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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-12-02 · Heft 49 (2.12.1884) · p. Seite 779

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 49 (2.12.1884)
Date
1884-12-02
Page
Seite 779 (sequence 7)
Language
German
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Opfer zu bringen, dann haben sich die Juden — im Gegen-1 lohnt und Hab und Gut, Blut und Leben für das Batersatze zu den diebischen Oligarchen des Mittelalters — ohne i land und feine Freiheit opfern? Wenn wir die (nämlich die Zaudern von ihrem theuersten Andenken getrennt und eilten Nationalitäten), in unsere Arme schließen, die bisher die herbei mit ihren heiligen Gold- und Silbergefäßen und Gewildesten Verbündeten unseres Todfeindes gewesen, welche schmeiden, welche die Zierden ihrer Tempel bildeten. Wes- Verpflichtungen haben wir dann gegen Jene zu erfüllen, die halb? Nun, wegen ihrer Vaterlandsliebe, auf die man uicht von diesem Feind nicht nur gleich uns, sondern noch mehr bauen kann; wegen derselben Vaterlandsliebe, wegen welcher als wir verfolgt und bedrückt werden?" zahlreiche jüdische patriotische Seelsorger Monate hindurch „Wahr, wahr! Es leben die israelitischen Patrioten, in dumpfe Kerkerluft geworfen wurden — und zwar durch unsere wackeren Brüder!" erscholl es aus hundert Kehlen, die siegende Regierung. nachdem der Redner sich noch in einigen kurzen, aber kräftigen Diese Vaterlandsliebe manifestirte sick auch darin, daß. Sätzen über den Patriotismus der Juden ausgesprochen und im Jahre 1848, während blos der geringste Theil der Aristo-! mit besonderem Nachdruck hervorgehoben hatte, wie sie in kratie auf dem Schlachtfelde zu finden war, der mit Koth den raizischen Gegenden dieschinählichftenBedrückungen , beworfene Jude vielleicht sich auch bemühte, sich der Last ja sogar blutige Metzeleien lieber erduldet, als der Militärpflicht zu entziehen? Bei Weitem nicht! daß sie mit den Feinden des Magyarenthums ge- Eduard Horn, unser Staatssekretär trefflichen An gemeiuschastliche Sache gemacht hätten, denkens, der im Jahre 1851 der Rabbi der Pester israe- „Das Vaterland hat an seine jüdischen Söhne eine litischen Reformgemeinde und seinerzeit jüdischer Feldseelgroße Schuld abzutragen: eine Schuld, so ungeheuer, daß es sie selbst in Jahrzehnten und durch die glänzendsten Auszeichnungen kaum ganz tilgen könnte. Die würdigen Heldensprößlinge der ruhmgekrönten Makkabäer werden allerdings den schätzbarsten Lohn in dem erhebenden Bewußtsein finden: ihrer Ahnen würdig, gegen Tyrannei und Gemalt gekämpft, für Recht und Freiheit geblutet zu haben. Aber das Geringste, was wir an irdischem Lohn diesem unschätzbaren Himmelslohn, hinzufügen können, ist wohl: Jenen ein Vaterland zu gönnen, die sich dasselbe mit den größten Opfern errungen, Jene als unsere vollberechtigten Brüder aufzunehmen, welche diesen Bund bereits mit ihrem Herzblut besiegelt haben, Jene als wahre Ungarn anzuerkennen, die für Ungarn völkerung des Landes auf 275—800000.! mehr denn irgend ein Volksftamm gethan und geduldet, ge- Demnach bildeten die Juden beiläufig den 30. Theil I wirkt und geopfert haben.“ (S. Einhorn s zit. Werk S. der Bevölkerung und den 9. Theil der Armee, d. h. ihr 1127 ff.) Kontingent war daher verhältnißmäßig 3'z Mal stärker, als^ Wie sehr den Juden der Sinn für Edleres, Geistiges das der christlichen Einwohnerschaft des Landes! > und Erhabenes einwohnt, erhellt auch aus dem Umstande, daß In welchem Maße man der Vaterlandsliebe der Juden! die jüngstens publizirte Namensliste der Spender für das vertrauen kann, dies beweisen die Worte unseres gewesenen > Aranymonument 32 Perzent der Spender als Solche auf- Ministerpräsidenten Bartholomäus Szemere, der gelegentlich I weist, die Juden find." der Einbringung des Gesetzentwurfes betreffend die Gleich-! Hieraus ist wohl der gewünschte Beweis vollständig geberechtigung der Juden diesbezüglich Folgendes sagte:! lungen. Hoffen wir, daß auch durch diese Broschüre der ein- „Was schulden wir Jenen, die unsere Kälte mit glühen-! gebrachte Gesetzentwurf an Chancen gewonnen hat, und seinen der Liebe, unsere Härte mit grenzenloser Aufopferung be- \ Weg bis zur gesetzlichen Gültigkeit siegreich zurücklegt. sorger der ungarischen Armee war, hat noch als „I. Einhorn" in Leipzig im Jahre 1851 ein Werk, betitelt: „Die Revolution und die Juden in Ungarn" herausgegeben, auf deffen 1l5. Seite derselbe den Nachweis erbringt, daß im Jahre i848 nach der allergeringsten Schätzung von den Juden mindestens 20 000 für die Unabhängigkeit Ungarns kämpften. Die Gesammtzahl der Armee war im Frühling 1849, also in ihrer höchsten Blüthezeit, nicht über 175—180 000 Mann gestiegen. Die Gesammtbevölkerung jener Theile des Landes, die sich in Händen der ungarischen Regierung befanden, und aus denen sich die Armee rekrutiren konnte, belief sich auf höchstens 10 000 000, die jüdische politische Be %c\K\AAA,<fy'yvv<xc Kcw | richte über die außerordentliche Theilnahme, welche aller- Deutfchlanr. orten die Feier der Vollendung des 100. Lebensjahres Sir Bonn, 23. November. lPrivatmitth.) Wir erhalten Moses Montef ior e's erweckte, über die gottesdienstliche Feier, aus allen Theilen Rußlands, aus Petersburg, Moskau,! die Adreffen und Telegramme, auch einige wohlthätige Stis- Odeffa und zahlreichen kleineren Städten ausführliche Bej tungen mit seinem Namen. Ebenso empfingen wir eine

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