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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-10-28 · Heft 44 (28.10.1884) · p. Seite 704

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 44 (28.10.1884)
Date
1884-10-28
Page
Seite 704 (sequence 12)
Language
German
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704 (Eine freche Lüge! Rcdakt,) der deutschen Sozialdemokratie/ . die durch jüdisches Geld und durch jüdischen Geist belebt Arcmkrellch. werde und endlich des internationalen Anarchismus, dem sich Algier, im September. Was die israelitischen Consistodie Juden jetzt in die Arme werfen. ricn in Frankreich nur selten beobachten, dazu hat rühmlicher Pest, 14. Oktober. (Privatmitth.) Die k. Kurie ver- Weise das Cvnsistorium von Algier die Initiative ergriffen handelte gestern die Affaire der antisemitischen Unruhen im und ein Rechenschaftsbericht über das Jahr 1882 bis 1883 Oedenburger Komitate und zwar in der Ortschaft Nyir, wo ausgegeben. Hoffentlich wird es diese Neuerung auch für Ende Oktober 1882 die Geschäftslokale der jüdischen Kaufleute die Zukunft beibehalten und den diesseitigen Consistorien ein erbrochen, die Fenster eingeworfen und Petarden in die gutes Vorbild geben. Wir heben nur einige Punkte hervor. Wohnungen der jüdischen Einwohner geschleudert wurden; auch hatte einer der Excedenten die Gattin des Moritz Steiner Drei Vcrwaltungszweige hängen von dem Consistorium ab: Ter Kultus, die Wohlthätigkeit und der Religionsunterricht. während ihrer Flucht niedergeschossen. Ter k. Gerichtshof Tie Commission für den ersteren besteht aus 16 Mitgliedern in Raab verurtheilte den Mörder der Frau Steiner zu > unter dem Vorsitz des Groß-Rabbinen und mit zwei Mit- 6 Jahren, die übrigen Angeklagten zu 31 _> und 3 Jahren! gliedern des Consistoriums; sie verwaltet fünf Synagogen. Zuchthaus, zu 2 Jahren, 8 und 6 Monaten Kerker. Tie! Mit (1883) fres. 17 802 Einnahmen und frcs. 14 466 Ausk. Kurie erhöhte die Strafe des Hauptverbrecher von 6 auf; gaben. Auch hier wird die Feier der Trauungen in der 12 Jahre, die eines andern als Anstifter von 8 Monaten ' Synagoge zur allgemeinen Regel und eine wichtige Einnahmeauf 10 Jahre, und ein dritter, der in erster Instanz freige-! quelle. Zu den Funktionen des aus 22 Mitgliedern besprochen war, wurde zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. j stehenden Wohlthätigkeits-ComiG gehört auch der Beerdigungs- Auch in der Angelegenheit der Szcnt-Gyögyer judeuseind- 'dienst. Tie Einnahmen beliefen sich 1883 auf frcs. 129131 lichen Krawalle, welche gestern vor die k. Kurie gelangte,! und die Ausgaben auf frcs. 126 958. Die wöchentliche Berwurde das Strafausmaß sämmtlichcr Angeklagten erhöht. chheilung von Almosen betrug cr. frcs. 70000. Die Jefchiba Vor dem Schwurgerichte in Brünn fand gestern eine; ist bestimmt, eingeborene Rabbinen und Borbetcr auszubilden. Sensationsaffaire ihren Abschluß. Ter Generalrepräsentant j Administrirt durch ein Comitv von 12 Mitgliedern, erhält der Versicherungsbank „Slavia" für Mähren, Josef Wurm,! sich ihre Kasse durch Jahresbeiträge, Spenden und verschieden Chef des in Brünn erscheinenden antisemitischen Wochen-j dene Einnahmen. Sie hatte frcs. 10413 zur Einnahme und blattes, wurde von dem Oberbuchhalter der „Slavia" beschuldigt,! frcs. 11 535 zur Ausgabe, was ein Deffzit erweist. Ein mehrere tausend Gulden Bankgelder für sich" verwendet zu! Verein für Ausstattung armer Mädchen hat 1883 41 Mädhaben. Ter Oberbuchhalter trat gestern den Wahrheitsbeweis! chen ausgestattet. Außerdem unterstützt das Consistorium auch über die obige Beschuldigung an und wurde sreigesprochen. > einen Verein „Arbeit", welcher eingeborene Knaben bei Hand- Krakau, 10. Oktober. (Privatmitth.) Wir haben be-! werkern und dgl. in die Lehre bringt. Nicht minder erstreckt reits in vor. Nr. mitgctheilt, daß Moses Ritter und seine das Consistorium seine Fürsorge auf die Schlächtereien, welche Frau von den Geschworenen für schuldig befunden und vom jährlich ca. srcs. 115 060 abwerfen, die Talmud-Thora :c. Gerichte zum Tode verurtheilt sind. Wir hatten vor, einen Das Spezialbudget des Consistoriums belief sich 1883 auf ausführlichen Bericht über die Prozeßverhandlung zu geben, frcs. 132 464 und Nebencinkünste 6 660, die Ausgaben auf aber wir unterlassen es, weil in dieser zweiten Verhandlung frcs. 128 206. Bei diesen blühenden Finanzen besaß die des Prozesses die Anklageschrift und der Staatsanwalt in ' Consistorialkasse Ende 1883 srcs. 57 239 und die Immobilien seiner Rede die Beschuldigung eines rituellen Mordes, d. h. der vorgeblich auf talmndische Satzungen zurückznführen sei, völlig haben fallen lassen, und somit der Prozeß in die Kategorie der gemeinen Verbrechen ohne ein spezielles Synagogen) waren geschätzt auf frcs. 136 700. — Rußland. Nischuy-Nowgorod. 14. Oktober. Tie kriegsgerichtliche Jnteresfe für uns gehört. Bemerkenswerth ist, daß der Verhandlung gegen 72 an den Ansschreitungen gegen die „Pester Lloyd" seinen ersten Bericht überschrieben hatte: „Tißa- Juden in Kunawino betheiligtc Personen hat heute begonnen. Eßlar in Krakau." So etwas ist sensationell. Nach der Dieselbe findet bei verschlossenen Thüren statt und wird vor- Beröffentlichung der Anklageschrift aber veränderte cr diese! aussichtlich zwei Wochen dauern. Ueberschrift in: „Prozeß Ritter." Wir müssen aber ein ganz - - ■ — ■ - — besonderes Gewicht daraus legen, da die Antiscmitenblütter Bonn, 19. October. (Notizen.) Man schreibt uns aus und Stöcker in seinen christlich sozialen Reden fortfahren zu Nürnberg: Am zweiten Tag Sukkoth wurde in unserer behaupften: es wäre hier ein ritueller Mord. Ties ist also Synagoge der 90. Geburtstag des 0r. L. Zunz und am “-er völlig unwahr. ■—,r. der 100. Geburtstag Sir Moses Montesiore's in feier-

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