Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 40 (30.9.1884)
- Date
- 1884-09-30
- Page
- Seite 636 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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636 des 14. Jahrhunderts, die mancherlei Aufschluß über den damaligen Handel und die Geschichte der vraaebe Comte j enthalten. Außerdem werden die Fortsetzungen der Artikel über die Juden von Belgien, die Juden von Hagenau und die Rabbinen von Metz gegeben, denen sich Noten über die Juden von Savoyen anschließen. — Der greise Dichter Ludwig August Frankl hat, angeregt durch den letzten noch lebenden Enkel des Tyroler Nationalhelden Andreas! Hofer alle die auf diesen abgesaßten Lieder und Gesänge gesammelt und einige Originalurkunden hinzugefügt: Andreas Hofer im Liede. (Innsbruck, Wagner 1884.) — Von dem höchst zweckmäßig zusammengestellten „Memorir- und Gesangbuch für israelitische Schulen", herausgegeben von B. Straßburger, das 1878 in erster Auflage erschien, ist soeben die zweite vermehrte und mit Noten versehene Auflage erschienen. Während der Memorirstoff nur wenig verändert worden,! machte die neuere Methodik des Gesangunterrichtes die Beigabe der Noten zum Gesangstoff unerläßlich. Die Einfügung einer Hülfstabelle zum Unterricht in der hebräischen Grammatik steht allerdings mit dem eigentlichen Gegenstände des Buches in keiner Verbindung, ist aber jedenfalls willkommen. Die „Sprüche" sind nach sechs Schuljahren geordnet und für die späteren unter diesen ist für die wichtigsten Sprüche der hebräische Text hinzugefügt. Auf diese Weise wird dieses Buch in den jüdischen Schulen sehr nützlich zu verwenden sein. — Derselbe Autor läßt jetzt in demselben Berlage eine „Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten" erscheinen und zwar in 9 Lieferungen zu ca. 3 Bogen. Die erste Lieferung liegt uns vor und behandelt die vortal-! mudische und den Anfang der talmudischen Zeit. Obschon! wir uns unser Urtheil bis zum Schluffe des ganzen Werkes Vorbehalten, bemerken wir doch schon heute, daß der Verfaffer! den doch schon öfter behandelten Gegenstand mit Umsicht, Sachkenntniß und tüchtiger Combinationsgabe bearbeitet, und eine wohlthuende Wärme über seine Darstellungsweise zu breiten versieht. Allerdings wird auch hier die Geschichte der Wiffenschaft und die des Unterrichts vielfach vermengt; da aber bei den Israeliten beide, Wiffenschaft und Unterricht, denselben Gegenstand zum Inhalt und Zweck hatten, so braucht die Unterscheidung nicht so streng festgehalten zu werden. — Wir schließen heute unseren Bericht mit der Anzeige des neuesten Werkes eines unserer wissensreichsten und fleißigsten Gelehrten: „Beiträge zur Geschichte der hebräischen und aramäischen Studien von vr. Joseph Perles, Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu München. (München, Ackermann, 1884.)" Wir begnügen uns hier mit der Inhaltsangabe. Zunächst unterzieht der Verfaffer „den kleinen Aruch" einer ausführlichen Besprechung; hierauf folgt der „Makre dardeke"; ferner „Elia Levita's Nomenclator"; „Jüdisch-Deutsche Gloffen eines Schülers des R. Moses haddarschan aus dem 13. Jahrhundert, und endlich ungcdruckte Briefe aus den Jahren 1517 bis 1555" von Elia Levita, Albert Widmanstadt, Menachem Pfefferkorn, Paulus Acmilius, Joseph Hagri u. s. w. Man sieht, daß die Gegenstände dieser literar-historischen und lingustischen Untersuchungen dem 15. und 16. Jahrhundert — mit der einen Ausnahme aus dem 13. — angehören. Anlehnend an Handschriften der k. Bibliothek zu München breitet sich der Verfasser über das bez. Objekt nach allen Seiten aus und bringt uns aus dem reichen Schatze seines Wiffens viele auffallende, Zeit und Menschen charakterisirende Notizen. Pest, 3. September. Vor einigen Tagen erschien von Herrn vr. Ad. Jellinek die Fortsetzung seiner „Kontres", und zwar das zehnte, unter dem Titel: ■vsooi die::;? oder Bibliographie hebräischer Trauer- und Gedächtnißreden. (Wien, D. Löwy.) Es ist der Name, hier und da auch der Sterbetag des Betrauerten, der Name des Redners, der Titel , der Rede und zuweilen auch der Tag angegeben, an wclj chem sie gehalten wurde. Solche bibliographische Arbeiten! verdienen Anerkennung; ihr eigentlicher Werth besteht in der Vollständigkeit und Genauigkeit. Dieses Kontres unterscheidet! sich im Format, aber auch darin von den früher erschienenen,! daß es, was Vollständigkeit betrifft. Vieles zu wünschen übrig!läßt. So ist S. 6 noch zu nennen, die Gedächtnißrede b'f, welche Tobias Gutmann auf R. Elia Wilna (Warschau 5558), S. 21 die Gedächtnißrede, welche Rabbiner >Jehuda Löb Karlburg in Koblenz auf R. Jecheskel Landau (7>2X '-,2-, Offenbach 5553) gehalten hat. Auf den Amsterdamer Rabbiner Jakob Moses hielt nicht bloß S. Minden (S. 23), sondern auch Abraham b. Lipmann Zerndorf eine Trauerrede Ci: ^-.p, Amsterdam 5578), und auf den Amsterdamer Rabbiner Saul (S. 39) auch R. Eljakim G. Wanefried eine Gedächtnißrede (~sd n?:o, Amsterdam 5550). Bon Gedächtnißreden, welche auf R. Moses Sophar gehalten wurden, sind außer der S. 33 angeführten mir noch bekannt: 122 ^ex von R. Naphtali Benet (Preßburg 5600) und ^.i:^'oi IEEE von Israel Löbusch (Krotoschin 5600); letzterer! betrauerte in seiner, den 19. Tebeth gehaltenen Rede zugleich! R. Chajim Auerbach, Rabbiner in Luntschütz, und den Wari schauer Rabbiner Salomon, den Verfaffer der Rechtsgutachten! r.nbw nion. Eine Gedächtnißrede auf Kaiser Franz (S. 37) hielt auch R. Nachum Trebitsch in Nikolsburg, und zwar ge-! stützt auf bt<~vr y» :i:d und wegen des Satzes „in der Menge des Volkes besteht der Schmuck des Königs" an einem Sabbath, den 13. Adar; dieselbe erschien unter dem Titel , -io “EDO mit theilweiser deutscher Uebersetzung Wien 1835.! Bei R. Akiba Eger (S. 36) wäre auch zu erwähnen gewesen j O'on py von Abraham Berusch Plahn (Breslau 5598). In! dem von Herrn vr. I. benutzten und mehrfach citirten \ (S. 18, 19) Predigtwerke des R. Jechiel Chajim Biterbo in