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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-12-09 · Heft 50 (9.12.1884) · p. Seite 802

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 50 (9.12.1884)
Date
1884-12-09
Page
Seite 802 (sequence 14)
Language
German
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SOS schüft, die gegenwärtig über 17000 Mitglieder zählt, machte M. Eichberg sein 60 jähriges Dienstjubiläum im 78. Lebenssich bei den Festlichkeiten in der angenehmsten Weise bemerk-! jahre noch thätig im Amte; sein Auge ist nicht getrübt und bar. Während dieses Zeitraumes hatte die Universität auch! seine Stimme nicht geschwunden, mit ungebeugter Gestalt. — einmal einen Israeliten zum Rector, den auch in Deutschland 1 als Physiologe bekannten vr. Gluge, und ebenso ist gegenwärtig Prof. vr. M. Philippson Dekan der philosophischen Facultät. Der zweite Jubilar, H. Stern, fast um IO Jahre jünger als der erste, gehörte auch dem Lehrerstande au; unter dem berühmten Cantor vr. Zoller machte er an der Schullehrerpäparandenanstalt in Stuttgart seine Bildungslaufbahn. Als Adjunct bei dem seligen vr. Rehfuß in Heidelberg lehrte er an dessen Bürgerschule, trat später in den württembergischen Schuldienst über und in Folge von Familienverhältnissen verließ er den Schuldienst, wurde an die Kanzlei der Königsberger israelitischen Oberkirchenbehörde gezogen, avancirte dort zum Secretair; es wurde ihm das Cassireramt der K. israelitischen Centralkirchencafse übertragen, und bis heute noch versieht er diese Aemter mit dem Vertrauensposten als Kirchenpfleger der israelitischen Cultgemeinde Stuttgart. — Ehre der Gemeinde Stuttgart, die ihre Bedienstete nach Verdienst zu ehren bestrebt ist. —. Der „Fränk. Kour." schreibt aus Fürth, 25. Nov. Der früher in Ansbach, nunmehr dahier wohnende frei- Bonn, 30. November. (Notizen.) Man schreibt uns aus Stuttgart: Am ersten Sabbath Chanuka den 13. Dec. wird hier ein Doppeljubiläum festlich begangen werden, und zwar das sechszigjährige Dienstjubiläum des Oberkantors M. Eichberg und das vierzigjährige des Secretärs und Gemeindekassirers H. Stern. M. Eichberg, ein Veteran der Fürther Talmudschulen, ist in den rabbinisch externen Fächern, wie in der Musik Autodidakt; er verließ in seinem 16. Lebensjahre Fürth in rabbinischem Wissen so ausgerüstet, daß er das Morenu-Grads würdig war; aber die Construction eines deutschen Satzes war ihm ein Mysterium. Er wurde Stellvertreter seines greisen Vaters, der Vorsänger in Mergentheim war. 1834 wurde er in Stuttgart als > resignirte kgl. Advokat Hr. Hofrath vr. B erlin wurde gestern Vorsänger gewählt; schon 14 Tage nach seinem Amtsantritte^ durch ein Glückwunschschreiben der Juristenfacultät der hatte er zu einem Festgottesdienste bei der Installation des Universität München überrascht, welches an die Thattheol. Mitglieds der K. Kirchenbehörde des vr. Joseph!sache anknüpft, daß mit dem 24. November d. I. 50 Jahre Maier zum Rabbinen in Stuttgart einen Chor improvifirt! verflossen seien, seitdem er von der Facultät zum Doctor und instruirt und wurde, was Sulzer für Wien, in Stutt-! beider Rechte promovirt worden sei. In diesem Schreiben gart und Württemberg, der Schöpfer des musikalischen Syna-1 hebt die Facultät hervor: „Es sei ihr nicht unbekannt gegogencultus. Das staatliche Lehrer- und Vorsänger-Examen blieben, daß der hochverehrte Herr Jubilar in seiner so lange hatte er 1632 mit gutem Erfolge bestanden und wurde auch j dauernden juristischen Laufbahn sich ebenso sehr durch strengste befähigt, in Verhinderungsfällen den Rabbiner auf der Kanzel! moralische und rechtliche Gewissenhaftigkeit, als auch durch zu vertreten; keine geringe Aufgabe, vor einem gewählten j hervorragendes Wissen und Können, sowie durch sein stetes Publikum und manchmal vor Kirchenrath von Maier! lebhaftes wissenschaftliches Interesse als einen echten Jünger als kritischem Zuhörer; seine rabbinischen Studien und sein glückliches Organ kamen ihm dabei glücklich zu statten. der Rechtswissenschaft und eine Zierde des bayerischen Juristenstandes bewährt habe, daß daher die Facultät aus ihren Mit der Einweihung der neuen Synagoge und Einführung > Jubilar mit gerechtem Stolz blicke und sich für berechtigt der Orgel ging für den Oberkantor eine neue Aera auf; nach l)r. Faist's Arrangement und Composition für die herrliche Stimme Eichbergs wurde jeder musikalisch - liturgische Synagogen-Gottesdienst zum hohen Kunstgenuß. — Seine vier Töchter wurden mit des Vaters musikalischem Genie begabt; in dem vortrefflichem Buche „Die jüdischen Frauen" in der Geschichte, Literatur und Kunst von vr. M. Kayserling, sind denselben als Künstlerinnen auf dem Gebiete der Musik-j hier, in seiner Vaterstadt, sondern und Gesangeskunst besondere Blätter gewidmet. So begeht lebhaften Widerhall finden! halte, an diesem für beide Theile gleich ehren- und freudenvollen Tage sich an die Spitze der Gratulanten-Schaar zu stellen." Der hieran von der Facultät gereihte Wunsch: „der hochverdiente Herr Jubilar möge diesen Ehrentag noch recht oft in ungebrochener Kraft des Geistes und Körpers zur Freude und zum Stolze seiner Angehörigen, zahlreichen Freunde und Verehrer erleben," wird sicherlich nicht nur auch in weitern Kreisen Feuilleton. Die Marklui - Gänse. in der Ofener Burg nach alter Sitte die sogenannten Mar Eine aus drei Mitgliedern bestehende Deputation der tini-Gänse, sechs mit nationalfarbigen Bändern und Blumen Preßburger israel. orthodoxen Gemeinde überreichte vorigen geschmückte Gänse. Donnerstag, gelegentlich der allgemeinen Audienz, dem Könige Früher überreichten die Juden die MartiniGänse aus

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