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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-12-02 · Heft 49 (2.12.1884) · p. Seite 785

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 49 (2.12.1884)
Date
1884-12-02
Page
Seite 785 (sequence 13)
Language
German
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785 Körperschaften und die amerikanische Gesandtschaft waren I verständlich berücksichtigt er überall die Juden, ihre Lebensbei dem Begräbniß vertreten. Die ganze dänische Presse! weise, ihre Schulen und Synagogen. Von ganz besonderem vereinigte sich, ihm das höchste Lob zu spenden als einem Interesse sind seine oft recht ergötzlichen Mittheilungen über Diener und Förderer aller wohltäthigen und gemeinnützigen! die Juden in Kurdestan und seine anmuthigen Schilderungen Anstalten. Prof. vr. Wolfs, der Oberrabbiner von Dänemarks der Stadt Bagdad, über Indien weiß er viel Neues zu ervollzog den Trauergottesdienst. «zählen. Herr Schur, der gegenwärtig mit der Herausgabe Pest, 7. November. (Literarische Notizen.) Die «des handschriftlichen Reisewerkes des in Wien verstorbenen Reisebilder, welche der Reisende W. Schur in verschiedenen Salomon Rinmann aus Cochin beschäftigt ist, beabsichtigt hebräischen Zeitschriften veröffentlichte, hat der Berfaffer ge-: demnächst eine Reise nach Marokko zu unternehmen. Möge sammelt und unter dem Titel „Z‘r~ r-sr.c Reisebilder aus, der Absatz seiner in elegantem Hebräisch geschriebenen Reisedem Orient und zwar aus Syrien, Irak-Arabien, Ostindien,? bilder es ihm ermöglichen, diese Reise bald anzutreten und Birmah und aus dem indischen Ärchipelagus" jüngst er-! ihn zu weiteren literarischen Arbeiten ermuthigeüi scheinen lasten (Wien 1884). Der Berf. schildert in lebhaften j Herr Joseph v. Leg ocki, ein hier lebender Pole, hat Farben die Erlebniste seiner weiten und beschwerlichen Reisen,, unter dem Titel „der antisemitische Vogel" eine humoristisch die Sitten und Gebräuche der Bewohner in den von ihmj geschriebene Broschüre erscheinen lasten, welche den Antisemidurchwanderten Gegenden, überhaupt Alles, was die Auf-. tismus mit edlem Pathos, mit den Waffen der Philosophie merksamkeit eines kundigen Reisenden auf sich zieht. Selbst- und mit launigen Einfällen bekämpft. Kg. Keuilleton Einige Erinnernugeu. (Schluß.) In Leipzig lernte Meißner (1846) auch Kuranda kennen und zeichnete ihn folgendermaßen: „Kuranda, der Herausgeber einer Wochenschrift, die besonders in Oesterreich viel gelesen wurde und alle Kräfte der dortigen liberalen Opposition in sich zu sammeln verstanden hatte, war ein geistreicher Mann und liebenswürdiger Redacteur. Er war mehr der Kapellmeister der „Grenzboten", der das Zustande¬ Berthold Auerbach kennen. Jndeß ist, was er über ihn zu sagen weiß, unbedeutend. Hingegen schildert er den charaktervollen Publicisten Jacob Kaufmann, dem auch wir nach seinem Tode in dieser Zeitung ein ehrendes Gedächtniß errichtet haben, mit wahrer Liebe. Er sagt: „In Brüffel endlich wußte ich nur einen Freund: Jacob Kaufmann, ein Name, der unvergessen sein soll, wenn man von deutschen Schriftstellern spricht, die aus Böhmen hervorgegangen, lebte hier. Er ertheilte Unterricht in der englischen Sprache an einer Brüffeler Privatschule. Er war ein Mensch, kommen eines Programms von schöner Abwechselung, das! der immer unendlich größer als seine Stellung, sein Name, gute Ensemble und die tadellose Aufführung überwachte, weni-! seine Anerkennug war. Aus engen Verhältnissen hervorgeger ein executirender Künstler; selten griff er selbst zur Geige.! gangen, von Gitfchin gebürtig, hatte er es unter dem Alp- Seine Artikel schrieb er mit großer Sorgfalt, und sie waren; druck der Metternich'schen Zeit daheim nicht aushalten können so elegant wie seine Erscheinung. Er redigirte eigentlich auf und war nach Leipzig gezogen, das ja eine Zeit lang das Reisen, bald von da, bald von dort aus und wohnte auch « Coblenz der österreichischen Emigration war. Er hatte viel jetzt im Hotel de Baviere, wo der König aller Wirthe, der! schöne Gedichte geschrieben, die er jedoch schämig verbarg und treffliche Redslob, waltete. Kuranda's Auge wachte über jeder; nur in guter Stunde seinen vertrautesten Freunden zeigte. Nummer mit zärtlicher Sorgfalt, und er sprach am liebsten j Zu einem Buche brachte er es vorerst nicht, nicht einmal zu davon, was das letzte Heft enthalten habe oder das nächste - einem Büchlein; dazu war sein Geist zu aphoristisch, zu epibringen werde. Er war mit ganzer Seele bei der Sache.! grammatisch; er wollte alles so kurz als möglich sagen. Aber Man konnte es ihm auf dreißig Schritte ansehen, wenn wiej in seiner Filigran-Arbeit, in kleinen Bildern, kleinen Satiren der einmal eine Feder ersten Ranges ihm ein Manuskript > literarischer und politischer Gattung, geistreich und graziös eingesandt. Dann trug er sein Haupt mit besonderem Schwünge,! gefaßt, war er ein Meister. — Der jüdische Stamm, so eifrig die Hand führte noch kecker als sonst, das zierliche Stückchen,; auf Erwerb bedacht, hat andererseits auch Naturen aufzudie Augen strahlten von siegreichem Feuer. Er hatte damals etwas von einem kleinen proven^alischem Troubadour, und das war er auch in der That. Auf seinem Zimmer, ganz weisen, welche den Erwerb ganz verschmähen und fast selbstlos scheinen. So war gewiß Baruch Spinoza, so Moses Mendelssohn, so war auch Jacob Kaufmann. Hatte er sein allein. Pflegte er die Guitarre zu spielen, er besaß auch eine I warmes Stübchen, Feder und Papier, so wußte er, ein angenehme Tenorstimme. — In Dresden lernte Meißner auch ' Stoiker edelster Art, seine bescheidenen Bedürfniffe zu decken

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