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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-09-09 · Heft 37 (9.9.1884) · p. Seite 585

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 37 (9.9.1884)
Date
1884-09-09
Page
Seite 585 (sequence 5)
Language
German
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585 geheiligt, das ist eben der Verunreinigung der Sünde baar 2 M. 29, 37. 30, 29. So wie also der Nephesch im Blute den Altar berührt, so wird der Nephesch des Menschen gej heiligt, feine Sünde entfernt, und er zur Annäherung an Gott wieder geeignet gemacht. 3) das Verbrennen des Thieres oder seiner Fettstücke. Den Zweck dieser Handlung giebt das h. Wort dadurch näher zu erkennen, weil es dies Verbrennen auf dem Altar nie mit dem Ausdruck rpc? bezeichnet, sondern stets mit „in Rauch aufgehen lassen", so daß konstant im Gegensatz nur von dem, was als Uebriggebliebenes und was außerhalb des Lagers verbrannt wurde, rptp gesagt wird s. 2 M. 12, 10. 29, 14. 34. 3 M 4, 12. 21. 6, 23. 7. 7. 8, 17. 32. 9, 6. 11. 13, 55. 16, 27. 28. 4 M. 19, 5. und a. O. Es geht hieraus hervor, daß das Verbrennen nicht das Vernichten des Opferthieres, sondern seine Auflösung in aufsteigende Rauchwolken bewirken soll. Dieses „in Rauch aufgehen lasten" des Opferthieres wird nun weiter konstant als mr,'1: rri bezeichnet. Daß dieß den materiellen Geruch nicht bezeichnen solle, leuchtet schon daraus, ein, daß verbranntes Fleisch, Fett, Knochen, Mehl gewiß keinen guten Geruch geben, und daß dieser Ausdruck vom h. Räucherwerk gerade nicht gebraucht wird 2 M. 30, 7. 34. mr'] heißt eigentlich Ruhe (m:), dann Annehmlichkeit, so daß rr-rrs rrn der angenehme Geruch, wohlgefällige Geruch, was also bei Gott Wohlgefallen erweckt, ist, wozu rpi sehr angemessen, da m auch das Ansehen, in welchem Jemand steht, bezeichnet, vgl. 2 M. 5, 21. Indem also das Opferthier in Rauch aufgeht, und als Rauchwolke in die Höhe steigt, ist es das Symbol für den Uebergang und das Aufgehen des Sichtlich-Irdischen in das Unsichtbar- Göttliche durch die Läuterung, und indem das Opferthier integrirender Stellvertreter des Menschen ist, stellt es sein eigen Ich dar, das aus dem körperlich befangnen Zustand nach der Vergöttlichung in der Heiligung strebt. Da nun aber der Offenbarungsgott durch die Offenbarung nichtanderes bezweckte, als den Menschen zur Vergöttlichung in der Heiligung zu bringen, so kann er dieses Stteben des Menschen zu dieser hinauf nur wohlgefällig aufnehmen, d. h. die Heiligung des Menschen als solche und als vollgültig annehmen. Die allgemeine Idee des Opfers ist also durchaus nicht einfach, sondern, indem sie aus diesen drei Momenten besteht, ist sie nur als Komplex dieser drei zu resultiren. Zuerst wird ein Repräsentant des äußerlichen Besitzthumes zu einem integrirenden Theil des menschlichen Selbst erhoben, und als solcher hingegebcn; alsdann vermittelst des Nephesch desselben der Nephesch des Menschen von aller, die Heiligung hindernden Sündhaftigkeit befreit; dann erst in der Verflüchtigung der materiellen Theile des Opferthieres in aufwirbelnde Rauchwolken die Annäherung, die Erhebung, die Vergöttlichung des Menschen symbolisch bewirkt. Aus diesen geht die Bedeutung des Opfers hervor: Die Annäherung deS im Materiellen befangenen Menschen an Gott zu vermitteln, durch die Loslösung des Menschen aus dem materiellen Zustande und durch die Erhebung in das Geistige und Göttliche, lind da dies auf sittlichem und intellektuellem Boden der Zweck der Offenbarung überhaupt ist: so sehen wir nun den Opferdienst völlig von der Idee der Offenbarung durchdrungen, wie wir es in der Erörterung a priori vorgezeichnet hatten. Die Bedeutung des ganzen mosaischen Kultus erscheint demnach als ein völlig einiger: die Verbindung zwischen Mensch und Gott; von der einen Seite als Offenbarung: die Annäherung Gottes zum Menschen; von der andern als Heiligung: die Erhebung des Menschen zu Gott. — — Aus dieser Darstellung wird auch klar geworden sein, daß keine dieser Handlungen irgend einem Opfer fehlen durfte, um es als solches kräftig zu machen: bei jedem muß Händeauflegen, Sprengen des Blutes, Verbrennen stattfinden, aber in der Spezalität des Opfers wird eines oder das andere stärker hervortreten müssen. Die erste Gattung ist r&'.y, wo das Verbrennen das Hauptmoment ist, indem das ganze Opferthier verbrannt, die Haut dem Priester gegeben wird. Seine Bedeutung ist demnächst insbesondere: die Vermittelung der Erhebung zu Gott, die Heiligung in Gott durch Vergöttlichung, die Verbindung mit Gott, weshalb ihm vor allem das Prädikat1, 3. gegeben wird. Es ist so recht das Normalopfer, daher es ganz verbrannt wurde; ferner als Opfer des ganzen Jsrael's auf dem Altar nie zu verbrennen aufhören durfte, indem die Verbindung Israels mit Gott eine ununterbrochene sein muß, andrentheils bei keinem Opfer fehlen durfte, indem jede Opferspezialität immer wieder in diese Opferallgemeinheit aufgehen muß, da aller Opfer letzter Zweck die Erhebung des Menschen zu Gott ist. Bei den übrigen Gattungen aber tritt die unmittelbare Erhebung zu Gott zurück, indem dieses allerhöchste Moment wegen des Vorhandenseins anderer notwendigen Momente noch nicht vollständig angestrebt werden konnte, weshalb bei ihnen nur die Fettstücke verbrannt wurden. Das Fett (denn die Nieren, wie der Fettschwanz der Schafe, kamen nur ihrer besonderen Fetthaftigkeit wegen dazu), ist, wie der Kopf der Repräsentant des ganzen Lebens des Thieres, so der Repräsentant der materiellen Theile an sich, denn es ist dem Orientalen homonym mit dem Besten (die besten Produkte das Fett der Erde 1 M. 45, 18.; das Fett der Helden, die besten Helden Rich. 3, 29. Jesch. 10, 16. Pf. 78, 81.; die Fetten sind die Vornehmen, Reichen Ps. 22, 30.). Für das Ganze wird also das Beste, der intensive Stoff, verbrannt. Die zweite Gattung ist nun nNün. Bei dieser ist daher das Sprengen des Blutes die Hauptsache, welches eine spezielle Sünde, die am Heiligthum selbst begangen worden, heben soll, weil dadurch Thäter und Heiligthum aus der Verbindung mit Gott

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