Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1885)
- Date
- 1885-01-06
- Page
- Seite 24 (sequence 8)
- Language
- German
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24 für 1884 auf Mk. 1121,50 „ 1885 „ „ 1079,73 * 1886 „ w 1002,22 „ 1887 „ „ 967,97 „ 1888 „ „ 936,26 und die künftigen Jahre so laufenden Versicherungen. Diese Zahlen haben die niedrigste Dividende der „ Victoria " tischen Religionsgesellschast (so heißt bekanntlich die hyperorthodoxe Gemeinde des Herrn R. S. Hirsch) wird ganz besonders hervorgehoben, daß dabei „erwachsene 15- bis; 16jährige Mädchen in Hosenrollen auftraten und die Herren! Primaner besonders ganz entzückt von ihren liebenswürdigen fort bis zur Beendigung der j umgewandelten Kolleginnen gewesen sein sollen." — Ich erlaube mir daher die Bitte um Belehrung darüber, ob die im 5. B. Mosis 22, 5 befindliche Vorschrift, daß eine Frauenszur Voraussetzung. Da aber voraussichtlich und ersahrungs-! Person keine Mannskleider und eine Mannsperson gemäß diese Dividenden höher aussallen, so werden sich dem-Ikeine Frauenkleider anthun soll, daß wer Solches gemäß die genannten Zuschüße niedriger stellen, als sie veranschlagt sind. Doch, wie es auch komme, die Verwaltungs- Commission der Friedrich-Wilhelm-Victoria-Stiftung geht ihre Verpflichtungen nur mit der größten Vorsicht ein und hält streng'darauf, daß für die eingegangenen Verpflichtungen ein unantastbarer Capitalfonds vorhanden sei. IV. Von den 41 Clienten der F.-W.-B.-S. sind: Beamte von Bundesgemeinden \ 23, Beamte von Nichtbundesgemeinden 18. Bei der Vorsorge, welche die Verwaltungs-Commission für das Vorhandensein des nöthigen Capitalfonds in der Znerkennung von Subventionen aufzuwenden hat, und in Rücksicht auf die nähere Verpflichtung, welche der Bund seinen Bundesgememeinden gegenüber hat, ist der Beschluß gefaßt worden, Bewerber aus Nichtbundesgemeinden fortan nur aus dem liquiden Theil des Stistungsvermögens und vorläufig für kürzere Zeit in der Voraussetzung zu subventioniren, daß inzwischen die betreffenden Gemeinden dem Bunde beitreten. Der Fonds ist inzwischen in diesem einen Jahre' theils durch weitere Beiträge, theils durch die vertragsmäßigen Zuschüsse der Gesellschaft „Victoria", theils durch Ueberweisung aus dem Hauptfonds des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes (4000 M) wieder um 13000 Mk. angewachsen, so daß die Stiftung jetzt über ein Capital von 30000 Mark verfügt. Das Resultat ist erfreulich im Berhältniß zn der Kürze der Zeit, in der es erreicht ist, aber doch noch sehr bescheiden im Berhältniß zu dem hohen Ziele, das in der Ferne winkt. Es muß dahin kommen, das es schließlich in ganz Deutschland keinen jüdischen Gemeindebeamten mehr giebt, der nicht seinem Lebensabende mit einem Gefühl der Sicherheit und Ruhe entgegensieht. Frankfurt a. M., 21. Dezember. Als ein charakteristisches Curiosum sei auch hier Folgendes mitgetheilt. Im „Stadt-Anzeiger und Fremdenblatt" vom 19. Dez. las man das Inserat: Bitte um Belehrung! In dem im gestrigen „Stadt-Anzeiger" veröffentlichten Berichte über das Schulfest der Realschule der israelithut, ein Greuel sei vor Gott! von der israelitischen Religionsgesellschast als antiquirt und aufgehoben erklärt worden ist. Frankfurt, den 17. Dezember 1884. 8 — d. Hierauf las man in demselben Blatte vom 18.: Frankfurt, 16. Dez. 1884. An die wohll. Redaction des „Stadt-Anzeiger" dahier. Zur Richtigstellung des Artikels „Ein Schulfest" im heutigen „Stadt-Anzeiger" erlaube ich mir Ihnen ergebenst zu bemerken, daß die ganze Einübung der Stücke 14 Tage in Anspruch nahm, aber im Ganzen nur 2 Proben waren. Die Hosenrollen wurden von Mädchen gespielt, deren Eltern ausdrücklich ihre Einwilligung dazu gegeben hatten. Auch ist die Realschule der israel. Religionsgesellschast keine öffentliche Schule. Herr Kvnrad Schmidt hat sich in der That schon sehr verdient um die Schule gemacht und sich um das Zustandekommen der beregten Vorstellungen, zu welchen Gönner der Anstalt das nöthige Geld gaben, sehr bemüht. Tie dramatischen Borträge, unter denen „Die Glocke" von Schiller, von 2 Klassen vorgetragen, das gelungenste Werk war, haben in weiteren Kreisen Aussehen erregt." — Dies i\t aber noch keine Antwort auf obige Frage! Bernburg, 28. Dezember. (Privatmitth.) Am 25. d. M. verschied der Nestor der deutschen Rabbiner, Dr. Salomon Herxheimer, im 84. Lebensjahre, nach kurzem Krankenlager. Mit ihm ging wieder einer der wenigen noch lebenden Veteranen der Reform des Judenthums dahin, jener Reform, welche auf dem geschichtlichen Boden vor Allem die Bildung der Gemeinden und hierauf die Umgestaltung des Gottesdienstes nach den Bedürfnissen und Wünschen der Gemeinden erstrebten, und als das wesentlichste Mittel die Entwickelung des Religionsunterrichtes betrachteten. Zuerst Rabbiner in Eschwege, seit 1831 herzoglicher Landesrabbiner von Bernburg. gründete er daselbst eine jüdische Elementarschule, die längere Zeit bestand, und verbesserte den Gottesdienst, wie dies die Majorität der Gemeinde freudig begrüßte, während ein kleinerer Theil derselben dem Rabbiner dafür schwere Kämpfe bereitete. Der freundliche, sanstmüthige und liebenswürdige Charakter des letzteren überwand aber bald diese