Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 46 (11.11.1884)
- Date
- 1884-11-11
- Page
- Seite 728 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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728 betischc Psalm, theils Peeistheils Lehrgedicht, nicht über j Weltregierer. Psalm 92 mit seinem Anhang 93 schließt das Gewöhnliche hinaus und verläuft, wenn sich auch einige j unsere Gruppe. Die Ueberschrift bestimmt ihn als ein Lied kräftige Bilder und Ausdrücke in ihm finden, ohne zu er-: für den Sabbath. Eine direkte Anspielung auf den Sabwärmen. Aus ein ganz anderes Feld werden wir mit dem!bath findet sich in ihm nicht; man kann eben nur den allnächsten, dem 90. Psalm versetzt. Es ist der, Moses selbst | gemeinen Gedanken dafür in Anspruch nehmen, daß er in zugeschriebene Sang, von welchem selbst Kritiker wie Ewald! seiner Betrachtung einen Standpunkt der vollendeten That- und De Wette, seine Aehnlichkeit mit dem Charakter und derisachen vorausfetzt, ein gewifies Ende, einen Abschnitt der Redeweise Moses anerkennen. Ernst und Tiefe der Betrachtung,! Ereignifie, von wo aus sie zu beurtheilen sind und die Thaten die dennoch völlig klar und einfach ist und sich nicht einmal in Gottes gerechtfertigt erscheinen. — Wir fügen dem gleich an, das Haldunkel von Bildern kleidet; dieselbe Anschauung von! daß wir auch Musaivarbeiten aus Psalmstücken und Psalmder Kehrseite des menschlichen Lebens, ohne daß diese die Tüchtigkeit des menschlichen Wirkens schwäche; dieselbe dogmatische Auffassung, ohne sich damit vom Leben zu trennen, charaktcrisiren dieses erhabene Gedicht. Die Vergänglichkeit des Menschen gegenüber der Ewigkeit Gottes und die Sündhaftigkeit des Menschen, sich darstellend in dem durch sie erregten Zorne Gottes, finden ihre Lösung in der Besonnenheit des Menschen und in der Begnadigung von Seiten Gottes, sich darstellend in freundlicherem Geschicke und in dem Gedeihen unsrer Werke unter dem fördernden Schutze Gottes. Wenn wir für die Wahl dieses Psalms einen Anhalt in B. 12 finden: „Zu zählen unsre Tage also lehre uns ff.", so können wir wohl auch darauf Hinweisen, daß der mosaische Gedanke des Sabbaths, d. i. die Loslösung des Geistes aus dem materiellen Leben, in der Tiefe mit dem Gedankeninhalt dieses Psalms innig verwandt ist. — Beversen an dieser Stelle haben, so: *rb nach “dns? entlehnt aus 1 Chron. 16, 8 ff. und vermehrt; w vor '~k\v. — Es war ferner ein glücklicher Gedanke, am Sabbath- Nachmittage dem Gebete noch eine andächtige Betrachtung hinzuzufügen, bestehend während des Sommers in den Pirke Aboth, dieser Sammlung trefflicher religiös-sittlicher Sentenzen, die dadurch dem Volke geläufig wurden, während des Winters im 104. Ps. und den Wallfahrtsliedern (rv&yc“ -,x*) 120—134. Der Raum gestattet uns nicht, in die Einzelheiten dieser Psalmreihe einzugehen, die einst aus dem Munde unsrer Väter bei den Festzügen nach Jerusalem erschallten. Der Ps. 104, der Schöpfungspsalm, ist anerkannt als eine ebenso eigenthümliche wie großartige Psalmdichtung.*) Er spricht aus: 1) die Freude an der Natur überhaupt, 2) die Aufsaffung der Natur als einer unendlichen Einheit, in welcher Alles als Glieder des Ganzen in einander gereiht kanntlich war es altjüdische Meinung, daß, wenn auf einen! ist, eines dem anderen zu Mitteln des Daseins dient, 3) die mit dem Namen eines Verfaffers versehenen Psalm ein l völlige Abhängigkeit der Natur vom einigen Gotte, so daß oder mehrere anonyme Psalmen folgen, diese ebenfalls von j alles Sein seinen Grund nur in Gott, jedes einzelne Sein dem genannten Verfasser herrühren. Deshalb ist wohl auch > seinen Bestand nur im Willen Gottes hat. Es sind dies der 91. Psalm als ebenfalls von Moses herrührend ange^ die höchsten Ideen, die der positiven Religion erfließen. — reiht. Allein dieser Annahme entspricht Nichts in dem j Endlich ist zu erwähnen, daß das Abendgebet am Sabbath- Psalm, der mit großer Wärme, jedoch nicht ohne einen Anausgang eingeleitet worden durch Ps. 144 und 67. Beide slug geistigen Hochmuths, das Gottvertrauen und den göttlichen! Psalmen sind mit richtigem Takt gewählt. Es gilt den Schutz für den Gottvertrauenden feiert. — Nach so ernsten Uebergang aus der Sabbathruhe in die Thätigkeit und den Betrachtungen war es Zeit, auch zu Lobliedern zu greifen, I Kamps des Lebens. Dafür schlägt der Ps. 144 tiefgefühlte wie sie dem Tage angemessen waren. Man wählte Ps. 135 Töne an. Schon V. 1 erinnert an den Kampf; dann wird und 136, beide aus einer späten nachexilischen Zeit, beide der Schwäche und Hinfälligkeit des Menschen gedacht, der nach demselben Gedanken geformt: nach der Aufforderung Feinde, der „Fremden", die Gewalt und Trug üben, des zum Loblied, den Preis Gottes als Schöpfer und dann als * alleinigen Schutzes in Gott, des zuversichtlichen Segens, den Weltregierer, wie er sich in den Geschicken Israels in Egypten Gott der aufwachsenden Jugend und dem materiellen Gute und in der Wüste kund gcthan. Der zweite hat die Origi-! gewähren werde. So spricht auch Ps. 67 die Bitte um und nalität, das; jeder zweite Halbvers in demselben Refrain bedie Hoffnung aus Segen aus. — steht, während der erste zusammengestellt ist aus anderen So ist uns der ganze Aufbau unsres tradirten Gebet- Psalmverscn und Thorahstellen. Nicht minder trägt den cultus klar, durchsichtig, in seiner Einfachheit wie in seiner liturgischen Charakter der angereihte 33. Psalm, welcher wohl Mannigfaltigkeit. gewählt worden als Einleitung zu dem folgenden 92. Psalm,! — - - , .jvec V co- I) Bergl. unsere „Mustercrklärung" dieses Psalms in unsrem m;t welchem er die Aussorderung aus Lerer, Zrther und zehn-, Predigtu. Schnl-Magazin", erste Ausl. Bd. II. S. 337 ff. saitiger Harfe ein Loblied anzustimmen gemein hat. Gott, erscheint hier als vollkommener und allmächtiger Schöpfer und >