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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-09-02 · Heft 36 (2.9.1884) · p. Seite 573

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 36 (2.9.1884)
Date
1884-09-02
Page
Seite 573 (sequence 9)
Language
German
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573 ipenden nimmt der obenwerde. Zu diesem Behuse errichtet die Gemeinde eigene hebsitz der nöthigen Mittel sehen!" räische Schulen mit sechs wöchentlichen Unterrichtsstunden, genannte Vorsitzende entgegen. in welchen die obgenannten Unterrichtssächer gepflegt werden. Brünn, 18. August. In Folge Ermächtigung des Cul- Die erste Klasse einer solchen hebräischen Schule tritt mit tusministers beruft die Stadthalterei für den 3. September September d. I. in's Leben und es werden in dieselbe Zögeine Versammlung der Telcgirten sämmtlicher israelitischen linge der zweiten und dritten Bolksschulklasse Aufnahme sin- Cultusgemeinden Mährens ein, behufs Berathung über die den. Die übrigen Klassen werden in den folgenden Jahren Abgrenzung der Gebiete der genannten Gemeinde. Ein Resukzessive in's Leben treten. gierungs - Vertreter und der greise Landrabbiner Placzek Von der Theiß, im August. (Privatmitth.) In Tißawurden den Berathungen zuzezogen. Als Grundlage der Eßlar hat sich ein Comitv zur Wiederherstellung des zerstörten endgiltigen Festsetzung der Gemeindegebiete wird die im Jahre Tempels gebildet, Jacob Lichtmann als Vorsitzender an der 1876 publicirte Eintheilung Mährens in 55 israelitische Spitze. Es erließ unter dem 7. d. einen Aufruf, aus welchem Matrikeubezirke angenommen, wir Folgendes -entnehmen: „Das gefertigte Tempelbau - Comits von Tißa-Eßlar Ar^mkreich. hat mit dem heutigen Tage den Wiederaufbau der durch ruchlose Hände zerstörten Synagoge sammt Nebengebäude Paris, im August. In Algerien fährt ein Theil der mit rituellem Bade in Angriff genommen. Es stehen uns Tagespresse fort, gegen die Juden zu Hetzen, und sich dazu heute zwar nicht mehr als 783 fl. 50 kr. zu diesem Zweckender Lüge und Verläumdung zu bedienen, wie in Europa, zur Verfügung, und zwar 200 ff. von Seite des hohen kgl. Einige Blätter brachten wiederholt vor: „fast alle Fallissements ung. Kultusministeriums, welche uns durch wohlgeneigte Vcrj werden durch Juden gemacht und alles jüdische Vermögen Mittelung der isr. Landeskanzlei zugekommen sind, und 583 fl.! beruht auf mehr oder weniger zahlreichen Fallissements. Tie .50., welche Herr Max Szabolcsi als Resultat der bisherigen j Inäspsuännes äs Oonsrantins setzt diesen Behauptungen den Sammlung, die er als Redakteur der „Jüdischen Pester Ztg."! officiellen statistischen Nachweis entgegen: im Jahre 1883 kamen in diesem seinem Blatte einleitete."!in ganz Algerien 168 Fallissements vor, wovon 125 auf Der Tempel und das dazugehörige Nebengebäude sammt! Europäer und Araber, 43 auf Juden fallen; in der Stadt rituellem Bade sind leider in einem solchen Zustande des! Algier selbst betrug die Zahl der Fallissements 51, wovon Verfalles, daß die Wiederherstellung derselben mit der allbe-^40 aus Europäer, 11 auf Juden fielen. Tie Lügenhaftigkeit scheidensten Ausstattung, nach Ansicht von Fachmännern, > der obigen Behauptungen geht daraus deutlich hervor; sie wenigstens viertausend Gulden (4000 fl.) kosten dürfte. Wir! würde noch eklatanter erscheinen, wenn das Verhältnis der sind also der auswärtigen Hilfe noch so sehr, sehr bedürftig.jüdischen Kauflcute zu den europäischen angegeben wäre, da Die edelmüthigen Spender, denen wir hiermit unfern i die crsteren an Zahl die letzteren überwiegcn. heißesten innigsten Dank aussprechen, waren es, welche uns j Paris, im Aug. Das Central-Comitö der Alliance isr. ermuthigten, an den Bau unseres Tempels zu gehen, und mm', sieht sich nun doch genöthigt, öfter das Stillschweigen heute sind es wieder unsere edeldenkenden Glaubensbrüder, zu brechen, welches es bisher irrigen und falschen Behaupderen Hilfe wir anrufen, und die uns gewiß nicht im Stiche tungeu entgegensetzte. So gab cs im „Figaro" eine für die lassen werden, da die Bau-Arbeiten nun einmal ihren An- Stellung der Alliance nicbt unwichtige Erklärung ab: fang genommen haben. Wenn unser Tempel in dem Zustande, Ter Wiener Correspondent des Figaro zu Paris hat in in welchem er sich zu unserem Schmerze seit zwei Jahren einem am 2. Juli in dieser Zeitung veröffentlichten Brief bcsindet, noch den Winter über bleiben sollte, dann könnte erklärt, daß die Alliance israelite universelle sich bei den man von demselben beim Wiederaufbau entschieden Nichts Wahlen für das ungarische Parlament betheiligt habe, zu verwenden; cs müßte ein ganz neuer Bau angefangcn wergunsten einiger Candidaten und gegen die antisemitischen den, wie das mit dem Nebengebäude des Tempels und dem Candidaten. „Das Geld zu den Wahlen, sagt der Correrituellen Bade schon jetzt der Fall ist, welches wieder um spondent, — in Ungarn kosten die Wahlen große Summen eine bedeutende Summe mehr kosten würde. Auch besitzen wir leider nichts, was zur Ausstattung des Tempels gehört. Tie Tempelgeräthe, welche wir besaßen, sind theils entweiht und ruinirt, theils entwendet worden, — ist aus Paris von Baron Hirsch und der Alliance israelite gesandt worden. Trotz dieser mächtigen Hilfe, vielleicht wegen derselben, ist Herr Eötvös « der Advocat der Juden zu Tißa-Ezlar) durchgefallen. Was ein Privatmann mit seinem und wir sind bemüssigt, für die Anschaffung anderer heiliger Gelde macht, geht Niemanden etwas an. Aber die Alliance Geräthe zu sorgen." nimmt eine internationale fast ofsicielle Stellung ein und mau Möchte die vielgeprüfte Gemeinde sich recht bald im Bewäre wohl berechtigt, sich zu fragen, mit welchem Rechte sie 36

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