Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 44 (28.10.1884)
- Date
- 1884-10-28
- Page
- Seite 697 (sequence 5)
- Language
- German
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697 Punkt der nämliche, wie der des Herrn Referenten, wie der! ihre Kinder kommen vom Regen in die Traufe. Die Hochdes Herrn Abgeordneten Daniel Jranyi und überhaupt wie der sämmtlicher Parteien dieses Hauses, mit Ausnahme der Gruppe der geehrten Herren, welche Len erwähnten Adreß- Entwurf eingereicht haben. (Zustimmung.) schule, welche für den jüdischen jungen Mann ein Rettungsanker ist, wird für die jüdische junge Dame eine Klippe, an welcher ihre ganze Zukunft scheitert. Bietet die Hochschule Ersterem auch nicht mehr, wie einst, Wohlhabenheit oder gar Endlich kam Baron Gabriel Andreanßky dazu, als! Reichthum, so sichert sie ihm doch meistens ein erträgliches Referent des antisemitischen Adreß-Entwurfs, das Evangelium Auskommen, und ist er auch nicht immer im Stande, sich ein des Judenhasses zu predigen. Die Quelle all der Uebel,! Heim zu gründen, so ist er doch wenigstens persönlich versorgt welche das Land treffen, liegt in den Juden, behauptet j und oft auch in der Lage, seiner armen Familie unter die Andreanßky, die bloß durch Handel, Wucher und Geldgeschäfte! Arme zu greifen. Jedenfalls gewährt ihm sein Diplom poliihre übersruchtbare Race zu erhalten vermögen. (Heiterkeit.) > tische Emancipation und Freizügigkeit. Nichts von alledem Redner glaubt, daß es keine Regierung gäbe, die sich dem j verleiht sie der Frau. Kaum hat eine Jüdin hier eine der Einflüsse der geldleihenden Juden entwinden könne. Er > Hochschulen — mit Ausnahme der medicinischen, die bereits schildert nun die Gefährlichkeit des Judenthums und erklärt! aus Regierungsbesehl eingeht — absolvirt, und schon verliert sich gegen jede geplante Oberhausreform, welche es einem! sie ihr temporäres Auseuthaltsrecht, welches ihr der Besuch der Juden ermöglicht, ins Oberhaus zu gelangen. Wenn wir! betreffenden Anstalt zuerkannte; sie muß, wenn sie dies armuns von den Juden unabhängig machen wollen, müssen wir selige Recht nicht durch deprimirende Schliche und nicht ganz vor Allem unsern Staatshaushalt in Ordnung bringen. Daungefährliche Gesetzumgehungen sich erschwindeln will, in die zu ist auch nöthig, daß wir ein selbständiges Zollgebiet und! Provinz zurück, zwar mit einigen Bruchstücken mannigfachen eine eigene Bank besitzen. Wissens, aber auch mit zerrütteter Gesundheit; zwar nur um Redner sucht nun die Antisemiten gegen die Beschuldi- > fünf oder sechs Jahre älter, aber um das doppelte gealtert und gung des Communismus zu vertheidigen und schließt damit, l an so manchen Hoffnungen und Aussichten Schiffbruch gelitten daß er dem Grafen Apponyi sagt: Wenn wir hier auch nur!zu haben. Gewiß sind unter den Hunderten jüdischer Studen- Siebzehn sind, so ist draußen im Lande unsere Partei untinnen nicht wenige, welche von lauterern, ja nicht selten auch bedingt größer als die Ihrige! (Lebhafter Beifall seitens! von rein idealen Motiven nach der Hochschule geführt Werder Antisemiten.)! den. Der Bildungsdrang und der Wissensdurst der jüdischen Die heutige Sitzung eröffnete der Präsident mit der weiblichen Jugend ist außer allem Zweifel und steht sie darin viel» Meldung, daß die strafgerichtliche Abtheilung des Budapester^ leicht der männlichen Jugend nicht nach; aber sie ist doch nicht k. Gerichtshofes um die Aufhebung der Immunität des Ab-! so weit vorbereitet wie diese, um bloß rein wissenschaftliche geordneten Julius Berhovay angesucht habe, welcher anaeklagt! Ziele zu verfolgen; dann sind auch die meisten zu unbemittelt, ist, die bei seinem Blatte „Függetlenseg" zu Gunsten der! um der Wissenschaft leben zu können, und reicht dazu die Csango eingefloyenen Gelder veruntreut zu haben. Petersburger Sriefe. Unsere Gegenwart und Zukunst. VI.! jüdische Wohlthätigkeit, so splendid und rühmenswerth sie auch ' ist, bei weitem nicht aus. Schließlich sind auch die Hochschulen für! Mädchen, trotz ihrer großen Ansprüche und riesigen Anforderungen an den Examinanden, doch nicht dazu angethan, ihre! Jüngerinnen ausschließlich zum Dienste der Musen bestimmen zu > können, da es ihnen nur allzusehr sowohl an Lehrkräften als an Lehrmitteln gebricht. Bon den Hunderten von Jüdinnen, (Schluß.) Kann jedoch ein gebildetes, im modernen Geiste er- , die eine Hochschule absolvirt haben, giebt es, meines Wissens, außer der Medicineriu Fräulein I)r. Behak und Frau I>i-. juris Kaufmann, gcb. Berlin — die aber in Bern studirt hat — keine jüdische Dame, die durch eine wissenschaftzogenes Mädchen, in dessen Kopse Gott weiß welche grandiose Pläne und Illusionen um die Werte streiten, ihre Hand einem ungebildeten Handwerker, Krämer oder gar Jeschibah- Bochur reichen? Daraus erwachsen die unerträglichsten Miß->liche Arbeit sich in die gelehrte Welt eingeführt hätte, und Helligkeiten zwischen Kindern und Eltern, welche Erstere ver-; haben wir, bis auf einige wenige Frauen, die sich mit Ueberanlassen, sich nach der Hochschule zu flüchten, wozu sie nicht! sctzungen befassen, keine einzige Jüdin, die sich als Schriftstellerin selten auch die Einwilligung, ja die Unterstützung der Eltern irgendwie bemerkbar macht. Allerdings stehen in dieser Besich erwirken, welche hoffen, cs werde vielleicht die Hochschule, das großstädtische und gesellschaftliche Leben und der Umgang mit Studiengenoffen sic zum „erwünschten" Ziele führen. ziehuug unsere Glaubensgenossinuen den Russinnen keineswegs nach. Werden sie ja nicht bloß an musterhafter Sittlichkeit, sondern auch an Fleiß und Ausdauer, diesen als Muster vor- Leider verrechnen sich die so praktisch denkenden Eltern, und gehalten. Die Ursache ihrer geringen Leistungen auf wissen-