzten Tragödie, Bar-Kochba, war mit dem Nimbus des idjloffett sich aus. Uebrigens führen selbst die heidnischen bekleidet. Ob es von ihm ausging, daß er fich diese Würde und kirchenväterlichen Quellen nichts an, was auf rächerische züfchrieb oder daß sie ihm nach seinen ersten Erfolgen von der Bolksstimme zuertheilt ward: gewiß ist, daß der hochangesehene und vielverdiente R. Akiba von der persönlichen Erscheinung jenes Mannes so ergriffen ward, daß er ausrief: „Dies ist der König Messias!"J) und ihn Bar-Kochba „Sohn des Sternes" statt Bar-Cosiba nannte. Bekanntlich meinte man später, daß Bar Cosiba ihm nach seinem Sturze mit der Bedeutung „Lügensohn" beigelegt worden. Allein der Ausspruch R. Akiba's. daß „Cosiba zum Kochba in Jakob" geworden, zeigt, daß er früher-Bar-Cosiba d. h. ein Mann aus dem Orte Coseba (auch 2'^ und =t:;n) geheißen, und jene spätere Auslegung ein Beispiel ist, wie ein unglücklicher Erfolg den brandmarken läßt, der vorher sklavisch verehrt Thaten der Juden gegen die Römer hindeute, während sie dies aus den vorangegangenen Aufständen in Uebermaß thun. — Die Juden errangen große Erfolge. Der römische Statthalter, der als grausam verrufene Rufus, mußte fliehen; die römischen Feldherren, welche der Kaiser Hadrian zur Unterdrückung des Aufstandes sandte, wurden einer nach dem anderen geschlagen. Nach Dio Caffius fielen binnen Jahresfrist an 50 feste Plätze und 945 offene Städte in die Gewalt der Juden; Judäa, Samaria und Galiläa waren Bar-Kochba unterworfen. Dieser war seines Sieges so gewiß, daß ihm die übermüthigen Worte in den Mund gelegt werden: „Herr, willst Du uns nicht helfen, so hilf wenigstens unseren Feinden nicht, dann werden wir siegen!" An die Wiederherworden. Uebrigens protestirten schon sofort angesehene Weise! stellung Jerusalems, das völlig in Trümmern lag und ohne gegen die Erklärung R. Akiba's. Wie dem auch sei, das Uriheil über Bar-Kochba's Unternehmen darf nicht nach dessen Ausgang beuriheilt werden, sondern aus dem unwiderstehlichen Drange der jüdischen Masse, noch ein Mal aus der Knechtschüft und Abhängigkeit sich emporzuringen, und da erscheint dies durchaus nicht verdammenswerth, sondern als voll berechtigt und in seiner Energie ruhmwürdig. Nicht das feige Versinken in das einmal bereitete Geschick ist der Anerkennung Schutzwehr war, konnte man jetzt noch nicht denken. Dafür wurde die Stadt Bethar zum Mittelpunkt des Kampfes erhoben und auf's Stärkste befestigt. Auf die wiedererlangte Freiheit wurden Münzen geschlagen. Zwei Jahre waren so vergangen, als Hadrian den ausgezeichnetsten Feldherrn, Julius Severus, mit großen Streitkrästen gegen die siegreichen Juden schickte. Severus mußte von den Üfern des Tweed in Britannien, wo er gegen die kriegerischen Picten Werth, sondern der Muth und die Kraft, die widerstrebt, wenn » und Scoten gekämpft, nach Palästina rücken, wagte aber sie auch den Lauf des Geschickes nicht zu ändern vermag. I nicht, sogleich eine Schlacht zu liefern. Bar-Kochba hatte Uebrigens sei bemerkt, daß von Bar-Kochba durchaus keine! zwei große Vertheidigungslinien im Norden und in der Mitte Wunderthäterei berichtet wird, sondern nur, daß er von einer! des Landes hergestellt. Deshalb befolgte auch Severus die außergewöhnlichen Körperkraft gewesen. Was Dio Caffius; Taktik, die vordem Bespasian so erfolgreich angewendet hatte, an einer Stelle fabelt, wäre ein Taschensvielerkunststück ge j Hiernach schnitt er vor Allem seinen Feinden die Lebensmittel wesen, das ernste Männer einzunehmen nicht vermocht hätte, ab, was ihm zu Land und zur See nicht schwer werden Die Vorbereitungen zu dem Aufstande wurden ebenso konnte; dann überfiel er die einzelnen Haufen der jüdischen im Geheimen, wie in umfassender Weise betrieben. Wenig- > Krieger und warf sie durch seine Reiterei, die den Juden stens standen in Palästina mächtige Schaaren, mit Waffen ausgerüstet und Vorräthen versehen, plötzlich da, ohne daß gänzlich fehlte, nieder. Leider fehlen alle Nachrichten über diese Kämpfe, da selbst ein besonderes römisches Geschichtsdie Römer eine Ahnung gehabt hätten. Die Anerkennung! buch über diesen Krieg verloren gegangen. Die nördlich ge- Bar-Kochba's als Messias durch Rabbi Akiba führte jüdische j legenen Festungen fielen theils durch Ueberrumpelung, theils Männer aus allen Ländern zum Heere der Aufständischen.! durch die Uneinigkeit und die Schwäche der Einwohner. In ----- ' der Rimmonebene fand eine blutige Schlacht statt, der nach i) S. jer. Thaanijoth IV, 7. NrpE'B ni-. l >- i dem Midrasch 52 andere Gefechte folgten, in welchen die Jochanan b. Tortha sagte: "Gräser werden aus Deinem Kies-r ^^sche Kriegszucht und das Feldherrntalent des Severus sprreßen und der „Sohn Davids nicht gekommen lein. Er wollte .. . %.• •. v ernte Hort gegen den Lißir-nch der mehi-niich-n Idee an einem ongn.- "b°r d.e ungeordneten Hnusen der Juden, d.e m,t dem Muth blicklich glücklichen Krieger protestiren. der Berzwerflung, aber ohne Waffenübung und Schlachtenplan