Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 49 (1885)
- Issue
- Heft 2 (6.1.1885)
- Date
- 1885-01-06
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
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rs Heile. Qui mange du Pape, mort. Es ist mit Stöckers Helfern nicht viel anders geworden. Ruppel starb in Noth, ein Anderer ist in der Ferne; jener muß mühsam sein Leben! fristen. Segensströme find davon nicht ausgegangen." Aus dem Schluffe der „Erklärung" citiren wir noch: „Ich glaube, Stöcker hat sich und seiner Sache keinen Dienst gethan, das er das Buch „Cbristlich-social" herausgab. Man steht für den Eindruck der darein enthaltenen Reden gleich — daß die Dekorationen des Tumults, des kriegerischen Handgemenges beim Herauswerfen etlicher Semiten, des Neu stettiner Prozeffes — der Russischen Brände und Verfolgungen fehlen. Die Gedanken sind nicht groß genug, um aller Scenerie zu entbehren." — Wir glauben, daß diese Sätze zur Charakterisirung Stöckers und seines Treibens dienen, und so mit zu dem Material gehören, aus welchem dereinst das Bild dieses Mannes entworfen werden wird. — Im Garten des hiesigen jüdischen Krankenhauses ist vor Kurzem ein größerer Pavillon fertiggestellt worden, welcher zur Aufnahme von diphteritiskranken Kindern bestimmt ist, die bisher in einem im zweiten Stock des Hauses belegenen Saale untergebracht wurden. Der Pavillon schließt einen größeren Saal mit acht Betten, ein Extrazimmer mit zwei Betten, einen Operattonssaal, sowie eine Bade- und Wärterstube in sich. Die Bettstellen für die Kleinen sind derarttg conftruirt, daß die Kinder beim Sitzen vor sich eine Art Tischplatte haben, auf welche Spielzeug u. s. w. placict werden kann. Berlin, 25. Dez. (Privatmitth.) Es kamen uns in diesen Tagen Mittheilungen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes über das erste Geschäftsjahr 2lpril 1883— 1884 — der „Friedrich - Wilhelm - Victoria-Stiftung ", deren Zweck bekanntlich die Lebensversicherung jüdischer Kultusbeamten ist und theilen wir Folgendes daraus mit. Hinsichtlich der Subvention ist der Grundsatz maßgebend, daß von der Versicherungsprämie der betteffende Kultusbeamte iji, die bez. Gemeinde 2/3 und der Gemeindebund aus der gedachten Sttftung zahlt. Die Thätigkeit der Stiftung im ersten Geschäftsjahre — April 1883 bis 1884 — wird durch folgende Zahlen veranschaulicht. I. Eingegangene Gesuche: 84, darunter aus Bundesgemeinden ... 39 „ aus Nichtbundesgemeinden . . 45 84 Bon Rabbinern und Predigern ... 7 „ Lehrern.63 „ Cantoren.12 „ Sonstigen._. ._ 2 84 Von den Petenten waren alt: 20 -30 Jahre . .... 22 30-40 „ . .... 29 40-50 „ . .... 23 50—60 „ .... 9 über 60 „ .... 1 84 II. Von diesen Gesuchen wurden: a. abgelehnt.9 b. zurückgezogen.5 . e. in Behandlung sind.4 d. durch Bewilligung erledigt ... 41 e. durch Schuld der Petenten unerledigt geblieben find .... . . 25 84~ Die Gründe der Ablehnung waren: Mangel der Qualifikation als Gemeindebeamte; mangelnde Bedürftigkeit; Verweigerung der Selbsthilfe; übermäßig hohe Versicherungssumme; zu hohes Alter. HI. Subventionen. Die Versicherungssumme für die 41 Clienten bei der „Victoria" beträgt 99 500 Mark. Zehn der versicherten Beamten waren, bevor sie sich bei uns meldeten, bereits bei andern Versicherungsgesellschaften, und zwar mit dem Bettage von 35 500 Mk. versichert. Addiren wir die Summen, so ergiebt sich die erfreuliche Thatsache, daß für diese Beamten und deren Familien die gewiß nicht unbedeutende Summe von 135 000 Mk. gesichert ist. Außerdem aber haben viele der Herren auch noch die Mitgliedschaft bei deutschen Provinzialhilfsvereinen für jüdische Lehrer erworben. Zu obengenannten 99500 Mk. und in 26 Fällen der Versicherung in Provinzialhilfskaffen zahlt die Friedrich-Wilhelm-Victoria- Sttftung die unten spezisirten Subventionen, während sie zu Versicherungen bei andern Versicherungsgesellschaften als der „Victoria" eine Subvention statutenmäßig ablehnen muß. Im Jahre 1883 hat die Friedrich -Wilhelm -Victoria- Sttftung ausgegeben: Subventtonen zu Prämien an die „Victoria" Mk. 551,74 Einkaufsgelder und Jahresbeittäge an Provinzialhilfskassen .. „ 287,55 Summa Mk. 839,29 Die Subventionen find zugesichert worden: theils aus einige Jahre, theils auf die ganze Dauer der Versicherung. Die Verpflichtungen, welche die Friedrich-Wilhelm-Victoria- Stiftung für die nächsten Jahre auf Grund der bereits ausgesprochenen Bewilligungen übernommen hat, beziffern sich bereits