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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-12-02 · Heft 49 (2.12.1884) · p. Seite 784

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 49 (2.12.1884)
Date
1884-12-02
Page
Seite 784 (sequence 12)
Language
German
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784 in der Schule; eine jede wird von einem Meister geleitet, welcher in der Anstalt wohnt. Man lehrt dort das Schneider-, Schuster-, Drechsler-, Schmiede-, Schreiner-, und feine Tischler-Handwerk. In Anbetracht des Elends der Bevölkerung zu Jerusalem, mußte man wenigstens vorübergehend einen Theil der Schüler und Lehrlinge beherbergen und ernähren; man wird! immer selbst den Externen die Mittagsmahlzeit und die Kleivorträge thätig. Außer medicinischen Borträgen, die er in leicht faßlicher Form auch jedem Laienpublikum verständlich zu machen wußte, hielt er mit besonderer Vorliebe auch solche über deutsche Literatur und seine großen Vortrags-Cyclen über „Lessing", über die „Brüder Humboldt" u. A., die er hier in verschiedenen Vereinen veranstaltete, sind einem großen Theil des Berliner Publikums zugänglich geworden. Dr. Sckeye war auch sckrriftstellerisch thätig und hat manche herdung liefern müssen. In Folge dessen sind die Kosten sehrj vorragende Zeitschrift durch Beiträge bereichert. Im vorigen groß und belaufen sich auf 40 bis 500O0 Fcs. jährlich, wo- Jahre erschien auck in der Sonntagsbeilage der „Vossischen von das Comit6 Montagu zu London, die Anglo-Jewishi Zeitung" einer seiner medicinischen Vorträge. Der Verstorbene, Association, die Herren Gebrüder Rothschild in Paris, Herr j der eine Wittwe und zwei Kinder in jugendlichstem Alter Baron Hirsch, welcher dem Lehrlingswerk der Anstalt jährlich j zurückläßt, hat nur ein Alter von sechszig Jahren erreicht. 6000 Fcs. widmet, den größten Theil decken. Die Schüler werden in 4 Classen getheilt, im Rechnen, Grammatik, Geographie und Rechnen unterrichtet. Außer dem Arabischen wird selbstverständlich vorzugsweise das Hebräische berücksichtigt und in den obersten Classen auch Talmud, wie die Tractate Aboda Sara, Baba Kama, Maccot und Schabuot. In den Handwerken machen die Schüler große Fortschritte und haben viel Freude an ihrer Beschäftigung. Die Lehrlinge machen schon Seine Beerdigung findet auf dem neuen jüdischen Friedhof in Weißensee statt." — Aus Hamburg wird uns geschrieben: Eine der bekanntesten Frauen unserer Stadt, Frau Johanna Goldschmidt, ist vor einigen Wochen im Alter von 78 Jahren gestorben. Sie war Gründerin und Präsidentin des hiesigen Fröbel-Vereins und seit vierzig Jahren auch literarisch thätig. Ihre 1847 anonym erschienene Schrift: „Rebekka und Amalia. Briefwechsel zwischen einer Israelitin sehr verwendbare Gegenstände und hat vor Kurzem in Paris : und einer Adeligen über Zeit und Lebensfragen" wurde eine eine kleine Ausstellung von durch die Zöglinge gefertigten! Zeit lang gern gelesen. Ihre Biographie findet sich in Arbeiten stattgefunden. Wichtig ist es nun, daß die Rabbiner! Kayserling's „Die jüdischen Frauen." — Aus Pest wird uns Jerusalems der Schule ihre Zustimmung geben und der! mitgetheilt: Den 16. d. M. starb hier Graf Leo Feste- Oberrabbiner Panigal sie besucht und Herrn Nissim vor allen! tics, der sich durch musikalische Begabung und Toleranz Anwesenden umarmt hat. Es ist dies für die Zukunft der 1 auszeichnete. In den vierziger Jahren componirte er für jüdischen Bevölkerung Jerusalems von so großer Wichtigkeit,! den hiesigen Cultustempel, der sich damals im Orczy'schen daß die obige ausführlichere Schilderung ihren Platz voll Hause befand, einige jüdische gottesdienstliche Gesänge, welche verdient.! von dem damaligen Cantor Denhof mit Chorbegleitung vor-! getragen wurden. Bonn, 23. November. (Notizen.) In einer Stadt von — Man schreibt aus Kopenhagen: Kürzlich verstarb hier Moritz Gerson Melchior, ein dänischer Patriot, ein mehr als einer Million Einwohner, wieBerlin, häufen sich auch in Israelit. Es war mehrere Jahre hindurch Mitglied des wohlthätiger und gemeinnütziger Richtung dieBedürsnisse in einem Maße, von den man an anderen Plätzen kaum eine Ahnung! hat. Ta erweist es sich dann aber auch, daß es an hoch-! herzigen Männern und Frauen nicht fehlt, welche alle ihre Kräfte für edle Zwecke und wohlthätige Handlungen aufbieten. Ein solcher Mann und Glaubensgenosse ist in diesen dänischen Parlaments und Mitglied des Synagogenraths; er war Besitzer von großen Zuckerplantagen in St. Croix und einer dänischen westindischen Schiffahrtslinie, welche vor hundert Jahren von seiner Familie errichtet worden. Er machte sich sehr verdient, indem er die Lage der Arbeiter sehr verbesserte. Auch war er Mitglied des Verwaltungsrathes der Tagen heimgegangen. Hiesige Blätter melden darüber Folgroßen nordischen Telegraphen-Gesellschaft. Der König von gendes: „Mit dem am Sonntag Abend hier verstorbenen Dänemark verlieh ihm den Dannebrag-Orden und wurde er Or. oreä. I. Scheye ist ein in den weitesten Kreisen unserer' auch mit dem schwedischen Verdienstkreuz vekorirt. Er war Stadt bekannter und beliebter Arzt aus dem Leben geschieden. Mit einer ausgedehnten Praxis verband der Heimgegangene eine rege Bereinsthätigkeit. Einer großen Zahl von Kranken- und Unterstützungsvereinen gehörte er als Vereinsarzt, vielen andern wissenschaftlichen Verbindungen, Wohlthätigkeits- und geselligen Vereinen als Mitglied oder Ehrenmitglied an. Besonders aber war der Verstorbene auf dem Gebiete der Bereinsein warmer Beschützer der Wissenschaft und Kunst. Hans Christian Anderson besuchte ihn oft auf längere Zeit auf seinem Landsitz, wo er auch starb. Er war 68 Jahre alt und wurde mit großem Pompe beerdigt. Der König, der Stadtrath von Kopenhagen, die Präsidenten der beiden Parlamentshäuser, der oberste Richter, die verschiedenen Vereine der Künste, Wissenschaft und des Handels, die jüdischen

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