Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 42 (14.10.1884)
- Date
- 1884-10-14
- Page
- Seite 669 (sequence 9)
- Language
- German
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66S Gruber könne daher trotz seiner Anschauungen im Schooße der Halsschnitt. Es wird daher beschlossen, ein behördliches der llnabhängizkeits- und 48 er Partei verbleiben. Nun denn, > Verbot zu erwirken. ((£$ giebt Leute, denen die religiöse diese Erklärung läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, j Ueberzeugung eines Menschen überhaupt verhaßt ist und die da ste — aller Phrasen entkleidet — ohne Weiteres zugiebt,! jeden Vorwand benutzen, um sie zu unterdrücken. Der daß ein Antisemit im Schooße der äußersten Linken seine! schweizerische Thierschutzvcrein hat sich in dieser Angelegenheit Thätigkeit entfalten könne, ohne vermöge seiner Tendenzen, schon einmal blamirt, da die Gutachten der bedeutendsten ohne als Antisemit mit ihren Principien — wohlgemerkt den > Anatomen und Physiologen, die vr. Kayserling in seiner bewirklichen — in Collision zu gerathen. Die officiellen Ten-§ kannten Schrift zusammenstellte und veröffentlichte, sich fäinintdenzen der Partei sind eine Unwahrheit; sind nur die Flagge,! lich gegen die Ansicht des schweizerischen Thierschutzvereins welche die verpönte Waare jener Principien deckt, welche sie i aussprachen. Jetzt erneuert letzterer seinen Versuch, sich einofsiciell verdammt und heimlich hegt und pflegt. Darüber! mal wieder in der Oesientlichkeit geltend zu machen; doch muß sich heute Jedermann klar sein, daß Liberalismus und hoffen wir, daß es ihm abermals in gleicher Weise ergehen Antisemitismus im Rahmen einer Partei nimmer Platz haben, da sich diese beiden Principien gegenseitig bekämpfen und verzehren, wie Wasser ^md Feuer. Nur Einer kann den Sieg davon tragen: entweder der Antisemitismus siegt und der Liberalismus verröchelt in Todeszuckungen, oder der Liberawerde. Redaktion.) Rußland. Petersburg, 17. September. Man wird sich erinnern, daß vor kurzem durch die Tagespresse die Nachricht ging, lismus triumphirt und der Antisemitismus verschwindet. Nun die in Petersburg niedergesetzte Commission für Revision der giebt es kein solches politisches Kind in Ungarn, welches so I Gesetze über die Juden habe ihre Arbeit vollendet, sei jedoch naiv ist, zu glauben, daß die Unabhängigkeits- und 48 er! zu dem Resultate gekommen, daß es gegenwärtig nicht opportun Partei den Antisemitismus feierlich recipirt hat, um dann in! sei, für die Juden günstige Gesetze zu erlassen. Neuerdings der eigenen Partei mit ihm den Kampf aufzunehmen und! erfährt man gerade das Gegentheil. Es wird mitgetheilt: auszufechten. Auch an der Unabhängigkeits- und 48 er Partei wird sich das Fatum vollstrecken, welches der vollkommene Widerspruch in sich birgt, den sie gestern proclamirt hat. Krakau, 3. Oktober. Am 30. September begann hier der berufene Proceß gegen Moritz Ritter wegen Mordes. Graf Pahlen, der Vorsitzende der Kommission, wird binnen Kurzem den unter seiner Leitung ausgearbeiteten Entwurf dem Minister des Innern, sowie den andern Ministern zur vorläufigen Begutachtung vorlegen, worauf der in den Einzelheiten vielleicht etwas geänderte Entwurf in den Reichsrath gelangt, was übrigens kaum vor Schluß der Reichsrathssession Die Angeklagten waren vom Geschwornengericht in Rzeffow! im nächsten Frühjahr geschehen dürfte. Bon einer Gleichstclvcrurtheilt, das Urtheil aber vom obersten Gericht für Null; lung der Juden mit den andern Staatsbürgern soll in dem und nichtig erklärt und eine nochmalige Verhandlung vor Entwurf nicht die Rede sein, dagegen ist er allerdings in dem Schwurgerichte zu Krakau angeordnet worden. Wir! liberalerem Geiste gehalten, als die bisherigen Bestimmungen, werden in nächster Nummer ausführlich darüber berichten.! Petersburg, 2. Oktober. Die „Deutsche Petersburger- Heute bemerken wir, daß bei der Auslosung der Geschwornen Zeitung" erfährt, die Judenkommifsion werde zunächst das alle Juden tendenziös ausgeschlossen wurden. Hiergegen ist Ansiedelungsrecht der Juden im Innern der Gouvernements bereits durch eine Deputation bei dem Oberstaatsanwalt Be- und ihr Recht auf Grundbesitz berathen. Tie Commission schwerde erhoben worden.! hatte beide Fragen den örtlichen Administrationsbehörden zur Begutachtung vorgelegt. Die Majorität hatte sich für Schweiz. i eine ganz allmählig zu verwirklichende Erweiterung des Ausiedlungsrechtes ausgesprochen: hinsichtlich der zweiten Frage St. Gallen, 2. Oktober. Das hiesige „Tageblatt" seien verschiedene Meinungen laut geworden, und zwar wollten schreibt: Die am Sonntag in Langenthal versammelten Dcledie einen den Juden den Besitz und die Pachtung von girten des Thierschutzvereins haben auf das Referat des Ländereien verbieten, die andern den Grundbesitz wohl, aber Präsidenten, Pfarrer Wolf von Weiningen (Zürich), hin eine nicht die Landpachtung gestatten, andere endlich den Juden Eingabe an die Cantone beschlossen: Die üblichen Schlachtin dieser Beziehung die nämlichen Rechte zugestehen, wie Methoden seien durch verordnete Sachverständige auszuübeu ausländischen llntcrlhanen. und möglichst mit der Basler Schußmaske. Ferner wurde auf das Referat von Schlachthausverwalter Sigmund von ^lfrlka. Basel das rituelle Schächten der Israeliten in Beziehung Tuniß, im September. (Privatmitth.) Seit der Occupaauf seine Vorbereitungen als Thierquälerei taxirt, ebenso tion Tunesiens durch die Franzosen hat die zahlreiche jüdi- 42