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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-10-28 · Heft 44 (28.10.1884) · p. Seite 705

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 44 (28.10.1884)
Date
1884-10-28
Page
Seite 705 (sequence 13)
Language
German
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705 licher Weise begangen. Nachdem an beiden Tagen der Obercantor Rosenhaupt einen eigens zu diesem Zwecke componirten Tcs? 'D für die Gefeierten erhebend vorgetragen, folgte die Festrede des Rabbiners Dr. Ziemlich, worin die großen Verdienste hervorgehoben wurden, die beide Männer sich um das Judenthum erworben. Es war ersichtlich, daß sich unsere ganze Gemeinde von diesem den beiden Männern gezollten Tribut der Liebe und Verehrung angenehm berührt fühlte. - - Aus Karlsbad wird geschrieben: Während der diesjährigen Kursaison wurden im hiefigen israelitischen Spital 133 Personen ausgenommen. — Man schreibt uns aus Baltimore (Nordamerika) vom 29. September: Gestern feierte Dr. H. Hochheimer sein 25 jähriges Amtsjubiläum als Rabbiner der Synagoge an der Edenstraße. Der Jubilar, welcher, nachdem er 1845 die Universität München verlassen hatte, nach Jchenhausen. einer jüdischen Gemeinde im bayerischen Schwaben, als Prediger berufen wurde, aber wegen Betheiligung an der politischen Bewegung im Jahre 1848 und 1849 sein Vaterland verlassen mußte, fand bei seiner Ankunft in New-Bork einen Ruf an die hiesige Gemeinde an der Lloyd-Straße, bei welcher er zehn Jahre, vom 1. Octbr. 1849 bis zum 1. Octbr. 1859, fungirte. Im letzteren Jahre löste er seine Verbindung mit jener und übernahm die Rabbinerstelle an seiner gegenwärtigen Gemeinde. Dr. Hochheimer hat sowohl durch sein treues Wirken und Streben, wie durch sein liebenswürdiges Benehmen und seine Begabung als Kanzelredner, viel zur Hebung und Vergrößerung beider Gemeinden beigetragen. Die allgemeine Achtung seiner Bekannten und die ungetheilte Verehrung der Mitglieder seiner Gemeinde begleiten ihn. Zur Feier des Jubiläums war die Synagoge festlich mit Blumen geschmückt. Die Rabbiner Dr. Szold, Kantor Kaiser, sowie die HH. I. Strauß, N. Schloß und andere bekannte Israeliten wohnten dem Feste bei. Herr Dr. Szold hielt die Festrede. Er betonte die Freundschaft, die stets zwischen dem Jubilar und ihm geherrscht, und welche ihrem gleichen Streben, Veredlung der mosaischen Lehre und Unterweisung ihrer Gemeindemitglieder auf dem richtigen Wege, entsprungen sei und beiden Gemeinden zum Heile gereicht habe. Dr. Hochheimer habe durch unermüdlichen Eifer ungemein zur Vergrößerung seiner Gemeinde beigetragen; seine Auslegung der Gesetze und Lehren des Judaismus wisse er klar und deutlich, wie selten Jemand, und mit so überzeugender Macht auseinanderzusetzen, daß deren Wahrheit Jeder einsehen müffe. Hierauf ergriff der Jubilar selbst das Wort über 5. M. 1, 1—8 und machte ' einen tiefen Eindruck auf alle seine Zuhörer. — Man schreibt ' uns aus Memel: Am 14. November a. c. feiert Herr 1 Rabbiner und Prediger Dr. R ü l f von hier sein fünfund- ' zwanzigjähriges Amtsjubiläum. Aeuillelorr. Ueber £. £ötners Geburtstag. Bon EliaS Ullmaun. Im Feuilleton von Nr. 23. gaben wir einen Artikel der „Voss. Ztg." wieder zur Erinnerung an „Ludwig Börne's hundertjährigen Geburtstag", der auf den 22. Mai 1884 falle. Herr Elias Ullmann in Frankfurt a. M. theilte uns nun mit, daß dieses Datum durchaus irrig sei, und daß er im 3. Bande seiner Mitthcilungen des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde zu Frankfurt S. 288 ff. schon im Jahre 1868 über den richtigen Geburtstag Börne's einen Bericht gegeben, den wir hiermit reproduciren. Wie die „Boss. Ztg." dazu kam, statt 1886 schon 1884 und ebenso an einem unrichtigen Tage ein hundertjähriges Geburtsfest Börne's feiern zu wollen, wiffen wir nicht. Herr U. schreibt: Gutzkow äußerte sich in seinem Buche: Das Leben Börne's S. 19, wie folgt: Ludwig Börne wurde als Löb Baruch am 22. Mai 1786 zu Frankfurt a. M. von jüdischen Eltern geboren. Die Inschrift auf der Marmortafel an dem Geburtshause Ludwig Börne's, Nr. 118 in der Judengaffe, lautet: „In diesem Hause wurde Ludwig Börne am 22. Mai 1786 geboren." Dieses sind nun freilich Angaben, deren Richtigkeit man eigentlich nicht in Zweifel ziehen sollte, wenn man nicht bessere Beweise zu bringen im Stande ist. — Es darf vorausgesetzt werden, daß Gutzkow, bevor er das Datum vom 22. Mai 1786 niedergeschrieben hatte und drucken ließ, sich doch vorher genügend erkundigt haben mochte; dasselbe läßt sich auch von denjenigen voraussetzen, welche seinerzeit die Gedenktafel am Börne'schen Geburtshause fertigten. Demungeachtet muß ich die Richtigkeit des 22. Mai bestreiten und dafür den 6. Mai als den Börne'schen Geburtstag angeben. Mein Gewährsmann ist ein äußerst glaubwürdiger, ja der einzige, welcher, nachdem authentische Nachweise über Börne's Geburtstag nicht vorhanden sind, in dieser Angelegenheit Glauben verdient. Bevor ich dies hier ausgesprochen habe, habe ich zunächst Alles geprüft, was sich hierüber in dem Archiv der israelitischen Gemeindeverwaltung findet, und bin hiernach im Stande, das Folgende mitzutheilen: Die einzigen Urkunden über die Geburten hiesiger Jsrae-

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