Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 5 (27.1.1885)
- Date
- 1885-01-27
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
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68 Menschen viel Leiden, so ist doch ihre Hoffnung der Unsterballe gleich geschaffen und sorget aus gleiche Weise für Alle." lichkeit voll." Alles für sie ist nur eine Prüfung; ihr Lohn (B. 7.) Er fordert sie auf, seine Rede zu hören und entist gewiß. „Sie werden Völker richten und über Ratiowirft ein glänzendes Bild von der Weisheit, deren Anfang ncn herrschen und der Herr wird ihr König sein in Ewig- , Verlangen nach Belehrung" ist; „Streben nach Belehrung keit." Es schließt sich dies selbst im Ausdruck so eng an die ist Liebe: Liebe die Haltung ihrer Gesetze; Beobachtung der h. Schrift, daß d.ie Beziehung aus Israel nicht verkannt wer- Gesetze Versicherung der Unsterblichkeit; Unsterblichkeit aber den kann. Ties waren ja die Hoffnungen, welche die Juden bringet in die Nähe Gottes." Er will sie also in den folinmitten ihres Unglücks hegten. Der Bestand ihrer Nation genden Abschnitten seines Buches lehren, was wahre Weiswar untergraben, aber noch nicht vernichtet. Als Minoritäheit sei. «Fortschung folgte ten in den großen Städten und in vielen Ländern zerstreut, waren sie die Schwachen, die Unrecht zu leiden und jedweder Äcwaltthätigkeit u»t-rw°rjc» war«». Der B-rf-ff-r schildert iiijckblick auf die Kämpfe des letzten halben Zahr- Hunderts. in. In der nächsten Zeit — wir stehen im Jahre 1842 — nun die Bestrafung der Gottlosen. Sie gehen unter, „leer ist ihre Hoffnung, ihre Arbeit nutzlos, ihre Werke eitel." Unfruchtbare und Verschnittene, wenn sie gerecht und tugendhaft sind, werden glücklich sein durch den „auserwählten Lohn der Treue und angenehm ihr LooS im Tempel des Herrn." setzten sich die Verhandlungen um die Gleichstellung der Ju- Die Nachkommen der Sünder aber gehen unter, „denn das den in den verschiedenen Ländern eifrig fort. Hervorhebeu ungerechte Geschlecht nimmt ein schlimmes Ende." Der Berwollen wir nur England nnd Norwegen als zwei in diesem faffer führt dies besonders an den Kindern aus, die aus Ehe- Gegenstände vollständige Gegensätze. In England handelte eS bruch entsprossen sind. Tem gegenüber wandte man wohl sich nur noch um den Eintritt in daS Unterhaus; von anderen ein, daß auch Gerechte oft frühzeitig sterben, und der Verfasser Beschränkungen war dort längst nicht mehr die Rede. Wir führt dagegen aus, daß nicht die lange Lebenszeit, sondern sagen ausdrücklich den „Eintritt", denn das aktive und pas- Weisheit und unbeflecktes Leben Ehre geben, und daß solche sive Wahlrecht war längst zugestanden, und nur der Eintritt Gerechte von Gott hinweggenommen werden, um den Verwegen des zu leistenden christlichen Eides versagt. Es ereigsuchungen und Blendwerken des Lasters entzogen zu werden, nete sich deshalb, das; Juden von angesehenen Wahlkreisen lieber die Sünder gehet daS Gericht schon in diesem Leben ins Parlament gewählt worden, aber bei der Weigerung, jenen aus und nach dem Tode stehen sie erschrocken vor der „ Se-^ Eid zu leisten, nicht zugelassen wurden. Drei Mal war schon ligkeit", die dem Gerechten geworden. Ta ergreift sie die - von der Regierung eine desfalsige Bill, den betr. Eid für Reue und die Angst. Mit gewaltiger, höchst dichterischer jüdische Untcrhausmitglieder zu ändern, eingebracht, vom Unter- Rede malt der Verfasser (Kap. 5.) den Sturm, den Gott! Hause mit großen Majoritäten angenommen, vom Oberhause trotz über diese Welt der Ungerechten, über diese Herrschaft der j vieler aus dem Lande ciugegangenen Petitionen mit kleinen Tyrannei und Bosheit bringen wird, um sie zu zerstören. j Majoriläten verworren worden Der Euriosität wegen geben „Sv wird die Ungerechtigkeit die ganze Erde verwüsten und! wir hier die Zahlen bei der drirtmaligen Einbringung der die Uebelthat die Throne der Gewaltigen stürzen." Es istj dies immer der Trost der Schwachen und der Unterdrückten,! Bill wieder: für gegen daß die Herrschaft der Bösen den Keim ihres Unterganges• Unrerhaus zweite Lesung 137 24 selbst enthält und dieser dann durch die göttlichen Fügungen dritte 10* 31 schneller und vollständiger hereinbricht, als cS geahnt worden; Oberhaus zweite „ 4'J 47 und wer, der den Gang der Weltgeschichte im Großen nnd i dritte „ 64;i,s Ganzen überblickt, kann leugnen, daß es also in Wirklichkeit > Unter riesen Umständen konnte schließlich das Oberhaus ist, und die Throne und Nationen, die auf Unterdrückung und, dem allseitigen Andrängen des Volkes nicht widerstehen und Unrecht sich und ihre Macht aufbauen, bald auch dem Unterj nahm die Bill in ehrendster Weise am 14. März 1845 an. gange anheimfallen. — Darum wendet sich der Verfasser noch; — Anders im norwegischen Storthing. Die norwegische, einmal an die Könige und Herrscher, sich zur Weisheit, das! sonst wegen ihrer Freisiunigkeit vielgerühmte Verfassung, schloß ist, zu Gott zu wenden (6,4>: „Tenn vom Herrn ist Euch! in ihrem zweiten Artikel die Katholiken und die Juden auS die Herrschaft gegeben und die Gewalt vom Höchsten, der! den Grenzen des Landes in härtester Weise aus, so daß, wenn aber Eure Werke untersuchen und Eure Rathschlüge er-! durch einen Zufall, z. B. einen Sturm, ein Katholik oder forschen wird." Er erinnert sie an das Gericht, welches sie,! ein Jude nach Norwegen verschlagen wurde, derselbe so lange die „Gewalugen, gewaltig strafe» wird." „Tenn Gott hat gefangen gehalten ward, bis er eine Gelegenheit fand, das i