Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 5 (27.1.1885)
- Date
- 1885-01-27
- Page
- Seite 74 (sequence 10)
- Language
- German
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74 Die Unterstützung von auswandernden Glaubensgenossen begann mit den schweren Verfolgungen in Südrußland, 1881. Bis zum 24. Dezbr. 1882 waren 1125, von dieser Zeit bis zum 30 Dezbr. 1883 waren weitere 473 Personen befördert worden, während im abgelaufenen Bereinsjahre 855 Pcrsonen von hier aus mit Unterstützungen des Comitös ausgewandert sind. Jede Unterstützung wurde verweigert, in dem Falle, wo nicht von Seiten des Hülfe fuchcndcn Auswanderers zweifellos dargethan werden konnte, daß er von seinen bereits in den Vorjahren ausgewanderten Angehörigen zu ihnen zu kommen gerufen werde: daß die gewährten Unterstützungen bei diesem Verfahren nur die beste Anwendung gefunden haben, ist selbstverständlich. migung nachgesucht werden, welche dem Berichterstatter als Vorsteher der Schule auf ein diesbetrefiendes Gesuch unter dem 20. Juli auch ertheilt worden ist. Schwieriger jedoch ist es den an uns von Seilen des Deutschen Central-Comit^s gestellten Bedingungen, betreffs der Verwaltung des zum Schulunterhalte verwilligten Grundfonds von 40 000 resp. 500uU Mk. nachzukommen, wir hoffen indessen, bald auch dieses Hinderniß beseitigt zu sehen. Was schließlich die Unterftütznngsthätigkeit in den verschiedenen Nothständen betrifft, so entzieht sich dieselbe der öffentlichen Berichterstattung. Dieser Bericht schließt alsdann mit dem Wunsche, daß es dem ConiitS niemals an den Mitteln und dein guten Willen, Außer diesen Emigranten hatte das Comitä noch eine I zu helfen, fehlen möge. — Gelegenheit zu helfen wird wohl bedeutende Anzahl Familien von unseren russischen Glaubensstets mehr als wünschenswerth vorhanden sein. Schur, gcnoffen, welche sich diesseits der Grenze auf preußischem, Eolbcrg, im Januar. (Privatmitth). Wenn irgend Gebiete anfäßig gemacht hatten, und infolge erhaltener Auseine Wohlthätigkeitsanstalt Len Beweis liefert, wie sehr eine weisungsbefeyle ebenfalls eine Unterkunft in fremden Ländern. solche durch die Thätigkeit und Energie ihres Vorstandes in suchen mußten, zur Auswanderung zu unterstützen. ' verhältnißmäßig kurzer Zeit zu einer erwünschten Höhe ge- Tie Mittel zur Unterstützung der Auswanderung hat bracht werden könne, so hat dies das „Jüdische Kurhospiial" das Comite ganz ausschließlich durch Herrn Justizrath im hiesigen Sec-, Sool- und Moorbade gethan. Der elfte Macower, Borsitzenden des „Deutschen Central-Comilös für Jahresbericht (für das Jahr 1884) zeigt dies. Wir heben die russisch-jüdischen Flüchtlinge" in Berlin bezogen. — aus dein Kassenbericht Folgendes hervor: Was nun unser über 14 Jahre bestehendes Krankenhaus Nachdem fämmtliche der Anstalt zugesalleneu oder verbetrifft, so können wir darüber nur sagen, daß dasselbe ganz fallenen Gewinne verkauft worden sind, konnte endlich das in der bisherigen Weise benutzt und gepflegt worden ist. im Jahre 1882 eingeleitete Lotterie-Unternehmen auch voll- Tie Mittel zu seiner Unterhaltung entstehen ihm aus den ständig abgeschlossen werden, indem der letzte Rest des Rrin- Zinfen eines kleinen Grundkapitals von 16 0 -0 M. und aus Ertrages mir 1.33 Bi. 65 Pf. dem Grundve> mögen eiriverfreiwilligen Gaben. So hat denn auch das Deutsche Cen- Iral-ConntL in Berlin in diesem Jahre 5w0 Mark zu Subsistenzmitteln des Krankenhauses verwilligt. — Das Krankenhaus hat im letzten Monate durch den Fortgang seines besten Pflegers und Versorgers, des als Arzt und Mensch gleich ausgezeichneten Doctor Alexander Fürst, der von hier nach Berlin übergesiedelt ist, einen schwer zu ersetzenden Verlust leibt wurde. Mit den aus Anlaß dieses Unternehmens in den Jahren 1882 und 18'3 unserer Anstalt zugewendeten und bereits verrechnetcit Schenkungen und mit den schon im vorigen Jahre dein Grundvermögen bereits zugcführten Erträgen, brachte das zweite Lotterie Unternehmen einen Rein-Ertrag von 12272 M. l'5 Pf. An ordentlichen Einnahmen wurden 7552 M. 87 Pf., erlitten. Eure urcht geringere Stütze vermissen seitdem die an Ausgaben für Unterhaltung der Anstalt 6370 M. 12 Pf. Armen unseres Srles, denen er in Nolh und .Krankheit stets gebucht. Der Jahresüberschuß beträgt 1173 M. 7a Pf., woein Heiser gewesen. Als Beweis der Liebe und Anerkennung von 1141 M. 5 Pf. ins Grundvermögen abgeschoben wurhal ihm bei fernem Scheiden von unserer Stadt das Coinite den, und der Rest mit 32 Bl. 70 Pf. ist als der Kassenbcstand eine kunstvoll angesertigle Adresse gewidmet. Tie Schule betreffend, wird uns die Freude zu Theil, zu den Eiunahmen des künftigen Jahres vorgetragen. Zu den ordentlichen Einnahmen waren an lausenden ein von Jahr zu Jahr fortschreitenderes Gedeihen derselben Jahresbeiträgen 2800 M. zu verzeichnen, welche von 353 Mitwahrzuehmen. Tie Schule ist das vorzüglichste Institut des gliedern ausgebracht worden sind; die Liste der Mitglieder Vereins, jede chrer drei Abtheilungeu besitzt eine tüchtige ist also um 43 Personen, die Höhe der Jahresbeiträge um Lehrkraft und ihre Leistungen im Allgemeinen sind selbst von 371 M. 50 Pf. gestiegen. den städtischen und staatlichen Schulaufsichtsbehörden rühmend Zu den ansehnlichen einmaligen Einnahmen gehört auch anerkannt worden. eine Schenkung von 100 M., die Ihre Majestät die Kaiserin Aus Veranlassung der Behörden mußte für die Schule und Königin Augusta unserer Kranken - Heilanstalt Allerdie den Fortbestand derselben sichernden Regierungsgenehgnädigst zuzuwenden geruht haben.