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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-10-28 · Heft 44 (28.10.1884) · p. Seite 694

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 44 (28.10.1884)
Date
1884-10-28
Page
Seite 694 (sequence 2)
Language
German
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694 Gewalt der Hierarchie, thcils die Staatsomnipotenz, thcils die! über die Verhältnisse, Zustände und Vorkommnisse betreffs unsrer aristokratische Oligarchie erstrebt und möglichst alle drei ver-^ Glaubensbrüder in den östlichen Ländern bis in Inner-Asien und binden will. Zu diesem Behuse hat man alle im Volke Inner-Afrika hinein, theils durch Vorschläge. Anträge und Aufschlummernden Vorurtheile wieder zu wecken und fanatisch - forderuugcn, die mehr oder weniger Berücksichtigung fanden, zu entzünden gesucht: zwischen den Religionen und Con-' Seitdem erstanden die großen Vereine in Paris, Wien und fessionen durch schroffe Gegensätze Hader und Erbitterung; London, welche die Action zur Hebung und Bildung der zwischen den Nationen und Nationalitäten den tiefgehendsten: Juden in den Ostländern übernahmen. Wie viel hier noch Haß und ätzende Eifersucht vermittels, nicht des veredelnden j zu thun ist, und zwar von der galizischen Grenze au, welche und erhebenden Natioualgefühls, sondern vermittels des eng-1 Umwandlungen vor sich gehen müssen, ehe in diesem großen herzigen, ausschließen; zwischen den verschiedenen gewerb- Theile der Erde für unsre Glaubensgenossen verhältnißmäßig lichen Ständen die einseitige Jnteressensucht und die Wieder-, befriedigende Zustände erreicht werden sollen, brauchen wir belebung veralteter, beschränkender Institutionen u. s. w. hier nur anzudeuten. Vor Allem thut es aber hier stets Nun, wir fürchten nicht, daß es gelingen werde, die ver-!noth, mit der wirklichen Lage der Tinge, mit allen bezügfassungsmäßige Gleichberechtigung wieder mehr oder weniger lichen Erscheinungen bekannt zu bleiben, die Entwickelung zu zu beseitigen. Unsre Ausgabe har sich hier allerdings oer-' verfolgen und aus diese möglichst einzuwirken. — — ändert: was wir früher zu erkämpfen hatten, haben wir jetzt! Auch über die beiden letzten Momente, die wir oben zu verrheidigeu. Aber was noch schmerzlicher, das ist, daß als „unsre Ziele" angegeben, ist eine weitere Auslassung es den antisemilrscheu Hetzereien gelungen ist, in vielen nicht erforderlich. Ter ganze Inhalt uusres Blattes von der Theilen des Volkes, insbesondere den sog. Gebildeten, eine! ersten bis zur letzten Seite giebt für unsre Auffassung und Enrfremdung, eine Mißachtung, einen Widerwillen gegen diej unsre Bestrebungen ein hinreichendes Zeugniß. Wir glauben Juden hervorzurufen und diese hierdurch zu isoliren. Hiergegen > hierin auch völlig conscquent wie ausdauernd geblieben zu hilft nur die Zeit und der thatjächliche Zustand, der die! sein. Gottesdienst, Religionsunterricht, Gemeindewefen, Ver- Leute von der Unrichtigkeit ihrer Anschauung nach und nach; ei ns wesen zu allen wvhlthätigen und gemeinnützigen Zwecken, wieder überzeugen muß, und hierzu müssen die Juden selbst; fo wie die Literatur genossen aller Zeit unsre besonderste die Hand bieten durch Vermeidung alles Auffälligen, Zu- Aufmeikfamkeit und wir faßten alle Anstrengungen zusammen, dringlichen, Fremdartigen, durch möglichst reine Sitten und um eine lebensklüftige und gesunde Entwickelung in allen gewissenhafte Solidität in Handel und Wandel. Gegen diesen diesen Ziveigen unsres religiös-sittlichen Lebens zu fördern. Aiilisemitlsinus müssen ivir durch alle gesetzliche und sittliche! Wir haben in der jüngsten Zeit ganz besonders Vereine zur Mittel kämpsen. T lesen Widerstand zu unterlassen, würde > Hebung des religiösen Sinnes in Anregung gebracht. Man uiiscrerseils eine Gleichgültigkeit erweisen, welche schnell wieder braucht z. B. nur auf die außerordentlichen Erfolge zu von unsren Gegnern ausgcbeutet uild uns überhaupt zu blicken, welche die katholische Kirche durch ihre Vereine, großem Schaoen gereichen würde. Es versteht sich, daß w ir! Brüderschaften und dergl. innerhalb der Laienwelt erreicht hierin jede Exrravaganz, jede Feindseligkeit und Heraussor-! hat, um die Wichtigkeit solcher auch für uns zu erkennen, derung vermeiden müssen. Taß dies von Seiten einigerS5 gilt hier aber gar nicht etwa, von jener zu entlehnen, jüdischen Literaten nicht beobachtet worden, hat der guten! denn seit unvordenklichen Zeiten hat das Vereinswesen, haben Sache schon maiichen Nachtheil gebracht. — — j bie Ehebroth in den jüdischen Gemeinden bestanden, geblüht Die Juden in den Ostländern werden von dem zwiej und in religiöser und sittlicher Beziehung außerordentlich fachen Joche niedergebeugt, dem drückender Ausnahmegesetze, wohllhätig gewirkt. Auch können wir mit Befriedigung dadie ihnen miiten im Volke eine isolirte und mißachtete l rauf Hinweisen, wie sich in unsrer Zeit die Vereine für Stellung geben, und dem Joche der Unwissenheit und Un-! wohlthätige Zwecke innerhalb der Judenheit erneuert und bildung. Tie große Masse derselben ist hierdurch in Armuth vermehrt haben und für Zweige der Wohlthätigkeit wirksam und Elend gesunken, und wenn man sonst den Juden eine sind, die unsren Vätern noch fehlten. Hingegen sind die besondere Geschicklichkeit und Gewandtheit für den Handel * früheren Ehebroth für religiöse und Belehrungszwecke zuschreibt, so haben sie diese in den orientalischen Ländern überall in Verfall gekommen, und diese neu erstehen zu laugst verloren und stehen den Griechen, Armeniern und lassen, ist es, was wir mit aller Macht empfehlen und an- Araberu auch im Handel weit nach. Tie A. Z. d. I. kann streben. Gerade solche Vereine bestanden schon in der Zeit sich das Verdienst zuschreiben, zuerst zu einer Thätigkeit der vor dem Falle des Tempels unter der Benennung :v:n europäischen Juden nach dieser Richtung hin angeregt zu und Das Bedürfniß, ja die Nothwendigkeit derselben, haben, theils durch die bereits im ersten Jahrgänge begonnenen braucht nicht auseinandergesetzt zu werden. Wir unsrerseits und mrunterbrochen fortgesetzten Berichte und Mittheilungen begreifen die Existenz der Juden in Gegenwart und Zukunft

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