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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-12-09 · Heft 50 (9.12.1884) · p. Seite 799

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 50 (9.12.1884)
Date
1884-12-09
Page
Seite 799 (sequence 11)
Language
German
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799 stud. phil. Hermann Schulze nur 80 Stimmen erhielt. Aber auch dieses Resultat konnte nur mit Hilfe von fünf aus der hiesigen Hochschule immatrikulirten Amerikanern erreicht werden, welche für Oehlke votirten. Nunmehr scheint aber endlich eine Anzahl Studirender den Stier bei den Hörnern erfassen und den politischen Jndifferentismus unter den Studenten, welchem die Reaktion allein ihre Siege verdankt, direkt zu Leibe gehen zu wollen. Es wurde nämlich gestern in einem Lokale Unter den Linden ein „Akademischer Verein" begründet, der sich die Aufgabe stellt, „liberale politische Gesinnung unter der akademischen Jugend zu fördern, und dieses Ziel durch politische Vorträge und Diskussionen erreichen will. Da studentische Vereine, die sich mit der Erörterung politischer Angelegenheiten befassen wollen, von den akademischen Behörden gestattet werden, so hat die verhältnißmäßig schwach besuchte Versammlung, die polizeilich angemeldet und überwacht war, sich auf den Boden des Vereinsgesetzes gestellt und nach Berathung der Statuten einen Vorstand gewählt, an dessen Spitze die Studenten Hopf und Rickert stehen. Mitglied des Vereins, dem namhafte Persönlichkeiten unter den Professoren ihre Unterstützung bereits zugesagt haben, kann werden, der eine deutsche Hochschule besucht hat oder besucht, oder eine der akademischen entsprechende Bildung erworben hat. Ein Aufruf des Vorstandes wird die akademische Jugend Berlins von der Constituirung und der Tendenz des Vereins, dem im allgemeinen Interesse das beste Gedeihen zu wünschen ist, in Kenntniß setzen. resp. um 9 041 Mk. zugenommen hat. Die Anstalt, an der 2 Lehrer wirken, beherbergt gegenwärtig 40 Zöglinge, auch die israel. Zöglinge des K. Schullehrerseminars und der Präparandenanstalt werden in der Anstalt beköstigt. Vorstand der Anstalt ist Herr B. H. Goldschmidt in Stuttgart. Aus Süddeutschland, im November. (Privatmitth.) Am 29. und 30. December wird auf Veranstalten des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes eine Schulmänner-Conferenz zur Berathung eines Normallehrplanes für den Unterricht in den Religionsfächern der israelitischen Schulen in Berlin abgehalten werden; das Unternehmen ist sehr löblich; aber die Einführung des allgemeinen Lehrplanes wird auf verschiedene Hindernisse stoßen. Die Hauptschwierigkeit liegt in den Städten, in welchen die Jugend die höheren Lehranstalten besucht; der israelitische Religionsunterricht ist nicht in allen Ländern gesetzlich obligat und darum fehlt es an manchen Orten an Schülern, an anderen wieder an Lehrkräften. Rühmend muß erwähnt werden, daß in Bayern der israelitische Religionsunterricht obligat ist und werden sogar die Lehrer aus den öffentlichen Comunalcassen bezahlt. In Augsburg z. B. ist musterhafte Vorsorge für Ertheilung des Unterrichtes in den jüdischen Religionsfächern getroffen, und der Rabbiner vr. Heinrich Groß hat durch die Organisation desselben bewiesen, daß durch denselben die israelitische Jugend für die heiligen Satzungen ihrer Religion mit Geist und Herz wieder erzogen und gewonnen werden kann. In! Augsburg besteht eine israelitische Religionsschule, an der, unter — Am 5. Januar 1885 ist ein Jahr seit dem Tode j Leitung des Rabbinen, drei Lehrer wirken; aber auch an den Eduard Lasker's verflossen. An diesem Tage soll, wie! humanistischen, realistischen und höheren Tochter-Schulen wird uns mitgetheilt wird, das Grabdenkmal enthüllt werden, I obligater Religionsunterricht crtheilt und Or. Gr oß ist stimmwelches die Freunde und Angehörigen des Entschlafenen dem-? berechtigtes Mitglied der Lehrercollegien; selbst bei den Abiselben gewidmet haben. Dasselbe bildet einen Sarkophag! turientenprüfungen zählt sein Zeugniß mit. Aber auch für aus Synit, welcher auf einem Granitbankett ruht und die j religiöse Erbauung der Jugend ist Sorge getragen und ein einfache Inschrift trägt: Eduard Lasker, geb. 14. Oktober! öffentlicher Jugendgottesdienst am Sabbath mit Minchah- 1829, gest. 5. Januar 1884. Das Denkmal erhält als Umj Gebet eingeführt. Die Liturgie dafür ist in einer besonderen friedigung ein kunstvoll gearbeitetes schmiedeeisernes Gitter.! Ausgabe zusammcngcstellt von I)r. Groß und der liturgischbßlingcn, 28. Nov. (Privatmitth.) Das israel. Waisen^ musikalische Theil von Oberkantor Kohn geordnet. Am Haus Wilhelmspflege hier veröffentlichte in dieser Woche seinen i Sabbath Mittag um 12 Uhr kommen sämmtliche Schüler. 53. Jahresbericht pro 1 Juni 1883 bis 31. Mai 1884, von der Elementarclasse bis hinauf zum Primaner, in die der ein sehr günstiges Resultat über die finanziellen und j Synagoge, wo deutsch- und hebräischer liturgischer Gotteserziehlichen Fortschritte der Anstalt constatirt. Sc. Maj. der dienst abgehalten wird; der Rabbiner erklärt in kurzem Ab- König und Ihre Maj. die Königin haben den Verein mit riß den Wochenabschnitt und auch Erwachsene nehmen an ihren huldvollen Spenden bedacht; auch bei den Äönigl. der Erbauungsstunde andächtigen Antheil. Hierbei läßt es Staatsbehörden hat die Anstalt die altbewährte Unterstützung! aber der Rabbiner nicht bewenden, er hat auch durch seine gefunden. Die Einnahmen betrugen 35 865 Mk., darunter Umsicht, außer den Schul- und Cultangelegenheiten, sich Eindie mit dem Grundstückskapital verbundene Hofrath Adolf Levifluß auf das jüdisch-ceremonielle Verhalten der Gemeinde er- Stiftung von 8325 Mk., 8 326 Mk. Spenden und Beiträge,! rungen, indem er die Schcchita und andere dergleichen 8 517 Mk. Zinsen und die Ausgaben 20 989 Mk., sodaß Institute unter seine Observanz genommen, und auch die die Anstalt jetzt ausschließlich des Werths der Immobilien streng Gesetzestreuen finden ihr Gewissen dabei beruhigt und ein Vermögen von 228 660 Mk. besitzt, das um 17 369 Mk. die Bildung einer secessionistischen Winkelgemeinde ist in 50*

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