Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1884)
- Date
- 1884-10-28
- Page
- Seite 701 (sequence 9)
- Language
- German
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701 Briefen des ihm „in herzlicher Liebe" zugethanen Stöcker. j jüdischen Schüler einen höheren Procentsatz der Gcsammt- Zur Evidenz geht aus ihnen hervor, das; die scheußlichen > freanenz ausmachen, sind doch der "Ansicht, daß diese Schwie- Attentäter auf unseren Kaiser, Hödel und Nobiling, Mitgliej rigleiten sich ohne Anordnung besonderer Maßregeln überder der christlich-socialen Partei gewesen. Grüneberg legt > winden lassen, und sprechen sich deshalb für die fernere Beiferner dar, wie „Stöcker von einer Schaar schiffbrüchiger! behaltung der bisherigen Bestimmungen aus. Ta ich den Existenzen, Studirender, Toctoren und zweifelhafter Größen für diese Auffassung geltend gemachten Erwägungen nur beialler Art umgeben war. Solche Leute erschienen dann bei; stimmen kann, so muß ick, Bedeuten tragen, dem Antrag des ihm und verlangten im Namen Stöckers Aufnahme in die i kvnigl. Provinzial-Schulcollcginms auf Abänderung der durch Partei. So ging es auch mit Nobiling". Er sagt schließj die Verfügung vom 6. Mai 1859 und vom 30. Januar lich aus: „Was die fraglichen Existenzen anlangt, so hat! 1*159 (Wiese I., 148.) getroffenen Anordnungen Folge .zu sich die Partei bis heute nicht gebessert. Denn ich glaube > geben; vielmehr muß ich annehmen, daß der geregelte Gang behaupten zu dürfen, daß General Booth in seiner Heils-hinreichend gesichert bleibt, wenn einerseits die angezogenen armee nicht solch Gesindel mit sich führt, wie es sich um die! Bestimmungen über Dispensation vom Besuch des Unterrichts christlich-sociale Fahne des Hospredigers Stöcker drängt." — I oder vom Schreiben am Sonnabend vorschriftsmäßig gchand- Man kann sich vorstellen, welchen Eindruck diese Entj habt und bei der Einholung derselben die Eltern von den Hüllungen hierorts hervorgeruscn haben. Konnte doch selbst Tirectoren ausdrücklich darauf hingewieseu werden, daß die Stöcker in seiner letzten Wahlrede nur einige allgemeine J Schule keine Verantwortung für die ans derartigen Tispcn- Phrasen gegen sie loslassen, ohne in die faetischeu Behaup-; sationen bei den bannenden Schülern entstehenden Folgen tungen seines früheren Anhängers einzugehen. In dieser! übernimmt, und wenn andererseits alle über das gestattete Wahlrede zeigte sich Stöcker überhaupt etwas kleinlaut und! Maß hinausgehenden Forderungen der Eltern zurückgewresen suchte seine Verlegenheiten nur durch erneutes Schimpfen auf - werden. In letzterer Beziehung sehe ick, mich veranlaßt, insdie Juden zn decken. Doch auch diese Schmähungen wollen; besondere darauf hin-nweisen, daß für die Anfertigung der nicht mehr in der alten Kraft gelingen, wenigstens bleiben schriftlichen Arbeiten in der Reifeprüfung seireus der jüdisch.n sie ganz wirkungslos. — Es ist noch nichr gar zu lange her,! Schüler eine Dispensation vom Schreinen am Sonnavcn.d daß in Preußen die Religion des Einzelnen für den Sra a: nicht beansprucht werden kann. Es muß vielmehr gesorals indifferent anerkannt und deshalb aus Legitimationsdo-! dert werden, daß diejenigen von ihnen, welche die Recsecumenten, Pässen u. dgl. wcggelassen wurde. Jetzt ist dies Prüfung ablcaen wollen, sich auch den vorschriftsmäßigen Anwieder anders geworden. Nicht allein, daß jede Volkszählung! ordnungen unterwerfen und eventuell am Sonnabend sich der die Rubrik „Religion" wieder hat, sondern diese erschien auch j Anfertigung einer schriftlichen Arbeit unterziehen. Es ist bei der Berufszählung, und nächstens erscheint auch eine | ferner nicht angängig, das; die technischen Räthe an den Veröffentlichung der Ergebnisse dieser Zählung: die Berufs-! Provinzial-Schuleollcgien, deren Thäligkeit durch den Vorsitz klaffen nach den Religionsbekenntnissen. Wozu die bei der mündlichen Prüfung vollauf in Anspruch genommen Religion nicht alles dienen muß'.! Ast, bei der Feststellung der Termine ans die Lage der jüdi- Berlin, 19. Skiober. Es wird jetzt der Wortlaut einer; scheu Feiertage noch eine besondere Rücksicht nehmen sollen. Verfügung mitgetheilt, welche der Eultusmiuister v. Goßler! Hinsichtlich der jüdischen Feiertage wird in einigen Berichten hinsichtlich der Behandlung jüdischer Schüler unter dem l8.'geklagt, daß deren große Zahl sich einem geregelten Unter- Juni d. I. an das Provinzial-Lchulcollegium in Königsberg gerichtet hat: Der Bericht des Königlichen Provinzial-Schuleoltegiums vom 24. Juli 1883, betreffend die Uebelftände, welche ans richt als erhebliches Hinderniß entgegen stelle, besonders an solchen Schulen, welche von einem hohen Procentsatz jüdischer Schüler besucht werden, und es wird zum Beweise darauf hingewiesen, das; an einzelnen Schulen einer Dispensation vom dem Nichtschreiben jüdischer Schüler am Sonnabend für den Unterricht für 13, ja selbst für 15 Tage beansprucht wird, Unterricht entstehen, hat mir Veranlassung gegeben, sämmtliche während dieselbe an anderen Lrten doch nur für 2 bis 3 Provinzial-Schulcollegien zur Acußerung auszusordern über Tage unchgesucht lvird. So wenig ich die Schwierigkeit verdie Beobachtungen, welche dieselben an den höheren Schulen kenne, welche aus diesem Umstande für einzelne schulen entihres Ressorts in dieser Beziehung gemacht haben. — In stehen kann, so stellen sich doch einer gesetzlichen Regelung den eingegangenen Berichten wird nicht in Abrede gestellt, der jüdischen Feiertage, wie sie von einigen Provinzial-Schuldaß aus dem Nichtschreibeu jüdischer Schüler für die Regecollegien gewünscht wird, nach verschiedenen Seiten hin so lung des Unterrichts am Sonnabend in mancher Hinsicht große Schwierigkeiten entgegen, daß ich, tvenigstens gegen- Erschwerungen erwachsen; aber die meisten Provinzial-Schulwärtig, Bedenken trage, den dahin gehenden Anträgen stattcollegien, darunter auch solche, in deren Aufsichtsbezirkcn die zugeben. Ich darf aber erwarten, daß cs auch ohne derar- 44