Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-09-23 · Heft 39 (23.9.1884) · p. Seite 617

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 39 (23.9.1884)
Date
1884-09-23
Page
Seite 617 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227501-3227541--42040-3310564
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

617 Das Religiousbekenutniß der Schüler höherer Lehrauüalltn in Preußen. Besserung sei, eröffnet sür diese Sünde der Zeit keine günsprach, höhere Lehranstalten. Wohlhabenheit, Ueberwiegen stigen Aussichten. Wir kennen sie, und leiden weiter daran.! der einen Coufession bei der städtischen Bevölkerung, auch Nur eine gänzliche Umwandlung unsrer Verhältnisse könnte i Stammeseigenthümlichkeiten spielen natürlich bei diesen Zahbeffernd cinwirken. Das aber steht im weiten Felde.! len eine große Rolle, und die Consession als solche kann j für das Streben nach höherer Bildung keineswegs entschei- | dies der Fall, dann müßte in allen Thcilen i unseres paritätischen Staats die Wirkung der Consession! dieselbe sein, so daß also das Verhältniß der Einwohnerzahl zur Schülerzahl innerhalb der einzelnen Cousessionen überall Tie „Stat. Corr." enthält einen interessanten Aufsatz ziemlich gleich wäre. Dies ist aber, wie oben bereits bemerkt über das Religionsbekenntniß der Schüler höherer Lehran-jist, keineswegs der Fall. Bei den Juden ist allerdings in stalten in Preußen. Wir entnehmen aus demselben folgendesj allen Provinzen die Verhältnißzahl der Schüler größer als Rssums: „Die statistischen Daten umfassen-15 Semester, näm-, die der Einwohner überhaupt. Die Intensität dieses Zuviel lich vom Wintersemester 1859/60 bis zum Wintersemester! schwankt aber bei ihnen insoweit aus einauderliegenden Gren- 1681 82. Im Anfänge dieses Zeitraums bestanden in Preußen zcu (-}- 2,0 in Sachsen, 2,8 in Schleswig-Holstein, 3,9 in 227 höhere Schulen mit 63 900 Schülern, am Ende dagegen! Hannover, dagegen 16,2 in Schlesien und 23,2 in Posen), 566 Schulen mit 148 416 Schülern. Dem Religionsbekenntdaß auch hier, wie die „Stat. Corr." bemerkt, die zur Ernisse nach waren unter diesen Schülern im Jahre 1659 60 j Werbung höherer Bildung treibenden Elemente wohl schwer- 44 780 evangelische, 14 805 katholische und 4315 jüdische, lich in der Religion als solcher zu suchen sein werden." — 1881 62 dagegen 109 225 evangelische, 24 251 katholische, Tie Ursachen, aus welchen der große Zudrang der jü- 54 dissidentische und 14 l>16 jüdische. In Procenten der dischen Jugend zu den höheren Lehranstalten entspringt, Gcsammtzahl waren also im Jahre 1859 60 70,1, 1681 82 haben wir schon vielfach besprochen. Was aber auch in 73,6 evangelisch, 1859,60 23,2, 1881/62 16,5 katholisch und, dieser Hinsicht hervorgehoben wird. Zwiefaches kann nicht 1859,60 6,8, 1881/82 10,0 jüdisch. Man sieht hieraus,. bestritten werden: der dadurch constatirte Bildungsdrang für daß sich die Betheiligung der Cousessionen an dem Unter-/ ihre Kinder in den Eltern und die Befähigung der Jugend richte auf den höheren Lehranstalten außerordentlich verschoj fiir den höheren Unterricht. Sb die jüdischen Eliern recht ben hat. Der Proccntsatz der Katholiken hat erheblich abdaran thuu, ihre Kinder so massenhaft in die höheren Lehrgcnommen, wogegen der der Evangelischen und Juden gestiegen anstalten zu bringen, was natürlich aus die Wahl des ist. Diese Verschiebung ist ziemlich stetig vor sich gegangen,, Lebensberufes entscheidend einwirkt, ist eine andere Frage, und zwar besonders bis 1879. Seit dieser Zeit macht sich In obigem Aussatz zeigt aber die „Stat. Corr." wiederholt eher eiu Stillstand bemerkbar. Auffällig ist die große Verdas Bemühen, die Leser vor der Meinung zu bewahren, als ob schiedenhcit, welche bei dem procentualen Antheil der Con-. die „Religion", also hier das Judenthum, diese Tendenz für fessionen in den einzelnen Provinzen zwischen der Bevöl-, höhere Bildung befördere. Run, so ganz und gar bleibt kerung im Ganzen und der Schülerzahl herrscht. Während die Religion doch nicht aus dem Spiele. Die verschiedenen beispielsweise in Westpreußen 47,8 pCt. der Bevölkerung Religionen und Confessionen sind, wie die Thatsachen cousta- (nach der Zählung von 1860) evangelisch waren, bekannten tiren, geeignet, entweder die höhere Volksbildung in ihren sich 72,2 pCt. der Schüler zu dieser Consession, während in Bekenncrn möglichst zu hemmen, oder dieser freien Spiel- Posen 65.3 pCt. der Bevölkerung katholisch und 3,3 pCt. raum zu eröffnen. Somit wird man daS Judenthum nicht jüdisch waren, hatten von den Schülern 23,6 pCt. katholische zu den ersteren, sondern zu den letzteren zählen müssen. Es und 25,2 pCt. jüdische Consession. In anderen Provinzen z. B. ist nämlich hierbei nicht zu übersehen, daß die orthodoxen in Hannover, Sachsen, Ostpreußen und Schleswig-Holstein Eltern nicht weniger als die reformistischen ihre Kinder in haben Bevölkerung und Schülerzahl ziemlich gleichen Antheil die höheren Lehranstalten schicken. Dies geht namentlich ans an den Confessionen. Im ganzen Staate waren im Jahre den Angaben über den Procentsatz in den Provinzen Posen 1880 64,7 pCt. der Einwohner evangelisch, 33,7 katholisch und Schlesien hervor, wo die jüdische Orthodoxie noch und 1,3 jüdisch. Da die betr. Procentsätze bei den Schülern viel ausgebreiteter herrscht, als z. B. in den Provinzen im Winter 1880,81 73,9, 16,0 und 10,1 betrugen, ergiebt Sachsen und Hannover, wo der Prveeutsatz der jüdischen sich, daß von den Kathliken nur die Hülste der zu erwarten- Jugend in den höheren Lehranstalten viel geringer ist als den Zahl höhere Bildung genoß; bei den Evangelischen war in Posen und Schlesien, die Zahl etwas zu hoch, und bei den Juden besuchten 8 mal mehr Schüler, als dem Verhältniß zur Einwohnerzahl ent-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.