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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-08-26 · Heft 35 (26.8.1884) · p. Seite 561

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 35 (26.8.1884)
Date
1884-08-26
Page
Seite 561 (sequence 13)
Language
German
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Nachdem die General - Discussion geschlossen war, re«i sumirt der Redner den Inhalt seines Vortrags in sieben! Thesen:! 1. Der hebräische Unterricht in der Religionsschule muß, j wie aller Unterricht, auf eine geistbildende Weise betrieben! werden und in erster Reihe religiöse Bildung bezwecken.! Wird ohne Debatte angenommen.! 2. Gegenstand desselben bildet Uebersetzeu der Gebete! und der Bibel.! Gleichfalls ohne Debatte angenommen. . 3. Der Uebersetzungs-Unterricht darf nicht in mechani-! schem Vor- und Nachübersetzen bestehen, sondern muß auf! grammatischer Grundlage beruhen.! Dr. Jacobson-Schrimm schlägt vor, hinzuzufügeu: „soweit der in der ersten These hervorgchobene Gesichtspunkt nicht beeinträchtigt wird." Dr. Wattersdorf ist dagegen. Di-. Samuelsohn ist der Ansicht, daß eine solche Beeinträchtigung gar nicht vorhanden. Zusatz Jacobson wird abgelehnt. 4. Es empfiehlt sich nicht, während der ersten Schuljahre in der Religionsschule die rein grammatische Methode anzuwenden. Wird angenommen. 5. Die Bibel soll den Kindern ganz in die Hand gegeben, aber nur in einer Auswahl übersetzt werden. Or. Samuelsohn beantragt, statt „in einer Auswahl" „mit Auslastungen" zu setzen. Dr. Jacobson-Schrimm ist gegen „Auslastungen" und schlägt vor, diese These ganz fallen zu lasten. Derselbe wendet sich gegen die Ausführungen der Vorredner. Ein Schlußantrag wird gestellt und angenommen. Dr. Mattersdorf führt in seinem Schlußwort aus, daß Auslastungen geboten seien, damit dem Kinde womöglich die Kenntniß aller Bücher ermöglicht werde. Die These wird hierauf angenommen. 6. Beim Uebersetzungsunterricht sind während der ersten 2—3 Schuljahre eigens für diesen Zweck eingerichtete Präparationsbücher zu benutzen. Wird angenommen. 7. Jedes übersetzte Stück muß seinem Inhalt nach besprochen werden. Wird ohne Debatte angenommen. Es folgt die im vorigen Jahre wegen vorgerückter Zeit vertagte Discussion über den Vortrag Schindler-Bernstadt: „Die Stellung der Lehrer in kleinen Gemeinden und die Mittel zur Abhilfe mancher Mängel", an welcher sich außer Herrn Schindler noch die Herren Tintner - Bunzlau, Di-. Jakobson-Schrimm, Bender-Jauer, Cohn-LandeShut, Bach- Myslowitz betheiligen. Zum Schluß stellt Dr. Samuelsohn folgenden Antrag: In Erwägung, 1. daß die Zahl der Schüler, welche an Festtagen dem Gottesdienst beiwohnen, sich von Jahr zu Jahr vermindert, und daß am Sabbath-Bormittag fast kein Schüler denselben besucht; 2. daß durch diesen Umstand die Jugend immer mehr entwöhnt wird, das Gotteshaus zu besuchen; 3. daß in Folge besten, wenn der eine oder andere ausnahmsweise im Gotteshause erscheint, er dem ganzen Vorgänge fremd gegenübersteht; und 4. daß unter solchen Verhältnissen die durch unfern Normallehrplan angestrebten Ziele illusorisch werden: beschließt die Versammlung, eine Commission zu wählen mit dem Aufträge, die Mittel zur Beseitigung dieses verhängnißvollen Uebelstandcs anfzunnden. Ter Antrag wird hierauf angenommen und in die Commission wurden gewählt die Herren Cohn-Kattowitz, Dr. Mattersdorf-Glciwitz, Stciner-Gr.-Strehlitz. Oberst Loris. Nach dem Arch. isr. Boris (Moses), Oberst der Infanterie außer Diensten und Offizier der Ehrenlegion, ist im letzten Monat zu Paris verstorben, war in der Meurthe im Jahre 1808 in einer sehr achtbaren Familie geboren, die aber ohne Vermögen war. Er mußte, um sich seinen Lebensunterhalt zu erwerben, sich einem Handwerke zuwenden: seine Neigung trieb ihn nichts destowcniger zur Militär-Carriöre; er trat freiwillig im 23. Jahre ein: nach Ende eines Jahres Fourier, arbeitete er mit Eifer in seinem Regiment, um in die Schule von Saint-Cyr einzutreten, in die er im 26. Jahre ausgenommen wurde. Beim Austritt aus der Schule wurde er sogleich zum Repetiteur an derselben ernannt und erfüllte sein Amt während mehrerer Jahre und stieg nach und nach zum Rang eines Capitäns auf. Boris bekleidete diese Stelle in einem Pariser Garnisons- Regiment; als die verhängnißvollen Junitage von 1818 hercinbrachen, zeichnete er sich dermaßen bei der Unterdrückung des wilden Aufstandes aus, daß er zum Bataillonschef er- : nannt wurde, obgleich er erst zwei Jahre in dem vorherigen! Grade gewesen. Da er cifrigst die Gelegenheit suchte, um seinen Eifer und seine Thätigkeit zu entfalten, erhielt er auf sein Ansuchen das Ausscheiden aus seinem Regiment, um in dem Krim-Feldzug zu dienen; dann machte er den in Italien mit seinem Regimente mit und erhielt den Grad eines Oberst-

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