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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-03-17 · Heft 12 (17.3.1885) · p. Seite 197

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 12 (17.3.1885)
Date
1885-03-17
Page
Seite 197 (sequence 17)
Language
German
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197 Verewigten ist beigegeben. — In dem artistischen Atelier von L. Hodermannin Dresden ist ein fast lebensgroßes Portrait Umgekehrte ist das Richtige. Unser Bibelwerk erschien in seinen ersten Lieferungen 1839, während der Pentateuch Herxheimers erst 1841 veröffentlicht ward. Ein Blick in diese Schriften konnte vr. S. das wirkliche Berhältniß klar machen, da er 1844 ganz willkürlich gewählt hat. Ans Nr. 89, so, 97 dieser Zeitung, Jahrg. 1839 konnte er unseren Prospekt und das Erscheinen der ersten Lieferungen ebenfalls erfahren. Zu oft bereits hat man versucht, uns in solchen und anderen Dingen die Priorität zu entziehen. Herr vr. S. wird gewiß gern in der Zeitschrift seinen Jrrthum verbeffern, in welchem er das „Lebensbild" zuerst publizirte. des Sir Moses Montefiore erschienen, das wegen seiner Ähnlichkeit wie durch den Ausdruck, den es der diesem Greise eigenthümlichen Würde, Humanität und frommen Sinn zu geben gewußt hat, auch zu einem Zimmerschmuck sehr empfehlenswerth ist. (Preis 1 Mark). — Moses Feinkind in Turek j hat bei Littmanowitz daselbst eine Karte von Palästina mit hebräischen Lettern erscheinen lasten, auf welcher die Städte! und Ortschaften genau nach ihrer Lage verzeichnet, besonders , auch die altverehrten Gräber u. A. angemerkt sind. — Ieuitleton. Geschichte des Städtchens Sezybow. feierlichem Ausdruck auf den Gesichtern, daß es scheinen mochte, (Aus der Erzählung „Meier Ezofowicz" von E. P. O rzesz ko, aus als hätten sie die Ruhestätte des Ahnherrn geöffnet, um die dem Polnischen übers, von L.Brixen.) mit vergrabenen Gedanken ans Tageslicht zu bringen. (Fortsetzung.) Der Tag neigte sich seinem Ende zu, als sich der Brust Michael Senior war ein gar kluger Mann und die des Mannes ein Schrei entrang, jenem gleich, mit dem Men- Zukunft lag klar vor seinen Blicken. Er wußte, daß diese schen das Glück und den Sieg begrüßen. Frejda sagte nichts; Bücher lange Niemand lesen würde, und daß nur Dersie erhob sich vom Boden und streckte die gefalteten Hände jenige, der darnach Verlangen tragen würde, auch jener Urmit dankbarer Geberde zum Himmel empor, enkelsein werde, der andere Zeiten erleben, und seine Schriften Dann sah man Hersch lange und eifrig an dem Fenster finden würde. beten, von dem aus man am Abend den ersten Stern er- Frejda! Frejda! rief Hersch, Du bist ein kluges Weib, blicken konnte. Die ganze Nacht hindurch erlosch das Licht Abermals senkten sich die schwarzen Augen unter dem hinter diesem Fenster nicht, und an dem Tische, den Kopf weißen Kopfputz bescheiden zu Boden. auf beide Arme gestützt, saß Hersch und vertiefte sich in das Hersch! sagte sie, ich will nun gehen nach unseren Kin- Lesen großer, vergilbter, weit vor ihm aufgeschlagener Blätdern zu sehen, will unser Jüngstes, das ich eben weinen ter. Bei Tagesanbruch, kaum daß der östliche Horizont in höre, einwiegen. Ich werde unserem Gesinde die Arbeit zuröthlichen Farbentönen zu erstrahlen begann, trat er vor die theilen und das Herdfeuer verlöschen lasten, dann will ich Schwelle seines Hauses, angethan mit einem Reisemantel und zurückkommen und Dir bei Deiner Arbeit helfen. : die große Bibermütze auf dem Kopfe, setzte sich auf den mit Komm zurück, sprach Hersch, und als die Frau in die Stroh gebetteten Wagen und fuhr ab. Bei der Abreise war Nebenstube verschwand, aus der das Gewirr von Stimmen er so in seine Gedanken vertieft, daß er sich weder von den der Kinder und Hausgenosten herübertönte, folgte er ihr mit Kindern, noch von dem Hausgesinde, das sich um ihn drängte den Blicken und sprach halblaut: verabschiedete. Nur seiner Gattin winkte er zu. Diese stand Ein kluges Weib ist mehr werth als Gold und Perlen, auf dem Borplatze des Hauses, den weißen Kopfputz von der an ihrer Seite ist das Herz des Mannes ruhig. Morgenröthe rosig gefärbt, und die schwarzen Augen, voll Nach kurzer Zeit kehrte sie zurück, schob den Riegel an! Trauer und Stolz zugleich, blickten lange dem abreisenden der Thür vor und fragte den Gatten nun leise: Gatten nach. Und wo ist der Schlüstel? Wohin war Hersch gefahren? Hinter den Bergen, den Hersch fand den Schlüstel zum Bücherschränke seines Wäldern und den Flüsten, in einer weit entfernten Gegend Ahnherrn, öffnete denselben und beide begannen nun die grodes Landes, lebte zwischen sumpfigen Ebenen und düstern ßen Bände von den Brettern herabzunehmen. Sie legten sie Fichtenwäldern ein beredter Beschützer der Gleichberechtigung auf den Estrich, setzten sich dazu, und langsam, mit großer und Civilisation der polnischen Juden, der Reichstagsabge- Aufmerksamkeit begannen sie die vom hohen Alter vergilbten ordnete Buttymowicz. Ein echter Edelmann und ein Denker; Seiten einzeln umzuwenden. Staubwolken erhoben sich aus er sah weit und klar. Ihm waren nicht, wie manchem Anden Papierstößen, die seit Menschenaltern keine Hand berühtt. dern, die Verkettungen, Faktoren und geschichtlichen Nothwenhatte, legten sich auf den blendend weißen Kopfputz Frejda's digkeiten dunkel. und bedeckten mit einer grauen Schicht die goldrothen Haare Als Hersch in das Innere des adeligen Hauses eingedes Hersch. Sie aber arbeiteten unermüdlich und mit so . führt wurde, blieb er vor dem ernsten Antlitz des klugen 12 t 1

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