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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-01-13 · Heft 3 (13.1.1885) · p. Seite 47

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 3 (13.1.1885)
Date
1885-01-13
Page
Seite 47 (sequence 15)
Language
German
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47 ließ nicht, sich des Oeftern über die Wirkungen meiner ®ur' zu vergewissern. Man kann in einem Kurorte von einem sehr begehrten ■ Arzte keineswegs auch nur annähernd diejenige Ausmerksamj feit beanspruchen, deren man sich bei der hingebungsvollen! Treue des befreundeten Hausarztes zu versehen hat. Wenn j der Badearzt nur mit geziemendem Ernst sich dem Patienten zuwendet, — mit dem Interesse, das dem Leidenden zukommt, der — oft aus weiter Ferne und unter großen Beschwerden angelangt — in seiner Besorgniß sich ihm anvertraut, so muß dies dem Kurgast genügen, und er wird auf Weiteres gern verzichten. Allein nicht immer wird ihm diese Beruhigung zutheil, und gar manche Satire las und hörte ich, die ein verkannter Juvenal in der Muße seines Bade-! lebens seinem leichtfertigen Medicus widmete. Steigerungen ordnete dieser Arzt nach zehntägiger Behandlung einem Kurgaste an im Gebrauch der Bäder in der Höhe ihrer Temperatur, in der Dauer des Verweilens im Bade. „Aber ich habe ja auf Ihre Anordnung, und weil Sie das für gefährlich hielten, überhaupt nicht gebadet." „Dann haben Sie meine Anordnung nicht befolgt; hier habe ich Sie in meinem Buche notirt." „Nichts steht da notirt; Sie haben ein leeres Blatt vor sich." - - Auf dem Kurplatze während der Kurstunden war ich Zeuge dieser Zwiesprache, die sich eines großen Zuhörerkreises erfreute, und darf ich meinem Reisegefährten aus S. glauben, so spielten sich ähnliche Scencn auch im Zimmer des Arztes ab. Ich kann von diesem prachtvollen Naturmenschen nicht sprechen, der auch mein Stubennachbar wurde, ohne an die unaussprechliche Begeisterung zu denken, mit welcher derselbe nach der ersten Bekanntschaft mit seinem Arzte, an den er empfohlen war, von diesem sprach: „Nein, das ist doch ganz etwas Anderes, als zu Hause'." Er war überglücklich. Als er nach einigen Tagen von seinem zweiten Besuche des Arztes zurückkchrte, fand ich ihn vi'el ruhiger, und als er am neunten Tage seiner Kur zum dritten Mal zurückkam, war ihm mein Zimmer zu eng und zu kurz, um seinem Unwillen über den Arzt durch Auf- und Abmarschiren im schnellsten Tempo Luft zu machen. Er wechselte den Arzt, und als das nichts half, noch einmal und dann zum j dritten Male, bis er zuletzt keinen mehr hatte. Nur in einer Hinsicht blieb der erste Arzt bei ihm in unwandelbarem Ani sehen. Er hatte ihm viel Braten zu essen verordnet, verschiedene Sorten davon, überhaupt kräftige Speisen in ausreichender Menge zu sich zu nehmen. Wehe dem, der daran ändern wollte.! (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. T*Y% 4p werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet and müssen für die nächstww folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. für Schulen und Institute. ° Ein isr. Mittelschullehrer, der außer den Elementargegenständen vorzugsweise Fran-; zösisch und Englisch unterrichtet, sucht zum Ostern - Termina oder später anderweitige Stellung. Offerten sub E. 4010 besorgt' Rudolf Masse in Frankfurt a. M. [F.32 j Ein Cand. med., Israelit, der setzt im Staatsexamen steht, bittet.um ein Tarlehn von M. 600. ~ [L. 52 Gefl. Offerten unter B. L. 474 an | Rudolf Mosse, Leipzig. > Soeben erschien im Berlage von Wilhelm Kobner in Breslau: Das Buch Al-Chazari (Kusari) aus dem Arabischen des Jeliuda Hallewi übersetzt «von Dr. Hartwig Hirschfel-. $rci* drosch. 6 A., etcg. g«d. 7 4H- Durch das am 25. December 1884 erfolgte Ableben des Herzoglich Anhaltischen Landesrabbiuers a. D. Dr. Salomon Herxheimer find mir und mit uns die ganze Gemeinde tief betrübt. Tine Autorität unter den Anbbinen, mar der Verstorbene fast 50 3 ab re der geistliche Leiter und Lenker der kiesigen Gemeinde; feine anerkannten Verdienste um dieselben, sowie um die Hebung des 3udeutbums überhaupt, feine friedlichen Lestrebungen und Leistungen — letztere meit über die Grenzen unseres engeren Vaterlandes, ja des Deutschen Leiches durch Mort und 8<krift bekannt — sichern ikm kier und auswärts ein ekrenoolles Andenken für alle Zeiten. Vorstand und Repräsentanten der Israelitischen Cnltns- Gemeinde Bernburg.

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