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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-03-03 · Heft 10 (3.3.1885) · p. Seite 156

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 10 (3.3.1885)
Date
1885-03-03
Page
Seite 156 (sequence 8)
Language
German
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156 % ei tu, u,cj yvKVC^zi'C^Ce\^! betrifft, so waren 24,087 evangelisch, 1817 katholisch, 29! dissidentisch, 892 jüdisch. Auch dies ergiebt für die Juden Deutschland. Berlin, 22. Febr. (Privatmitth.) In der vorgestrigen! ein sehr günstiges Berhältniß, da der Ueberschuß der Geburten Sitzung des Abgeordnetenhauses, in welcher über den Cultus-; über die Todesfälle auf 1584 beträgt 692. — Der öster- Etat verhandelt wurde, kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen den Evangelischen und den Katholischen. Stöcker erhob nämlich laute Klagen darüber, daß die evangelische Kirche nicht genug Geldmittel vom Staate erhalte und daß hieraus für jene große Nothstände hervorgingen. So hätten z. B 800000 Evangelische in Berlin nur 2ü Kirchen und hier müßte der Staat zur Abhülfe eintreten. Es ist doch eigenthümlich, daß das kirchliche Bedürfniß von den Gemeinden und den Privaten so wenig gefühlt wird, daß sie aus eigenen Mitteln Kirchenbauten nicht vornehmen und die gesammten Steuerzahler des preußischen Staates den Berlinern Kirchen bauen sollen. Die Berliner Juden dagegen warten nicht einmal auf Entschließungen der jüdischen Gemeinde Berlins, sondern bauen aus Privatmitteln Synagogen in den Stadttheilen, wo es Noth thut. Die 50,000 Berliner Juden besitzen daher schon an 10 Synagogen, wozu ihnen weder der Staat noch die Stadt den geringsten Zuschuß gegeben. Der Abg. v. Eynern klagte darüber, daß die katholische Kirche jährlich M. 3,700,000 vom Staate bekomme, während die evangelische, deren Bekenner zwei Drittel der Bevölkerung ausmachen, nur M. 3,850,000 erhalte. reichisch-antisemitische Agitator, Abgeordneter v. Schönerer, hat jüngst in Wien in einer Versammlung seiner Anhänger eine Rede gehalten, die zugleich besonders gegen die Wiener Tagespresse gerichtet war. Die österreichischen Zeitungen haben sich darin vereinigt, über Herrn v. Schönerer gar nicht zu sprechen und ihn ruhig seinen Expectorationen zu überlaffen. Nm so auffallender ist es, welchen Zweck die „Boss. Ztg." verfolgt, wenn sie eine weitläufige Correspondenz über jene Rede v. Scbönerer's, die sie selbst als „unfläthig" bezeichnet, bringt? Für die Verbreitung solcher Reden in Wien selbst kann sie nicht wirksam sein, denn sie wird dort wohl in sehr wenigen Exemplaren gelesen werden. Also muß sie es auf ihre Berliner Leser abgesehen haben und diese würden gewiß zufrieden sein, wenn auch sie damit verschont würden. Berliv, 23. Februar. (Privatmitth.) Es wäre doch zu verwundern gewesen, wenn Stöcker, sobald er eine Rede hält, nicht auch an seinen Antisemitismus hätte erinnern sollen. Da in der vorgestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses die Debatte zwischen Stöcker und Windthorst fortgesetzt wurde, in welcher jener diesem besonders zum Borwurf machte, daß Nun, die Juden tragen doch ihr volles Quotum zu den die Katholiken ihm, Stöcker, gegenüber die Wahl Löwe's Steuerlasten bei und empfangen vom Staate für ihren Culunterstützt hätten, erinnerte er Windthorst daran, daß die tus gar nichts. — Nach den statistischen Mittheilungen hat „Judenpresse", die mit Fortschrittspresse einerlei sei, im Ansich im Jahre 1884 die Seelenzahl Berlins wieder um 37,000 j fang des Culturkampfes „niederträchtige Artikel gegen die erhöht und zwar zu einem Drittel durch den Ueberschuß der : Heiligthümer der katholischen Kirche" enthalten habe. Hier- Geburten über die Todesfälle, zu zwei Drittel durch den! gegen sprach Virchow als Vertreter der Deutsch-Freifinnigen, Ueberschuß der Zuüber die Fortgezogenen. Der Confession nach waren von den Vätern der ehelich Neugeborenen 34,443, von den Müttern der unehelichen Kinder 5415, zusammen 86,7 Proc. aller Geborenen evangelisch, 3786 bez. 604, zujedoch unsrer Meinung nach ebenfalls vom einseitigen Standpunkte. Er betonte, daß die Gegner Alles „in einen Topf" würfen, daß es hervorragende Fortschrittszeitungen gebe, in deren Redaktionen sich kein einziger Jude befände, und fügte sammen 9,5 Proc. katholisch, 174 bez. 10, zusammen 0,4 Proc.! nur hinzu, daß es jedem Blatte einmal pasfire, einen Artikel dissidentisch, 1501 bez. 80, zusammen 3,4 Proc. jüdisch.! auszunehmen, der besser weggeblieben wäre. Diese Art von Man sieht hieraus, daß von den neugeborenen Kindern mehr j Verteidigung ist doch auch etwas antisemitisch. Wenn ein als der siebente Theil bei den evangelischen und katholischen! Blatt, dessen Redakteur ein Jude ist, vor Jahren einmal uneheliche Kinder waren, während bei den Juden nur der - unwürdige Artikel gebracht hat, deshalb sämmtliche jüdische zwanzigste Theil uneheliche waren; ein sehr günstiges Ber- Publicisten fortwährend in den Bann zu thun, ist echt antihältniß für die Juden, wenn man freilich es auch noch gesemitisch und gehört zu den alten lügenhaften Jnvectiven ringer wünschte. Im Allgemeinen muß man hierbei bemerunserer Gegner. Sich nun darauf berufen, daß in hervorken, daß diese Zahlen der unehelichen Geburten zu einem j ragenden Fortschrittszeitungen kein Jude beschäftigt sei, heißt nicht unbedeutenden Theile auf die zu rechnen find, welche z sich schließlich auf die Seite der Antisemiten stellen, welche aus den Provinzen ihre Zuflucht zu den großen geburtsdie Juden so gern vom ganzen Gebiete der Publicistik oder hülflichen Anstalten der Residenz nehmen, wie dies schon bei gar der ganzen Literatur verjagen möchten. Nun, macht jeder Universitätsstadt der Fall ist. Was die Gestorbenen; sich der Antisemitismus in den deutschen Parlamenten in

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