Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 5 (27.1.1885)
- Date
- 1885-01-27
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
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75 Das Grundvermögen hatte außer dem Grundstück und Es war wohl in letzter Zeit wiederholt davon die Rede. Inventar am Schlüsse des Vorjahres über ein Baar-Kapital daß der Antisemitismus in Berlin im Niedergange sei. Tie von 11600 M. zu verfügen. Dagegen schwebte aber noch Ereignisse unserer Zeit machten mich jedoch skeptisch; nun aber eine Schuld von 1500 M.. die endlich im Lause dieses Jahres glaube ich daran. Das hiesige clerical'feudale Journal: „Das getilgt worden ist. Außerdem mußte ein aus hygienischen Vaterland", welches jetzt bei weitem mehr Antisemitismus Gründen nothweudig gewordener Neubau, sowie die Einals früher treibt, brachte nämlich jüngst eine Correspondenz richtung des Tonnen-Abfuhr-Systcms. weil es an einem Bauaus Berlin über die skandalösen Vorgänge der Antisemiten fonds fehlt, ebenfalls aus den Baar-Kapitalien des Grundim Tivoli, in welcher es heißt: „Unsere Antisemiten sind dervermögens mit 9ck5 M. bestritten werden. Das Grundkapital malen discreditirt genug, um sich solche Orgien gestatten zu ist demnach auf 9175 M. zurückgegaugen. dagegen wiederum dürfen." Dem „Vaterland" darf man diese Mittheilung undurch den Rein-Ertrag aus dem Lotterie-Unternehmen und bedingt glauben. den Jahrcsüberschuß um 2575 M. vermehrt worden, so daß Dieser Tage spielte sich hier vor Gericht eine cause cedassebc am Schlüsse des Jahres 11750 beträgt. l£bre ab. Zwei Juden. Gemeinderäthe der Residenzstadt, Das Grundstück nebst Jnventarium repräsentirt Mark standen sich gegenüber. Herr i>r. Mandel, der überall Mal- 52 000. Von 157 Personen, welche um Ausnahme in die versationen wittert, trat nämlich jüngst in offener Sitzung Anstalt baten, konnten nur dO und zwar o4 männliche und mit allerlei Beschuldigungen gegen den langjährigen Budget- 46 weibliche, durchaus unbemittelte, Ausnahme stnden. Tiercfercnten und Vorsitzenden der Finanzeommission Herrn selben erhielten an 2 493 Verpsleguugstagen Wohnung. Ver- Moritz Pollak Ritter v. Borkenau, dermalen Präses der iiraepflcgung und ärztliche Behandlung ganz unentgeltlich. Mau litischen Cultnsgemeinde. welchem erst jüngst der Gemeindekann deshalb nur den Wunsch aussprechen. daß der Anstalt rath die höchste Auszeichnung. die doppelte goldene Salvatordie menschenfreundliche Förderung durch Beiträge und Spenden medaille einstimmig verlieh, auf und beschuldigte ihn eines wie bisher und möglichst in erhöhtem Maße zu Theil werde, unlauteru Vergehens. In gerechter Entrüstung wies Herr damit sie in den Stand gesetzt werde, all e an sie gerichteten v. Borkenau diese Vorwürfe als Lügen und böswillige Ver- und begründeten Gesuche berücksichtigen zu können. dächtiguugen zurück. Nun trat Herr Dr. Mandel als Kläger auf. Die Gerichtsverhandlung, die mehrere Tage dauerte. C]kruVi>--Uni6a:.n. bewies jedoch, daß Herr v. Borkenau durch und durch ein Wien, 14. Januar. lPrivatmitth) Der wegen vieler Ehrenmann sei, der sich um die Residenz große Verdienste Betrügereien verhaftete „Banguier" Noderer hat sich unter erworben habe. Er wurde daher sreigesprochen, und der anderen auch durch seinen Antisemitismus hervorgetban. Kläger erschien nun als Angeklagter. Judenfeinde pflegen Ter erst vor Kurzem aus der Haft entlassene Antisemit sonst von dem Zusamiuenhalten der Juden zu sprechen, vr. Neminar wurde wegen mehrfacher Betrügereien neuerdings in Marburg verhaftet.! Frankreich. Wie wir aus Pest hören, wird es wahrscheinlich zwischen Wahrmann und dein Antisemiten Racz zum Duell kommen. Paris, 16. Januar. Aus Besoul wird berichtet, daß Ter Sohn W.'s forderte Racz; dieser will fick nur mit dem bei der eben vollzogenen Wahl zum dortigen israelitischen Vater schlagen. Bekanntlich hat W. schon einmal ein solches Eousistorium nur zwei ausscheidende Mitglieder wieder ge- Reneontre gehabt. wäblt wurden, während sür die beiden andern Litze sich Wien, 16. Januar. lPrivatmitth.) Herr I. A. Weil;, keine Candidatcn eingesuuden hatten Tie Arch. isr. beklagen Lec'or am Beih hamidrasch, begeht ani 12. Februar seinen dies als ein Zeichen des Jndisserentismus. Uns will es . G tu.rtslag. Es ist nicht meine Art zu überneibeu und bedünkeu, daß es ein Fehlgriff ist. im Lchooße einer so kleibiu ich kein Freund von Hyperbeln. Jni gegebenen Falle bat neu Gemeinde ein Eonsistorinm errichten zu wollen, da stch mau j> ooch ein Recht zu sagen: Es gielst lvohl daun leicht keine angemessenen z^ttdividnen stnden, ivelche zu selten jemanden, der, ich möchte sagen, die tiefsten Tiefen des einem solchen Ehrenamte von den Uebrigen gewählt werden tatmu ischen Meeres gründlicher erforscht hätte, als Herr Weiß, könnten. — Im Eentral-Eoiisistoriuin ist noch eine Ltelle und geben wohl, abgesehen von seinen andern Pnblieationen, vakant, welche vom Dep. Lran zu besetzen ist. Die Arch. isr. seine bisher erschienenen zwei Bände über die jüdische Traempfehlen, hierfür einen der höheren Militärs jüdischer Redition vr“"; den kräftigsten Beweis dafür. Aus ligion zu wählen. Sie bemerken: „Als in der französischen vollem Herzen wünschen wir. daß es dem ausgezeichneten Armee nur ein Oberstlieuteuant dem Judenihum anzehörte. Gelehrten noch lange vergönnt fein möge, die jüdische Wissenwurde er Mitglied des Central-Consistoriums. Heute, wo schast zu fördern und zu bereichern. wir 6 Generäle und eine Anzahl höherer P.ssizst"e zählen.