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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-09-16 · Heft 38 (16.9.1884) · p. Seite 608

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 38 (16.9.1884)
Date
1884-09-16
Page
Seite 608 (sequence 12)
Language
German
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I m* i* '' 1 *pi ' u l:!';fe ' 5 i _ 608_ trag von 1500 Mark mit der Bestimmung, daß diese Summe Mitglieder sind selbstverständlich unbesoldet und walten ihres als der erste Grundstock zum Bau eines christlichen Kur- Amtes mit Treue und Hingebung; ebenso Herr Sanitätsrath Hospitals betrachtet werden möchte. Hiermit war aus der Di-. Hirschfeld, der dirigirender Arzt der Anstalt ist. Bon Mitte des Verwaltungsorgans des jüdischen Kurhospitals auch mehreren Mitgliedern wird hervorgehoben, daß sie sich bedie erste Anregung zur Gründung eines christlichen Kurhossonders um die Stiftung der Anstalt, wie um ihre Erhaltung pitals gegeben und die Geschichte beider Institute bleibt so und Entwickelung hohe Verdienste erworben haben, unauflöslich aneinander geknüpft. Schließlich ist noch zu bemerken, daß die Anstalt nur Nunmehr galt es zunächst, den Statuten-Entwurf endlich sehr geringe feste Einnahmen hatte aus dem Miethzins der festzustellen und die landesherrliche Genehmigung nachzusuchen, unbenutzten und deshalb vermietheten Wohnräume, aus der Allein, so schnell die Anstalt auch ins Leben gerufen war, Gartenpacht und den Zinsen der nicht zur Verwendung geso schwierig gestalteten sich ihre Verhältnisse. Mittel zur kommenen und deshalb ausgeliehenen Kapitalien. Im Ueb- Erhaltung der Anstalt fehlten fast gänzlich, auf dem Grund' rigen hatte sie keine anderen Einnahmequellen, als die der stück lasteten 21,000 Mark Schulden, endlich fehlte die gefreien Mildthätigkeit und dieselbe wurde ausschließlich durch setzliche Anerkennung des Instituts. Die Organe der Anstalt den menschenfreundlichen Geist und das milde Herz edler ließen aber trotzdem den Muth nicht sinken, sondern verfolg- Wohlthäter sowohl ins Leben gerufen, als bis heute erhalten, ten ihr zu erstrebendes Ziel mit aller Energie. Die Ver- Wir wünschen der jungen, aufblühenden, so segensreich wirhandlungen über den Statuten - Entwurf gingen freilich erst kenden Anstalt Wachsthum und Gedeihen, wir wünschen der am 25. Juli 1877 zu Ende, worauf derselbe mittelst Allerstrebsamen Verwaltung eine baldige Erfüllung ihrer Wünsche höchster Cabinets Ordre die landesherrliche Genehmigung er-1 und Erreichung der hohen Ziele, die sie mit Muth und Kraft hielt, womit gleichzeitig die Verleihung der Rechte einer I unausgesetzt verfolgt. juristischen Person an die Anstalt verbunden war. Jetzt erst, Von der Begründung der Anstalt bis zum Ende voriam 4. Januar 1878, konnte das für die Anstalt am 12. gen Jahres haben im Ganzen 6248 Wohlthäter dem Kur- December 1873 gekaufte Grundstück an deren Corporation! Hospital 101,510 M. 03 Pf. an Schenkungen, Stiftungen aufgelassen werden. Nunmehr hob sich auch die Entwicke-! u. s. w. zugewendet; hiervon sind 40,051 M. 50 Pf. für lung der jungen Anstalt, die bis dahin stille gestanden hatte, laufende Ausgaben verwendet und 61, 282 M. 93 Pf. sind so daß es schon jetzt möglich war, den Wirkungskreis der j dem Grundvermögen einverleibt. Vom Grundvermögen sind Anstalt allmählig zu vergrößern und dabei einen kleinen! 51,182 M. 93 Pf. im Grundstück und Inventar als todtes Ueberschuß alljährlich ins Grundvermögen abfließen zu lassen, j Capital festgelegt; das baare Grundcapital betrug Ende Durch die Ausspielung zweier von den Behörden bereitwilligst vorigen Jahres 11,600 M. Die Mitgliederliste wies genehmigter Lotterien im Jahre 1878 und 1882 wurden Ende vorigen Jahres 312 Personen mit Beiträgen in Höhe auch die Mittel gewonnen, endlich die hypothekarischen Schulj von 2557,50 M. nach, ist aber gegenwärtig bereits auf 350 den in Höhe von 21,000 Mark zu tilgen und den ersten! Personen mit mehr als 2800 M. Beiträgen gestiegen. Der Grundstock eines Grundkapitals im Betrage von 1200 Mark (Bericht zählt alsdann 44 Mitglieder namentlich auf, welche der anzusammeln. i Anstalt seit zehn Jahren angehören, und erwähnt ferner 31 Die Anstalt ist jetzt mit 22 Betten im Betriebe und; andere Personen namentlich, welche der Anstalt Stiftungen, kann etwa 80 Personen ihre Wohlthaten zuwenden. Die; Legate, Schenkungen von 300 M. und darüber zugewendet Pfleglinge der Anstalt erhalten alles unentgeltlich, was zur! haben. Ein überwiegend großer Theil der einmaligen Bei- See- und Soolbadekur nöthig ist. Soolbäder werden in deri träge ist der Anstalt von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Badeeinrichtung der Anstalt genommen, deren Soolquelle im in Berlin zugeflossen; hinter Berlin folgen der Reihe ihrer Mai 1874 in einer Tiefe von 54 Fuß erbohrt ist und einen Betheiligung nach folgende Städte: Frankfurt a. M., Ham Soolaehalt von 4,33°/0 hat; für Seebäder werden von den ( bürg, Königsberg i. Pr., Stettin, Danzig, Breslau, Posen, städtischen Behörden von Fall zu Fall den Pfleglingen der Leipzig und Colberg. Kleinere Beiträge waren alljährlich Anstalt Freikarten zur Verfügung gestellt. Die Anstalt ge-! aus vielen Mittel- und kleinen Gemeinden der Provinzen nießt alle Benefizien von Seiten des Staates, die öffentlichen1 Pommern, Preußen, Schlesien, Brandenburg und Posen zu Krankenhäusern gesetzlich zustehen und ihre Pfleglinge haben | verzeichnen. Auch Mittel- West- und Süddeutschland haben die Vergünstigung, auf ein Militärbillet in der dritten Wadie Anstalt bisweilen bedacht und einige Male war sie sogar genklasfe der Eisenbahn nach Colberg und zurück in ihre1 aus der Schweiz mit Spenden überrascht worden. Heimath zu fahren. Nur notorisch arme und würdige Perlieber die Frequenz der Anstalt führt eine tabellarische fonen finden Aufnahme; namentlich werden die sogenannten Ueberficht folgenden Nachweis: Es haben in den 10 Jahren verschämten Armen gern berücksichtigt. Sämmtliche Vorstands-; 416 Arme und Kranke unentgeltlich die Wohlthat der Anstalt

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