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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-02-24 · Heft 9 (24.2.1885) · p. Seite 136

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 9 (24.2.1885)
Date
1885-02-24
Page
Seite 136 (sequence 4)
Language
German
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136 „ Bis in die sechziger Jahre herrschte die Ansicht vor, I hochverehrte Herr A. Harkawy') nach Durchsuchung aller daß die Juden von ganz Europa historisch von einem Stamme! gebotenen Mittel, die sich aus diese Trage beziehen, zu einem ausgegangen und von den 40,009 abstammen, welche nach ganz neuen Resultat gelangt, welches immer mehr und mehr Jerusalem zurückkehrten, um dort den zweiten Tempel zu j bei den jüdischen Forschern Rußlands Anklang findet, indem bauen, nach der Zerstörung desselben zerstreuten sie sich nach er die Lehre des Herrn Grätz verdrängt. In der nachfolallen Weltgegenden und besonders über Europa." (Herr genden Auseinandersetzung stütze ich mich deshalb um so Jkow scheint einen besonderen Nachdruck auf die 40,000 aus Babel nach Palästina Zurückgekehrten zu legen, da er ihrer mehr auf die Autorität des Herrn A. Harkawy, da wir sehen werden, wie seine Ansicht gut mit meinen anthropologischen noch zweimal nachdrücklich erwähnt, wahrscheinlich um den Taten übereinstimmt und von ihnen selbst gestützt und er- Contrast stärker hervorzuheben, daß von einer so geringen klärt wird." Zahl die Unmaffe der späteren nach Europa auswandernden „Hier ist es nicht am Platze, alle jene Facta anzuführcn, Juden abstammen sollten. Nun waren es 42,360 Männer,; die Herrn A. Harkawy zur Grundlage seiner Lehre dienten, die mit Frauen, Kindern, Knechten und Mägden einwanderten, ich werde somit die allerwichtigsten Punkte anführen." wie Esra und Nehemia übereinstimmend berichten, also un- „Die meisten Semitologen und besonders Grätz nahmen gefähr 200,000 Seelen. Ferner waren dies nur gewisier-. an, daß die Juden zuerst im 8. Jahrhundert an den Grenzen maßen die Pioniere der Wiedereinwanderung in Palästina, Rußlands erschienen und zugleich in der Krim. Aber in und es folgten später sicherlich weitere Züge, wie z. B. schon den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts fand man an Esra einen solchen mit 1757 Männern, also ungefähr 8 bis verschiedenen Punkten der Nordküste des Schwarzen Meeres 9000 Seelen, unternahm. (Esra 8.) Auch fanden in späteren und zugleich in Anapa, in der Nähe von Kertsch, auf Taman und Zeiten die engsten Verbindungen zwischen den Juden in Babei dem alten Olwiofol Marmortafeln mit griechischen Aufbylonien und denen in Palästina statt, wie z. B. viele talschriften, aus denen hervorgeht, daß Juden-Hellenen dort mudische Gelehrte nach Palästina wanderten, um dort ihre ohne Zweifel schon in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts Studien zu vervollständigen. Aber abgesehen hiervon, stammen nach Ehr. Geb. lebten, da das älteste Datum der Aufschriften die europäischen Juden ja nicht von jenen „40,000" ab, sich auf das 42. Jahr nach Ehr. Geb. bezieht; aber man sondern von den Millionen Juden, welche Palästina, na-;kann ziemlich sicher feftstellen, daß sie schon früher dort ermentlich Galiläa in den letzten Jahrhunderten vor der Zerschienen, vielleicht sogar schon im 2. oder 1. Jahrhundert störung Jerusalems so dicht bevölkerten. Zu den Wanderi vor Chr. Geb." festen versammelten sich in Jerusalem bisweilen an 10-> „Ferner spricht der byzantinische Chronograph „Theo- Millionen Juden. Diese sind es, welche sich, jedoch nicht phanes" im Jahre 671 nach Chr. Geb. von Judenhändlern, bloß nach dem Falle Jerusalems, sondern auch später, nadie an den Küsten des Schwarzen Meeres bei Phanagoria mentlich nach dem Sturze Bar-Kochba's und nach der Erlebten. Der muhammedanische Historiker „Scharfi" erzählt, oberung Palästinas durch die Araber u. s. w., über die daß Juden im 9. Jahrhundert an den Küsten des Schwarzen anderen Länder der Erde ergossen. Es versteht sich von und und Asowschen Meeres lebten. Bon den Rusien-Juden selbst, daß in Babylonien, Assyrien u. s. w., auch nach der (ö. h. von den Juden, die im Gebiete des heutigen Rußlands Wiederbesetzung Palästinas durch die Juden sehr bedeutende lebten) ist die Rede im Schreiben des chasarischen Königs Waffen Juden zurückblieben, die jedoch mit der Zeit sehr Joseph (Josippon) an den spanischen Juden Chasdai-ibneifrige Anhänger der Tradition wurden, deren Fortentwicke- Schapruti ungefähr um 960 nach Chr. Geb." lung gerade in Babylonien vollendet wurde, wie der Talmud „Höchst wahrscheinlich ist es, daß die Juden im 10. Jahrbabli beweist. Es erweckt deshalb kein großes Vertrauen hundert, vielleicht auch schon früher in Kiew lebten, jedenfalls auf Jkow's Behauptungen, wenn er immer wieder nur die ist es jedoch erwiesen, daß sie schon im 11. und 12. Jahrh. „40,000" Zurückgekehrten als vermeintliche Abstammungsdort stark verbreitet und zahlreich waren, so daß sie selbst quelle für die europäischen Juden betont. —) Herr Jkow eine Gemeinde bildeten, im Jahre 1113 fand sogar eine fährt fort: , Jedoch bewährt sich diese Ansicht weder in Betreff Judenverfolgung durch die Bewohner Kiews statt." der Untersuchungen der russischen Juden, noch der Erforfchungen der -uWch-u uni> byz-nlimsch-n Chrmik-n. noch arteitm: a) 6tt laiierltd)e„ der ziemlich zahlreichen Hinweisungen mohammedanischer, schaff der Archäoloaie. Bd. VIII. d) Oestliche Section derselben chasarischer und armenischer Hilfsquellen, noch der archäo- Gesellschaft, Bs. XIV, ^VII. c) Sic Subeti.unö slavische Sprache, 7 ' _ / 7. . 7: Wrlna 1867. d) Archiv des Ministeriums der Bolksaufklarung, logischen Funde, welche sich auf die Juden, die rm Alter- 1377, d. 7. e) „Tagesanbruch" (ein Journal), mo bis 1881. thume im Gebiete des heutigen Rußlands wohnten, beziehen, l) »Der Aufgang" (ein Journal) i88v, Nr. 1, und I88l, Nr. 1 und 7 , „ 7, a 7 . andere. Demsche Arbeiten: a) Altiudqche Denkmäler aus der Krrm, Durch eine ganze Reihe Muhsalen und Arbeiten ist der 1876. b) Russische Reime, 1833, Nr. 6 und 7 und andere.

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