Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1884)
- Date
- 1884-11-11
- Page
- Seite 729 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227501-3227548--42159-3310696- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
729 . X{ ... v . , f i Antisemiten nach, (ob diese sie wohl verstanden haben?) daß die dem Unganschtn Ävgeoronetenhause.! von ihnen verfolgte Richtung mit dem Liberalismus in Wider- IVspruch stehe und direkt zur Reaktion führe." (Das wird den Das ungarische Abgeordnetenhaus ist einzig in seiner Antisemiten wenig Kummer machen!) Aus ihn folgte Iwan Art. Denn es giebt in der That außer ihm kein Parlament, Simonyi, der „immer eine und dieselbe Rede hält, was für in welchem eine zehntägige Adreßdebatte mit geringer Ausihn um so leichter ist, da diese Reden in der Regel von nähme nur dazu diente, den sämmtlichen Mitgliedern der > Niemandem angehört werden, ein Dutzend Abgeordneter auskleinen antisemitischen Fraktion Gelegenheit zu geben, die lei-! genommen, welche die Zugluft in den Corridors nicht verdenschaftlichsten und verleumderischesten Reden gegen die Juden! tragen können." — Am folgenden Tage kam endlich Prof, zu halten. Während jede Partei des Hauses einen Haupt-?!endtwich, der Antisemit, der sich auch schon in kleinen redner stellte, traten etwa zwölf Redner der nur 17 Mit-! deutschen Provinzialblättchen hat vernehmen lassen, zum Wort glieder zählenden Antiscmitenfraktion auf und hielten stun-! und konnte seine einstudirte Rede unter Ach und Weh herdenlange Reden. Diese Redclust und Hörergeduld ist in sagen. Ter „P. Ll." sagt: solchem unbeschränkten Maße nur dem ungarischen Abgeord- ^kun. es war ein sehr mäßiges Bergungen, den alten netenhause eigen und daran» ist e» erklärlich, daß die Gesetz- Mann seinen in einem nicht ganz klassischen Ungarisch abgegebung nicht vorwärts kommt und Alles beim Alten bleibt,; fß-tcn Speech radebrechen zu hören. Aus Mitleid mit dem obschon sich auf allen Gebieten des staatlichen und gesell- ^chte man nur dann, wenn sein Ungarisch gar zu pyraschaftlichen Lebens die schwersten Mißstände längst herausge-; mibat „ang. Ter Tenor seiner Ausführungen lag in dem stellt haben. Wir können es aber auch nicht für unsre Ausversuchten Nachweise, daß die Juden zu allen Zeiten und gäbe halten, über diese bedauerlichen, aber auch ans Lächerliche allen Lottern gehaßt waren. Recht komisch war es, als grenzenden Borgänge ausführliche Berichte zu geben und fügen cr ^klärte, sich der Ansicht der „Herren" Taeirus, Kant und daher den vorangegangencn Referaten unsres gcsch. Corresp. ^e anzuschließen, die die Juden ebenfalls nicht ausstehen nur einen kurzen Ueberblick des Weiteren hinzu. Die Frage Lunten " wird sich unseren Lesern aufdrängen: wie ist aber doch den Antisemiten geantwortet worden? Im Grunde genommen! traurige Kehrseite diese» harmlosen Geplauder» garnicht. Einzelne Redner der anderen Parteien haben meist ^var, daß e» dem Abgeordnctenhause fast zwei stunden seiner sehr oberflächlich das Thema berührt, und sich darauf beschränkt kostbaren Zeit raubte und den Abgeordneten selbst den Auf. ihre Mißbilligung über diese Debatte auszusprechen und nur! outhalt in dem Saale gründlichst verleidete. Es war rührend zu betonen, daß, wenn man die Juden auf einzelne Gewerbe! 5" fcljeit, wie gegen l-5,4 Uhr ein Landc»vater nach dem beschränken wollte, dies die nachtheiligste Wirkung auf die l^ern. in den ^saal geschlichen kam und verzwcislung»voll volkswirthschaftlichen Zustände haben würde. Es wurde also!^ Hände zusammenschlagend in den bald stereotyp geworhöchstens die Schädlichkeit und Erfolglosigkeit der antisemitij *^cuen ^UT ausbrach: «Mein Gott, der spricht noch immer', schen Wühlereien betont; sonst ließ man die schwer Ange- ^p^achv und schlich sich wieder zu^ ^.hür hinaus, griffenen, die aufs Bitterste Gekränkten unvertheidigt, Ber- Am achten Tage der Adreßdebatte hielt auch der beleumdungen und Lügen unbeantwortet, so daß der Ein-! rufene Gezah Onody seine Rede, die nichts weiter als ein druck, den diese Debatten hinterlassen, nur ein betrübender weitläufiger Auszug aus den Jstvczy'fchen Artikeln war, und ist, betrübend nicht sowohl vom jüdischen, als vom humanen ihm folgte Karl Szalay, der in dem Nyiregyhazaer Prozeß und sozialen Standpunkte, wo man die Gerechtigkeit,, als Bcrtrcter der „Privalklägerin" eine in jeder Beziehung ja nur die Billigkeit in solcher Weise verletzt und vcr-! klägliche Figur gespielt hat. „Man war auf allen Seiten höhnt sieht. Früher dachte man sich ein Parlament als die froh, als das tolle Zeug schließlich zu Ende war." Tiefen Stätte politischer Weisheit, sittlichen Ernstes, besonnener Ertrat Otto Hermann als Redner der Unabhängigkeitspartei örterungen, gegenseitiger Achtung, mit welcher zwar heftige entgegen und zwar mit großer Leidenschaftlichkeit. Er warf Debatten über die verschiedenen Ansichten von der Wohlfahrt den Antisemiten, die doch die Juden stets des Mangels an des Staates und der Gesellschaft stattsinden können, alle Moralität zeihen, die offenkundigste Jmmoralität vor und Parteien aber sich einigen in der Aufrechterhaltung des führte zum Beweise Borgänge bei den Wahlen an, worüber Rechts und der Ordnung. Die neueste Zeit hat diese Bordie Antisemiten um so mehr in Wuth gcricthen, als sie diestellung vielfach getrübt und herabgestimmt und hierzu haben selben nicht ableugnen konnten. Er bleibt bei seinem Berdie Adreßdebatten des ungarischen Hauses ihren Theil aberlangen, mit welchem er doch im vorigen Jahre Fiasco gemacht, mals bcigetragen. Der ehemalige Justizminister Balthasar das; die Juden formulirte Glaubenssätze aufstcllen müßten, Horvat wies in seiner großen Rede „mit feiner Ironie den natürlich so wie sie ihm gefielen. Dann sagt er, daß er