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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-09-02 · Heft 36 (2.9.1884) · p. Seite 567

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 36 (2.9.1884)
Date
1884-09-02
Page
Seite 567 (sequence 3)
Language
German
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567 lichen Heiligkeit als bei Israel. Auch der äußeren Sittlichkeit j günstige ober ungünstige Momente für die verschiedenen war jene Sühnanstalt keineswegs gefährlich, denn dieeigent-! Klaffen der jüdischen Einwanderer und für die verschiedenen lichen Sittengebote blieben dabei in voller Kraft und Gültig-- keit, jede Uebertretung derselben, sogar die unvorsätzliche (wie z. B. der unvorsätzliche Todtschlag 4. Mos. 35, 11?c.) wurde Tätigkeiten hat-, in wieweit und in welchen Persönlichkeiten die Einwanderer aufrichtige und sachkundige Ratbgcbcr finden; welche die besten Ueberfahrtsgelegenheiten sind u. s. w. Das geahndet. Dagegen förderte diese Sühnanstalt was Grund Comit^ müßte ein ständiges Auskunftsbureau errichten, an und Quelle aller Sittlichkeit ist, nämlich die Religiosität, inj welches die Einwanderer sich wenden könnten, um sichere dem sie das Verhältniß zu Gott, dem Allheiligen, erst recht Auskunft zu erhalten. Dies wäre eine Anstalt, die von unzum Bewußtsein brachte." Denn keine Sünde konnte beübersehbarem Nutzen wäre, anstatt daß man bis jetzt große gangen werden ohne das Bewußtsein, daß sie zugleich gegen : Summen geopfert bat, um nicht geringe Massen nach übcrdie Heiligkeit Gottes gerichtet sei. seefi'chen Ländern zu transportiren, wo die größere Zahl ohne Treten wir nun unserem Gegenstände näher. Rath und That blieb und zu einem bedeutenden Theile wieder zurückkehren mußte, nachdem sie unsägliche Notb zu bestehen gehabt. — — Dies ist die Quinteffenz dieser Correspondeuz aus Jassy, und wir fügen hinzu, daß wir ein ähnliches Schreiben aus Botuschan erhielten, in welchem ein herzzerreißender Hilferuf enthalten ist, ohne daß wir persönlich ein Mittel hätten, irgend einen Beistand zu leisten. Es giebt für uns keinen Trost ab, wenn wir unseren Lesern in Erinnerung bringen, daß wir, als die russisch-jüdische Flüchtlingsangelegcnheit zu einiger Ruhe gekommen war, mit den nachdrücklichsten Worten die damals bestehenden Hilfs-Comites aufforderten, sich nicht aufzulösen, und die restirenden Gelder nicht zu vertheilen, sondern vielmehr die gemachten, zum Theil bitteren Erfahrungen zu benutzen und die nöthigen Vorbereitungen zu treffen, um bei wieder eintretendem Bedürfniß für alle Fälle gerüstet zu sein. Wir mahnten damals, die Zeit der Ruhe zu benutzen, um über alle bezüglichen Verhältnisse sichere Nachrichten einzuholen, Verbindungen auzuknüpfen, überall Anhaltspunkte zu suchen und zu erhalten und die Grundsätze festzustellen, nach welchen man im gegebenen Falle verfahren wolle. Wir haben aber, wie so oft in unserem langen Leben, auch hier nur tauben Lhren gepredigt und die leidige Erfahrung gemacht, daß unsere Glaubensgenossen, so leicht augenblicklich zu Lpfern und zur Hingebung geneigt, der Ausdauer ermangeln und unpraktisch sind. So stehen wir denn abermals vor einer schweren Ausgabe, und für ihre günstige Lösung fehlt eS an allen Aussichten. Die Lage Ler Rumänischen Zu-en. ii. Wir erhalten von Jassy vom 12. August ein ausführliches Schreiben, welches alle Daten bestätigt, die wir im Leitartikel der vor. Nr. geschildert haben. Mit tief erschütternden Worten werden die immer trauriger sich gestaltenden Zustände und Verhältniffe unserer Glaubensgnoffen in diesem verfolgungssüchtigen Lande dargestellt. Was die Beängstigung noch vermehrt, das sind Gerüchte über in Aussicht genommene neue Gesetze, welche den Ruin der Juden gänzlich herbeiführen sollen. Daß hiermit die Rumänen auch an sich selbst eine selbstmörderische Hand legen, ist sehr ersichtlich, aber Fanatismus und Hochmuth verblenden sie vor dieser Einsicht. Die an sich schon schwache Industrie.verfällt immer mehr; die Kapitalien schwinden, und das Exportgeschäft der Rumänischen Landesprodukte, das zumeist durch die Hände der gewandten und geschäftskundigen Juden ging, nimmt immer mehr ab. Eine Verarmung des Landes, das an sich schon wenig Reichthümer besitzt, steht in sicherer Aussicht. Unter diesem Truck ist es natürlich, daß sich der Auswanderungsdrang selbst der wohlhabenderen Klasse der Juden stärker bemächtigt. Aber die Frage bleibt stets — wohin? In welchem Lande finden wir Aufnahme und angemeffene Lebensbedingungen? Welche sind dort die Verhältniffe, um sich denselben anfügen, und aus ihnen einen rechtlichen Erwerb ziehen zu können? wo finden wir ehrliche und sachverständige Rathgeber? Alle diese Fragen bestürmen den zur Auswanderung Gesinnten und nirgends weiß er sich Raths zu erholen. Wenn daher unsere europäischen und amerikanischen Glaubensbrüder etwas Gegen Gildemeister. Unsre Leser erinnern sich, daß in einer vor dem kön. Wesentliches für uns thun wollen, so müßte es darin bestehen, Gerichte zu Bonn gegen einen antisemitischen Skribler von daß sich ein ständiges Comitö bilde, welches sich die Aufgabe der Staatsanwaltschaft erhobenen Anklage das Gericht den stellt, die politischen, sozialen und materiellen Verhältnisse in! Prof. Gildemeister von der Universität Bonn als Sachverden verschiedenen Ländern der Welt, in welche Einwanständigen berufen, und dieser nicht bloß ein sehr abfälliges derungen stattfinden können, zu erforschen; in wieweit sie die Urtheil über den Schulchan Aruch vortrug, sondern seinem Einwanderung gestatten; in wieweit die Lage der Dinge Gutachten eine nicht zu verkennende feindliche Tendenz gegen 36*

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