Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 7 (10.2.1885)
- Date
- 1885-02-10
- Page
- Seite 113 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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113 Unterhaltungskosten der Küche ganz allein. Vom 13. Oktotober bis 13. November sind 4775 Portionen und vom 13. November bis 13. Dezember 1884 6189 Portionen verabreicht worden. Bei dem gegenwärtigen nothleidenden Zustand der bedrängten Arbeitslosen in Lodz wird der wärmste Dank der durch so viele Beweise edlen Wohlthuns beglückten Armen die humane Verwaltung und die edelmüthige Gemeinde reichlich belohnen. Moses Feinkind. Warschau, 28. Januar. (Pos. Ztg.) Jüdischen Handel- und Gewerbetreibenden, die nur auf Grund ihrer Auslandspässe im Lande verweilen und das russische Heimathsrecht nicht erworben haben, soll sortan in den westlichen und südlichen Gouvernements des Zarenreiches die zum Betriebe von Handel und Gewerbe erforderliche Erlaubnis nicht mehr crtheilt werden. Bonn, 1. Februar. (Notizen.) Man schreibt uns aus München: Dem Hofkapellmeister Levi Hierselbst, der bereits mehrere Orden besitzt, auch den Bayer'schen Michaelsorden, hat der König von Bayern, in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Oper- und Concert-Direction in München, sein lebensgroßes Bild mit eigenhändiger Namensunterschrift überreichen lassen. — In Brumath (Elsaß) verschied soeben der ehrwürdige Rabbiner dieser Stadt, Herr S. L e v y. Ueber 20 Jahre leitete er eine Borbereitungsschule für das Rabbiner- Seminar und er hat eine große Anzahl Schüler ausgestellt, worunter auch der jetzige Großrabbiner von Paris. Sein Leichenbegängniß sah viele angesehene Personen versammelt, Rabbinen, protestantische Geistliche, Civilbeamte und, was gewiß selten, einige barmherzige Schwestern. Tie Rabbinen von Pfalzburg und Obernai, sowie der Großrabbiner von Straßburg, hielten Trauerreden.— Aus Nürnberg schreibt man folgendes Curiosum: Nach notarieller Mittheilung hat der jüngst verstorbene Privatier Moritz Bloch letztwillig mit einem Grundkapitals von 150,000 Mk. eine seinen Namen tragende Familienstiftung errichtet, aus deren Zinsen die Wittwe des Erblassers alljährlich eine Rente von 5000 Mk. erhalten, während der Rest dem Kapitale zugeschlagen werden soll. Nach dem Tode der Wittwe soll alljährlich eine Präbende von nicht unter 5000 Mk. vertheilt werden. Die Stiftung soll unter Verwaltung des Magistrats stehen und über die Vertheilung der Präbende neben dem Magistrate ein Familienrath entscheiden. Als Entgelt für die Verwaltung wird dem Magistrate, der auf jede weitere Entschädigung verzichten müßte, der Betrag von 5000 Mk. für eine eigene örtliche Stiftung zugewendet, deren Zinsen alljährlich am Todestage des Erblassers an Wittwen und Waisen von Polizeisoldaten vertheilt werden sollen. Sollte der Magistrat die Verwaltung der Familenstiftung nicht übernehmen wollen, dann würde das Legat von 5000 Mk. auch wegfallen und der Kreisregierung zur Unterstützung des Kanzleipersonals aus den Zinsen zugewendet werden, im Falle die Kreisregierung die Verwaltung übernimmt. Würde aber auch die Kreisregierung die Uebernahme der Verwaltung ablehnen und hierdurch indirect auf das Legat von 5000 Mk. verzichten, dann soll nach den Bestimmungen des Testaments die israel. Cultusgemeinde hiermit betraut und ihr das Legat von 5000 Mk. > für Errichtung einer Stiftung zu Wohlthätigkeitszwecken überlassen werden. Der Verwaltungsausschuß hat nun cinstim-; mig beschlossen, die Uebernahme der Verwaltung der Familenstiftung abzulehnen, da das Legat von 5000 Mk. nicht ein genügendes Aequivalent für die Mühewaltung biete und bei der Uebernahme ein Präzedenzfall für andere Familienstiftungen geschaffen würde. Das Plenum stimmt dem Berwaltungsausschusse einstimmig zu. I e u i t l e t o u bis zum Grabe einen durch wohlgeordnete Fainilienvcrhältnisse Johanna Goldschmiot. geebneten Pfad zu wandeln, glücklich im eigenen Hause wie Wir haben bis jetzt in diesem Blatte der verdienstvollen in Hinblick auf Kinder und Kindcskinder, dabei befriedigt, Frau nicht gedacht, die vor einigen Monaten verschieden ist die innersten Regungen und Talente erfolgreich bethätigen zu und deren Leben eine ununterbrochene Wirksamkeit für ge- > können. Johanna Goldschmidt war eine der ersten Frauen, meinnützige Zwecke war. Wir holen dies durch folgendej welche für die Bestrebungen zur Hebung und Förderung des Lebensskizze nach, die wir in einer der jüngsten Nummern! weiblichen Geschlechts mit Wort, Schrift und Thal eintraten, der „Jllustrirten Zeitung" fanden. j Ununterbrochen widmete sie Kraft und Zeit dem so wichtigen Die verdienstvolle Stifterin dc§ Fröbel-Bercins und des j Werke der Mädchenerziehung für den Mutterberuf. Ein Rück- Fröbel-Hauses zu Hamburg, welche am 10. Oktober 1884 i blick auf ihr segensreiches Leben wird mancher unserer im 78. Lebensjahre aus dem Leben geschieden ist, gehörte zu! Leserinnen willkommen sein. den wenigen Sterblichen, denen es vergönnt ist, von der Wiege; Johanna Schwabe wurde als die Tochter begüterter