Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 50 (9.12.1884)
- Date
- 1884-12-09
- Page
- Seite 794 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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794 entboten von Franz Delitzsch, Erlangen, Deichert 1883", tigkeit der Blutklage. — ib. S. 35: „Professor Rohling erworin er, entflammt für den Sieg der Wahrheit, beides klärte am 23. Juli c. vor dem Gerichte zu Prag, er sei be- Fanatiker mit wuchtigen Schlägen niederschmettert. Er wies darin nach, daß in den beiden citirten Stellen von dem, was der Rohling-Justus behaupten, kein Sterbenswörtchen enthalten und alles hineingelesen sei. Auf Seite H sagte er über Justus: „Die Fälschung ist so verblüffend frech, daß ich lange zögerte, ehe ich die Feder zu meinem Gegenzeugniß ergriff. Noch jetzt ist diese hämische Denunciation des jüdischen Volkes durch einen Judenchristen für mich ein psychologisches reit, eidlich als wahr zu bestätigen, daß noch 1868 und 1880 von den Juden 2 Werke gedruckt wurden, welche die Abschlachtung nichtjüdischer Jungfrauen als ein heiliges gottgefälliges Werk bezeichnen. Von dem Werke des berühmten Rabbi Vital, den die Juden als einen Heiligen verehren :c." Hier will ich die Bemerkung einschalten: Rohling irrt sehr, wenn er glauben sollte, im Judenthum gebe es im Sinne des Christenthums Heilige, Heiligenverehrung :c. Räthsel rc." Auf Seite 30 führt er die betreffende Stelle aus, Es besitzt ja keine Kirche, keine Curie, die Jemanden heilig dem Sefer Halikkutim in ihrem hebräoaramäischen Wortlaute j sprechen, canonisiren könnte. Das Wort „der Heilige", an, übersetzt sie und zeigt die Fälschung, die Justus mit ihr! welches früher manchmal den besonders frommen. Tag und vorgenommen hat. Auf Seite 11 sagt er, zur Erklärung! Nacht dem Studium jüdischer Schriften obliegenden Rabbinern dieser Fälschung sei nicht plumper Mißverstand ausreichend, beigelegt wurde, bedeutet bloß „den Ehrwürdigen, den Gottsondern es müsse angenommen werden, I. habe aus der ergebenen, den im heiligen Wandel Lebenden" und weiter Stelle heraus übersetzt, was er hineingelogen 0 habe. Und nichts. Und dieses Epitheton mag wohl dem R. Vital einer nachdem er die Stelle, in der man wohl verbrannte Phantasie > seiner Schüler, der Abschreiber seiner Schriften, beigelegt finden könne, die aber, sittlich und rechtlich betrachtet, von unschuldigster Art sei, in welcher aber der Rohling-Justus die Anpreisung von Jungfrauen-Abschlachtung hineingelesen, gründlich, sachgemäß und wahrheitsgetreu erklärt hat, drückt er sich S. 33 folgendermaßen aus: „Von Blutvergießen d. i. von Tödtung und von Opfer sagt die Stelle schlechterdings nichts. Sie redet nichts von Blut der Jungfrauen (äam betbulotb) sondern vom Blut der Jungfräulichkeit (dam bethulim). Und kelipoth bedeutet ebensowenig Nichtjüdinnen — es wird ja nur ein den kelipotb angehöriger Mann erwähnt — als etwa Pomeranzenschalen. Die Fälschung der Stelle durch die Justus Rohling ist, um es milde auszudrücken, ein Produkt dämonischer Hallucination. Feder Unbefangene wird einsehen, daß in dem aufgewiesenen Zusammenhänge von blutigen Orgien keine Rede sein kann. Das Geheimniß der Bosheit, welches die Rohling-Justus hineingelesen, ist der Lug und Trug ihres eigenen Herzens." -) — ib. S. 34 wird ein Gutachten der Leipziger theologischen Facultät vom 8. Mai 1714 citirt. Von der Regierung aufgefordert, enthüben. Die Juden im Allgemeinen aber haben gar keine Notiz davon genommen, sie kennen mit Ausnahme einiger Rabbiner und jüdischen Gelehrten, sogar seinen Ära men nicht, wie sollten sie ihn da verehren?-Wie wir nun oben gesehen, hat Prof. Delitzsch nachgewiesen und deutlich gezeigt, wie die Rohling-Justus in das Werk des R. Vital einen falschen Sinn hineingelegt haben. Allein die beiden Judenfeinde beriefen sich, wie schon bemerkt, auf noch ein anderes Werk, nämlich auf den Sohar, B. 2, S. 119 a, und da hat denn Prof. Delitzsch sich veranlaßt gesehen, auch die citirte Soharstelle in ihrem ganzen Wortlaute auf S. 39 fg. wiederzugeben, zu übersetzen und die auch mit ihr vorgenommene Fälschung klar und anschaulich nachzuweisen, wobei er zu folgenden abschließenden Sätzen gelangt: „Es ist sonnenklar für Jeden, der nur ein wenig rabbinisches Hebräoaramäisch versteht: 1) daß hier gar nicht von Nichtjuden die Rede ist, sondern im Gegentheil von Amme haarez, was nicht etwa „Völker der Erde", sondern solche bedeutet, welche dem gemeinen Volke angehören, rohe unwissende und mit dem Gesetze schied sich dieselbe in ausführlicher Begründung für die Niches nicht genau nehmende Menschen (Juden); — - - - I 2) daß der Tod, von welchem die Rede ist, die bildlich l) Wer einmal in seiner Jugend bei einem Rabbiner den Talmud studirt hat — und dies scheint bei I., der wahrscheinlich ein geborener; bem —ode gleichende llrmuth ist .c. ... 4.er Gerankemnhalt Pole ist, der Fall gewesen zu sein — kann sich nicht leicht ohne ab; ist durchsichtig bis auf den Grund. Was Rohling hinein- 8T1Ä * »-»-wir eine# »ebenen. G-ift d«W,. Hai baarer. Bei Rohling läßt sich eher ein Mißverständnis annehmen. M.! ihn in Besitz genommen. Er will das Mordritual um jeden übst um den Preis der Wahrhaftigkeit :c. ... freche Lüge. Gott aber bringt die Lügner um, steht so fest wie die Sonne>am Himmel daß das, was er in dem Buche Herr hat Gräuel an den Blutgierigen und Falschen" :c. von so problematischer Existenz gelesen haben will, eine Inspiration! . L , .. , . , ... . , des Lngengeistes ist iR. will nämlich ein Buch Gan naul aufgestöbert j Die «Schrift des Hrn. Prof. Delitzsch war für Mich zum haben, das nach D. Niemand kennen und gar nicht existiren soll). Seine weiteren Nachdenken höchst anreaend, und ich erlaube mir, Auslegung der Soharstelle bewerft, daß er aus Allem Alles zu machen [ , . . “ . . , . versteht. Er will um jeden Preis die Blutlehre erweisen, darum; den diesbezüglichen m mw entstandenen Gedanken hier einen ihm Alles von Blut. Er vermöchte in das erste beste Kochbuch; Ausdruck zu verleihen. Der Sohar ist um 1300 und das dre ärgsten Tauseleien hinernzule>en und rn ledern Küchenzettel etwas i _ _ _ “ . 7 __ t ' _ , , w verblümt Menschenfresserisches zu finden." — M. i Sefer Halikkutim gegen Ende des 16. Jahrhunderts ans