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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-01-20 · Heft 4 (20.1.1885) · p. Seite 57

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 4 (20.1.1885)
Date
1885-01-20
Page
Seite 57 (sequence 9)
Language
German
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57 eingegangen: a) an ordentlichen Beiträgen der Mitglieder! Allianz begab sich heute zu dem sich gegenwärtig hier auf- 849 M. (gegen 903 M. im Vorjahre); b) an Beiträgen von!haltenden marokkanischen Minister Ferand, um dessen Schutz Gemeinden, Vereinen und Privatpersonen: 1910,61 M. (gegen; für die Israeliten in Tanger zu erbitten, die von der Be- 4162,80 M. im Vorjahre); e) an Zinsen: 2049,27 M. völkerung mit Gewaltthätigkeiten bedroht werden. Fernand, (gegen 1984,58 M. im Vorjahre); im Ganzen 4808.88 M. der demnächst nach Marokko zurückgekehrt, sicherte seine Inter- Nach Abzug der Ausgaben für Berwaltungskosten, Druckj vention zu und versprach, die Israeliten gegen Unbilden sachen und Porto im Betrage von 141,90 M. kommt statu-! zu schützen. Rumänien. Bulletin Nr. 1. Bukarest, 6. December 1884. Lin rumänischer Arzt über die Huden. Bei dem kürzlich in Bukarest stattgesundenen Congresse tengemäß von den Einnahmen die Hälfte mit 2333,49 M.? in 1885 zur Bertheilung. Da dieser Betrag in 51*/4 Anj theile (gegen 451/4 im Vorjahre) zerlegt werden muß, so; konnte ein Antheil auf nur 4 5 Mark (gegen 57 Mark im! Vorjahre) festgesetzt werdeu. Dieser betrübende Rückgang! findet also seine Erklärung theils in der Vermehrung der 1 rumänischer Aerzte hielt Dr. Mankas einen Vortrag über Unterstützungsantheile (von 4ot/4 auf 511/4), theils in der I die hygienischen Zustände der Stadt Bacau. Da der ge- Verminderung der außerordentlichen Beiträge (von 4162,80 M.! nannte Arzt Christ und Rumäne ist, somit dasjenige, was auf 1910,61 M.). — Wir bitten, angesichts des erheblichen t er zu Gunsten der Juden äußerte, doppelt werthvoll erscheint, Rückganges der von uns zu gewährenden Unterstützungen, ' so reproduciren wir nachstehend das Wesentlichste aus seinemVorrecht warm und dringend, daß unsere begüterten und wohl-i trage. Dr. Mankas hob zunächst lobend hervor und führte als thätig gesinnten Glaubensgenossen uns auch ferner in unse-! einen Hauptgrund für die vcrhältnißmäßig geringe Sterblichkeit rem Bestreben beistehen mögen, unseren Emeritirten, die! unter den Juden die Thatsache an, daß dieselben in Erwegen Alter und Gebrechen ihr Amt nicht mehr versehen! krankungsfällen sofort die Hilfe eines Arztes in Anspruch können, Leid, Elend und Alter weniger fühlbar zu machenj nehmen, den sie, möge er welcher Religion immer angchören, und die Thränen der Wittwen und Waisen trocknen zu Helals ein Wesen, welches Gott am nächsten stehe, betrachten, fen. — Es sind Anzeichen vorhanden, daß das begonnene! Gerade das Entgegengesetzte sei aber bei den Rumänen der bürgerliche Jahr uns noch weit mehr Verpflichtungen aufer- . Fall, die selbst in Städten, wo ihnen im Falle der Armuth legen wird, als wir rechnungsmäßig feststellen konnten, und! ärztliche Hilfe auch gratis zu Thcil wird, dieselbe erst dann wir machen besonders darauf aufmerksam, daß Legate und j in Anspruch nehmen, wenn sich Quacksalbereien aller Art als größere Spenden, deren wir in 1883 sieben im Betrage von! wirkungslos erwiesen und die Krankheit bereits so große zusammen 21u0 Mark zu verzeichnen hatten, in 1884 fast; Fortschritte gemacht habe, daß wesentliche Hilfe meist zu spät > komme. Das Gesagte laste sich durch statistische Daten erhärten, aus denen zu ersehen sei, daß die Mehrzahl der Juden zwischen dem 50 und 60, die meisten Rumänen dagegen zwischen dem 20 und 50. Jahre sterben. Man könne fast sagen der Jude zolle dem Tode erst dann seinen Tribut, wenn er seiner Familie nicht mehr nützen könne, während der Rumäne meist in der Vollkraft seines Lebens weggerafft werde. Eine weitere Ursache, welche der Lebensdauer bei in gänzlich fehlten. — Der ausführliche Jahresbericht per 1884 wird recht bald zur Bertheilung kommen. S. Blumenau. (Auch wir empfehlen diesen Verein, der bereits einen so langen Zeitraum hindurch praktisch segensreich wirkt, den wohlthätigen Herzen unter unseren Glaubensgenoffen auf's dringendste. Was hier gespendet wird, findet sofort seine Hülfe leistende Verwendung, und der Verein ist so fest und sicher begründet und organisirt, daß er das vollste Vertrauen! den Juden Vorschub leiste, sei die Körperliche Reinigung, verdient! Die Redaction.) denn das Gesetz schreibe ihnen regelmäßige Waschungen vor, welche die meisten Rumänen leider gänzlich vernachlässigen Frankreich. und weshalb dieselben auch von zahlreichen Krankheiten heimgesucht werden, deren Ursprung in der Unreinlichkeit zu Paris, 8. Januar. Die Umstände brachten cs mit! suchen sei. vr. Mankas constatirte ferner, daß in Folge der sich, daß der Senat den Etat vor Schluß des Jahres nichts bei den Juden gebotenen Beschneidung, syphilitische Krankzu Ende berathen konnte, und deshalb den bisherigen proheiten weit seltener vorkämen als bei den Rumänen und daß visorisch bewilligen mußte. In Folge besten erhalten die Erstere sich unter Anderem auch deshalb bester conserviren, jüdischen Seminaristen einstweilen noch ihre Stipendien aus! weil sie frühzeitig heirathen und somit nicht, wie Letztere, einen Staatsmitteln. —Eduard Wolff, Schwadronchef der Artillerie, > ausschweifenden Lebenswandel führen. Zum Schluffe erwähnte ist zum Oberst Lieutenant vorgerückt. —! der Vortragende auch noch als Ursache für die große Ber- Paris, 10. Januar. Eine Deputation der israelitischen! mehrung der Juden den Umstand, daß dieselben die Frucht-

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