Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 3 (13.1.1885)
- Date
- 1885-01-13
- Page
- Seite 41 (sequence 9)
- Language
- German
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41 gistratsmitgliedes bedarf, überhaupt nicht zur Sprache ge- Am 6. d. soll die Zahlung mit 5 Frcs. (statt 7l/2) aufgekommen. Der Regierungs-Präsident. Rothe. nommen werden. — Durch Dekret vom 27. v. M. ist Herr- Aus der Provinz Posen, 2. Januar. (Privatmitthlg.); Adolph Hinstin, Direktor des Genies in Orleans, zum Bri- Da schon einige Zeit nach den Weihnachtsferien die schriftgadegeneral in dieser Waffe und zugleich zum Commandeur lichen Abiturientenarbeiten an den Gymnasien beginnen, so des Genies des 18. Bezirks in Bordeaux ernannt worden.— tritt an diejenigen Väter, deren Söhne das Abituricntencxamen! Aus Tonkin wird berichtet, daß Dr. Störtet Gaston Dreyzu Ostern d. I. zu machen gedenken, die brennende Frage! fuß, Oberstabsarzt im 113. Linienregimcnt, wegen geleisteter heran, wie der bekannten ministeriellen Verfügung, nach welcher! besonderer Dienste zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wores den Direktoren freisteht, eine der schriftlichen Arbeiten am | den. In dem offiziellen Berichte heißt es: Durch seine Sonnabend anfertigen zu lassen, mit Erfolg entgegenzuwirken Tapferkeit und indem er selbst die Schußwaffe führte, hat sei. Wir können nicht umhin, den Betheiligten, denen dieser Gegenstand schwere Sorge bereitet, den Rath zu ertheilen, fich baldthunlichst mit ihren, durch die einschlägigen religiösen Motive unterstützten Gesuchen unmittelbar an den Herrn Cultusminister selbst zu wenden und ihn inständigst zu bitten, die in Rede stehende Verfügung auf ihre Söhne nicht anwenden zu laffen. Denn nur ein Reffortminister selbst, der eine Verfügung erlaffen hat, ist in der Lage, von derselben er seine Verwundeten, die in Gefahr standen, in die Hände des Feindes zu fallen, von diesen freizumachen gewußt. — Zu Paris verschied, allgemein betrauert, Herr Benjamin Lävy, General-Inspektor des öffentlichen Unterrichts, Ritter der Ehrenlegion. Rußland. Turek, 18. Dezember. (Privatmitth.) Ich fühle mich in einzelnen Fällen Abstand zu nehmen und dürfte ein; veranlaßt, mit Zufriedenheit das schnödeste aller antisemitigünstiger Erfolg von dem strengen Gerechtigkeitssinn des Herrn Cultusministers wohl zu erwarten sein. Wir exemplificiren hierbei auf folgende Thatsache. Nach einer Verfügung des Herrn Justizministers ist es in den Gefangencnhäusern keinem der Sträflinge gestattet, andere als Gefangenenkost zu genießen. Und doch ist es dem Schreiber dieses gelungen, mittelst eines direkt an den Herrn Justizminister gerichteten scheu Blätter Rußlands, die „Nowoje Wremja" (Neuzeit) zu citiren, und es wird mir zum ersten Mal heute vergönnt, mich mit ihr einverstanden zu erklären und zwar in ihrem Urtheil über die „Biblische Brüderschaft", das „neue Israel" u. s. w., welche von dem reformlustigen Publicisten des russisch-jüdischen „Woschod" (Aufgang) als echte „Reform" anempfohlen und in ebenso langen, wie schlechten Tractaten Gesuches für einen jüdischen Strafgefangenen die Vergünstigung! interpretirt und verherrlicht worden ist. Die „Nowoje zu erwirken, daß derselbe während des Peßackfestes anderweitige, den rituellen Vorschriften dieses Festes entsprechende Kost aus seiner Behausung erhalten durfte. Ta die Verletzung des Sabbath, wie leicht zu erweisen, eine graduell noch größere religiöse Verletzung des Gesetzes ist, als der Genuß gesäuerter Wremja" nennt ohne alle Umschweife das Kind beim rechten Namen, charakterisirt diese Reformbewegung als eine solche, „welche ihrem Wesen nach das Christenthum erstrebt und unbedingt zu einer Verschmelzung mit ihm führen wird", und lobt sie, daß sie Muth genug hat, „nachdem sie die Fehler Speisen am Peßachfeste, so dürfte der Herr Cultusminister! des Judenthums erkannt hat, mit der Predigt von der dem aus einem tiefen religiösen Bedürfniffe hervorgehenden! Heiligkeit der christlichen Lehre aufzutreten." Diese ebenso heißen Verlangen übcrzeugungstreuer Väter, ihre Söhne am Sabbath nicht zum Schreiben zu zwingen, um so weniger irgend welchen ernsten Widerstand entgegensetzen. Selbstverständlich bleiben hierbei etwaige für die Zukunft generell zu unternehmende Schritte behufs principieller Annullirung der Verfügung Vorbehalten und gilt der im obigen ertheilte Rathschlag nur der augenblicklichen Abhilfe. Oesterreich-Ungarn. Graz, 24. Dezember. Der hiesige deutsche akademische Lehnverein, ein Agitativnsherd des wüthendsten Antisemitismus, wurde heute behördlich aufgelöst. Frankreich. Paris, 4. Januar. Seit fünfzehn Jahren wurden für die Obligationen, welche das Consistorium zum Bau der beiden großen Tempel ausgegeben, die Zinsen nicht gezahlt. offene, wie wahrheitsgemäße Sprache wird wohl das Gute haben, daß sie so manchem fanatischen Eiferer für „Reform" die Augen öffnen wird; sie enthüllt das, was diese Reformapostel und ihre unwissenden Interpreten in blendenden Phrasen zu verschleiern suchen, und es werden Alle, denen cs mit dem Judenthume Ernst ist, wissen, was sie von jenen Reformatoren und ihren Lehren halten sollen. Die Gelegenheit, bei welcher die „Nowoje Wremja", gleich ihren anderen Gesinnungsgenoffen, sich veranlaßt glaubte, in der „Judenirage" über das talmudische Judenthum herzufallen und dabei den Juden ihre Liebe zu erklären, zu versichern, daß sie „nur aus Mißverständniß der Böswilligkeit des Haffes gegen den jüdischen Stamm, der nationalen Feindseligkeit gegen Juden beschuldigt wird" und der Reformbewegung in einem großen Leitartikel ihr Compliment zu machen, — diese Gelegenheit ist an sich intereffant und wirft ein eigenes Licht auf unsere Reform-