Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 42 (14.10.1884)
- Date
- 1884-10-14
- Page
- Seite 670 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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670 fdK Bevölkerung (in der Stadt Tunis 30000 Seelen) eine! zeitig zum Rabbiner der isr. Cultusgemeinde Immenrode nach jeder Richtung hin bessere Stellung gewonnen und ist ernannt worden. Gehalt erhebt der Rabbiner beim fürstsich dessen auch bewußt. Allerdings ist dieselbe in intelleklichen Renten- und Steueramte zu Fraukenhausen. — tucller Beziehung äußerst zurück, unwissend und abergläubisch wie die Binder, starr orthodox unter der Leitung ihrer Darmstadt, 3. October. (Literarische Notiz.) Be- Rabbinen, die nicht einmal bedeutende talmudische Kenntnisse 9un9* 9ir. 30 dies. Zeitg. a. c. habe ich unter besitzen. Einige jüngere Israeliten erlernen eifrig das Frauber Rubrik „Literarische Notiz" über die in dem auf der zösische und kleiden sich auch europäisch; der große Haufe hiesigen Gr. Hofbibliothek befindlichen hebroaramäischen Cov.rbleibt bei seinem jüdisch arabischen Jargon. Da ist es nun, ^ex manuscr'Ptus enthaltenen mz&n „Regeln über Anwo die von der ^llianeo gegründeten Schulen eine sehr Absichten de» menschlichen Lebens, refernt und die Verscgcnsreichc Wirkung üben. Aus der Knabenschule sind bereits vcrhältnißmäßig viele junge Leute hervorgegangen, welche bei der Eisenbahn, in den Bureaus der Advokaten, in Comptoirs und als Handwerker vorthcilhaftc Stellen gefunden haben. Dieser praktische Nutzen ist entscheidend, und giebt den Eltern doch die Vorstellung, daß der Unterricht in dieser Schule große Vortheile verschaffe. Dies ist ein starker Hebel für die Cultur. Denn da die hiesige jüdische Jugend, tn die Knaben wie die Mädchen, recht intelligent und begabt ist, so läßt sich für die Zukunft die beste Hoffnung schöpfen. Die Leistungen der Knabenschule sichen in so gutem Rufe, daß muthung ausgesprochen, daß dieselben ebenso wie die nächstvorherverzeichneten tr, Grundsätze, R. Eleasar b. Jehuda zum Berfaffer und Urheber haben mochten. Aber unterdessen erhielt ich von dem gelehrten S. I. Halberstam in Bielitz in Schlesien ein Schreiben, worin dieser die Ansicht aussprach, daß nach der von mir gegebenen Beschreibung die des hiesigen Nnn. mit denen des Maimonides ro identisch zu sein scheinen. Ich verglich sie und fand die Identität beider und somit die Ansicht des Herrn Halberstam vollkommen bestätigt. Daß ich mich beim Lesen derselben nicht sofort an Maimonides erinnerte, ist mir __ Kausleute und Handwerker sich vorzugsweise an den Direktor '•verzeihlich, wenn man bedenkt, daß zwischen der Zeit, derselben wenden, um Lehrlinge zu erhalten. Seit zwei Jahren hat nun die Alliance auch eine Mädchenschule gegründet. Die Direktorin und erste Lehrerin ist eine deutsche Jüdin, Fräulein Sarah Ungar. Selbstverständlich geschieht der Unterricht auch in dieser Schule nur in französischer Sprache. Mit 50 Schülerinnen wurde die Schule eröffnet und gegenwärtig zählt sie bereits 280, von welchen eine ziemliche Anzahl christlichen Glaubens ist. Die Anmeldungen sind aber so zahlreich, daß man einen Flügel des prächtigen Knabenschulgebäudcs um ein Stockwerk erhöhte, die Mädchenschule darin unterzubringen, da dieselbe im nächsten Schuljahre über 400 Zöglinge zählen wird. Diese erfreulichen Fortschritte veranlaßten den Herrn Baron v. Hirsch, dieser Mädchenschule eine besondere Spende von 1000 Fes. zu widmen. Auch in dieser Schule herrscht der beste Geist; Fräulein Ungar mit zwei Lehrerinnen weiß ebenso die Tisciplin aufrecht zu wo ich mich auch mit diesem Theile des Maimonidischen Werkes beschäftigte, und der Jetztzeit mehr als ein halbes Säculum liegt, und daß in hohem Alter das Gcdächtniß immer schwächer zu werden pflegt. Ueberdies hat eine Stelle in Grätz, Gesch. der Juden, Bd. VEI S. 93 dazu beigetragen, mich irre zu leiten. Dort heißt cs: „Nächst Profiat Duran und Chasdar Cresias trat auch in der kurzen Pause zwischen zwei blutigen Verfolgungen in Spanien der castilianische Großrabbiner Don Me'ir Alguades als philosophischer Schriftsteller auf, nicht mit einer selbständigen Arbeit, sondern mit der Auswahl eines Themas zum Uebersetzen. Aristoteles Sittenlehre (Ethik) übertrug er (140b) im Vereine mit Benveniste Jbn-Labi ins Hebräische und machte sie den Juden zugänglich, welche sie mehr im Leben angewendet haben als die Griechen, aus deren Schooß sie hervorging, und als die j Christen, welche sich damals durch Glaubensformeln und erhalten wie die Liebe und das Interesse der kleinen Mäd-! Kirchenlehren über die Moral erhaben dü-ikten." — Dieses chen zu wecken. Für die Eltern, die auf den Unterricht i konnte mich leicht zu dem Schluß verleiten, daß vor Alguades der Mädchen keinen Werth legen, ist der praktische Nutzen j indischer Schriftsteller die >zuden mit der Ethik des maßgebend, und es muß daher auf die Handarbeiten beson-! ^^iftotclc^ bekannt gemacht habe.') — Herrn Halberstam derer Fleiß verwandt werden, damit die Mädchen Etwas mit| Wc lnic^ 3« Dank verpflichtet, daß er meine Aufmcrknach Hause bringen können. So gestalten sich die Aussichten fanifcil auf Maimonides als den eigentlichen Urheber des für die jüdische Bevölkerung von Tunis recht erfreulich.!' ‘ r gelenkt hat. Wie auf tfob 21b und tfot. 108b __1_! des Cod. man. ersichtlich ist, war dieselbe im Jahre 1559 Bonn, 3. October. (Notizen.) Man schreibt uns aus ,, «.... . .. 0 , -d i- — , . 0 . . . 3) Das ist etwas stark. Ern Blrck rn dre Kobemorre Perakun Rordhauien vom 1. October: Laut Rescrrpt des fürstlichen von Main.onides und die Nicomachi'sche Ethik res Aristoteles macht Ministeriums zu Schwarzburg-Rudolstadt vom 23. September “UIü?3licf,' äU einer solchen Ansicht zu kommen Bergl, die betr. ' r Abhandlung rn unierm „rir. Predigt- und Schulmagazrn" Bd. I a. c. ist unfer Rabbiner Herr vr. S. Gelbhaus gleich- S. 22y. (2. Stuft. S. 435.) Redaktion.