Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 42 (14.10.1884)
- Date
- 1884-10-14
- Page
- Seite 662 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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662! \ i '$.■ ■:* ■ V; :• S:; i . 'i 3^ bleiben, gefährlich werden muß. Die Anzeichen dieser Ge-> man zum Ziele gelangen könne, und sich die Mittel gegenfahr find vorhanden und für das Auge des Beobachters sehr; fettig zu Gebote stellen. Möge uns auch dies Mal nicht erkennbar. Wir richten daher an Alle, die es besonders die Hoffnung täuschen, unser Wort auf fruchtbaren Boden angeht, an die Rabbinen, Prediger, Lehrer, Vorsteher, an fallen zu sehen. alle Diejenigen, welche ein Herz für das Judenthum haben, - _ eine ernste Mahnung, diese Anregung des religiösen Sinnes,! diese durch die hohen Feste bewirkte Stimmung und die da-; für geeignete Zeit eifrig zu benutzen, um sie für die Sache der i religiösen und sittlichen Hebung unserer Glaubensgenossen nicht unbenutzt zu lassen, sondern eifrig, angestrengt, ausdauernd einzutreten. Wir haben in letzter Zeit wiederholt! aufs Dringendste empfohlen, in jeder Gemeinde, ob groß Der berliner Äntiseunlismus. IV. Berlin, 30. September. Unter all' dein wüsten Lärm der gegenwärtigen Wahlbewegung, unter all' dem Staube, den die erbitterten Kämpfe oder klein, in jedem Bezirke Vereine zur Hebung des relider Parteien aufwirbeln, und bei aller Leidenschaftlichkeit, giöfen Sinnes zu gründen, welche sich den Besuch des! wie sie in gleicher Weise vielleicht bei keinem ähnlichen Gottesdienstes und die weihevolle Ordnung des letzteren, die; Anlaß sich bisher geltend gemacht hat, ist doch eine sehr er- Sorge für den immer mehr zu hebenden Religionsunterricht,! freuliche Wahrnehmung zu verzeichnen: nämlich der immer Vorträge, sei es am Sabbath, sei es an Abenden der Wochen-! entschiedenere Bruch der anständigen Elemente der conservatage, Bibliotheken aus der jüdischen Literatur, Gottesdienste für die Jugend u. s. w. zur Aufgabe stellen. Möchte dieser Gedanke mit ganzem Eifer und besonders mit Ausdauer ergriffen und verwirklicht werden! Es kommt nicht darauf an, ob solche Vereine Anfangs nur eine geringe oder gleich eine größere Zahl Mitglieder finden. Jeder Keim eines guten Werkes, sobald er unter den Sonnenschein eines aufrichtigen Eifers gebracht wird, entwickelt fich schnell und sprießt freudig auf. Im Gegentheil kann man meinen daß bei einer anfänglich geringeren Mitgliederzahl man sich leichter verständigen und die Kräfte üben könne; und von einer geringeren, aber begeisterten Schaar strömt die Wärme leichter und kräftiger aus und zieht die Masse von Außen tiven Partei mit dem Antisemitismus. Immer mehr conservative Candidaten sagen sich entschieden von der Stöckerei los, die bald ausschließlich auf den Pöbel der großen Städte sich beschränken wird. Im Laubaner Wahlkreise (Schlesien) hat der Candidat der Conservativen, der Görlitzer Landrath v. Seidewitz — ein Sohn des Oberpräsidenten von Schlesien — offen ausgesprochen, daß man jede Gemeinschaft mit dem antisemitischen Verein ausgeben, ja sich ausdrücklich gegen denselben erklären solle. Aehnlich, fast noch entschiedener äußerte sich vor einer conservativen Wählerversammlung in Bomft der Regierungspräsident v. Tiedemann, der früher als ein besonderer Vertrauter des Reichskanzlers galt. Auch in Berlin, dem Herde des Antisemitismus, beginnt sich unter mehr an, als von einer größeren Menge lässiger und gleichj den Conservativen, und zumal unter den Beamten, eine lebgültiger Mitglieder, die ihren Zutritt mehr aus Connivenz, § hafte Opposition gegen jenen geltend zu machen. Man will als ans innerem Triebe zugestehen. In der That bietet sich hier für die Beeiferung und Energie aller Derer ein weites Arbeit?- und Säefeld dar, welche den Beruf, für die Religion zu wirken, auf sich genommen, oder die ihn auch ohne Amt in ihrer Seele verspüren. Wir werden in diesen in dem Wahlkreise Stöcker's dem letzteren als anständigen conservativen Candidaten den Grafen Moltke entgegenstellen; nicht als ob man Aussicht hätte, ihn durchzubringen: aber man will oder muß seine konservative Gesinnung bethätigen und möchte doch einem Menschen wie dem schimpfenden und Blättern gern alle Nachrichten registriren, welche die Bilverleumdenden Hofprediger nicht seine Stimme geben. Die düng oder Erhaltung solcher und ähnlicher Vereine betreffen.' Stöcker'schen Organe fassen die Sachlage denn auch sehr ernst Nur nicht gezaudert; nur nicht mit dem Vorwände sich entauf, was sie nach ihrer Weise durch maßlose Schmähreden schuldigt, daß man für derartige Bestrebungen an seinem gegen ihre conservativen Widersacher, zumal die Beamten, zu Platze keinen Raum fände. Dies ist ein eitler Vorwand, erkennen geben. Nicht minder bemerkenswerth ist, daß die dessen sich nur die Trägheit und die Ungeschicklichkeit bedient, großen conservativen Blätter von der eigenthümlichen Wahl- Wie schön wäre es, wenn sich die angesehensten, einflußthätigkeit der Herren Stöcker und Wagner möglichst wenig reichsten Männer eines Bezirkes zu gegenseitiger Besprechung Notiz genommen haben. Nach Meinung Ihres Referenten und Ermunterung für den angegebenen Zweck versammelten; kommt jedoch alles aus den Ausfall der Wahlen an. Erficht nur daß sie nicht ihr Zusammensein mit Ausarbeiten von : der Antisemitismus irgend einem Liberalen gegenüber Erfolg, Statuten verbringen mögen, die gewöhnlich dann nur todtes j so wird man ihn von oben herab wieder derart begünstigen, Papier bleiben; sondern mit lebendigem Worte, mit Willensdaß innerhalb der conservativen Partei der Widerspruch gegen kraft und Entschlossenheit die Wege besprechen, aus denen! ihn aufhört. Sollte er indeß, wie zu hoffen steht, keinen