Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 7 (10.2.1885)
- Date
- 1885-02-10
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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103 Pöbelaufstände gegen die Juden im Elsaß, in Baden und Kurhessen, in Prag, Pest und Preßburg. Wir können hier nicht wohl in die massenhaften Details der Begebenheiten dieses Jahres näher eingehen; aber um ein Bild von denselben zu geben, stellen wir hier eine chronologische Folge derselben her (vergl. Nr. 2 Jahrg. 1849). 5. Januar. Lord John Rüssel bringt die Emancipationsbill in das englische Unterhaus (es handelte sich um die sog. clissdilities, d. h. den Eintritt ins Ministerium rc.). 7. Januar. Die Königsberger Universität beschließt Juden zu akademischen Lehrämtern zuzulassen. 20. Januar. Die philosophische Facultät zu Berlin stimmt für Zulaffung der Juden zu akademischen Lehrämtern. 8. Februar. Die neue Constitution des Königreichs Sardinien spricht „gesetzliche Duldung" der akatholischen Culte aus. 9. Februar. Die neue Constitution von Toskana stellt die Juden allen anderen Glaubensgenosien gleich. 25. Februar. Zwei Juden sind in die provisorische Regierung Frankreichs und deren Ministerium eingetreten. Cremieux und Goudcheaux. gen gegen die Juden statt. Preßburg. Das Volk in Lemberg verlangt die Gleichstellung der Juden. 20. März. Der König von Hannover weist die Gleichstellung der Juden ab. 22. März. Der König von Preußen verheißt die Gleichstellung aller Glaubensbekenntniffe. 23. März. Der ungarische Reichstag spricht die Emancipation der Juden aus, verschiebt aber deren praktische Durchführung auf die Zukunft. 24. März. Den jüdischen Soldaten in Rußland werden Vergünstigungen zugestanden. 25. März. Sardinien emancipirt die Juden. 27. März. In die provisorische Regierung von Venedig tritt ein Jude ein. Bernbnrg emancipirt die Juden. Der König von Baiern verschiebt „die Berbesierung der Verhältnisse der Israeliten" auf „später". 2. April. Die bairische Abgeordnetenkammer verlangt Gleichstellung der Juden. 7. April. Der zweite vereinigte Landtag Preußens, derselbe, der das Gesetz vom 23. Juli des vor. Js. votirt Im Elsaß finden Ruhestörun-! hatte, nimmt die Gleichstellung aller Glaubensbekenntniffe an. , Das deutsche Vorparlament nimmt an, daß bei den Wahlen 28. Februar. Im Odenwalde Unruhe gegen die Ju-^zur deutschen Nationalversammlung die Religion nicht berückden. .Die Judenschast Berlins wird durch Cabinetsordre! sichtigt werde. unter das Polizeipräsidium gestellt. j 8. April. Die Form des Judeneides wird in Meck len- 1. März. Das ungarische Parlament verneint das burg-Schwerin gemildert. Wahlrecht der Juden.! 10.April. Die provisorische Regierung von Modena 4. März. Der Herzog von Nassau verspricht die Gleich-j emancipirt die Juden. stellung aller Glaubensbekenntnisse. 14. April. In Braunschweig wird den Ständen ein 5. März. Die zweite badische Kammer trägt auf Gleich-l Gesetzentwurf über die Gleichstellung der Juden vorgelegt, stellung aller Glaubensbekenntnisse an, das Ministerium ver-! 17. April. Tie Thore des Ghetto in Rom fallen, spricht sie.! 18. Aprit. In Oesterreich wird den Juden das 6. März. Der König von Baiern verspricht ein Gesetz Wahlrecht zugestanden. „über Verbesserung der Verhältnisse der Israeliten." Hessen-; 20. April. Die braunschweigischen Stände nehmen Homburg emancipirte die Juden. Im Badischen finden die Gleichstellung der Juden an, ebenso wie ein Gesetz über Judenverfolgungen statt. j die Civilehe zwischen Juden und Christen. 7. März. Das Ministerium von Hessen-Darmstadt 23. April. Neue Verfolgungen der Juden inPreßburg. verspricht die Gleichstellung aller Glaubensbekenntniffe. 24. April. Judenverfolgungen in Pest und vielen 13. März. Der Senat von Frankfurt a. M. verweiungarischen Städten. gert die Gleichstellung der Juden. 25. April. Die vom Kaiser von Oesterreich gegebene 14. März. Das würtembergische Ministerium sichert (später zurückgezogene) Constitution verschiebt die Gleichstellung die Gleichstellung zu. Anhalt-Dessau emancipirt die Juder Juden, den. Beide ungarische Tafeln fordern in einer Adresse an den König Kaiser die Gleichstellung aller Glaubensbekenntnisse. 16. März. Das badische Ministerium legt einen Gesetzentwurf über die Gleichstellung aller Glaubensbekenntniffe vor 29. April. Judenverfolgung in Prag. 30. April. Die provisorische Regierung in Mailand emancipirt die Juden. Unruhen in Rom gegen die Juden. 2. Mai. Judenverfolgung in Kurhessen. 5. Mai. Die Emancipationsbill vom englischen Un- 19. März. Oldenburg giebt den Juden das Wahlterhause angenommen, recht. Die Judenverfolgungen in Baden gehen selbst in die 15. Mai. Die Juden werden in der Rheinprovinz großen Städte über. Große Verfolgung der Juden in wieder in die Geschworenenlisten eingetragen. 4