Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 35 (26.8.1884)
- Date
- 1884-08-26
- Page
- Seite 557 (sequence 9)
- Language
- German
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557 macht. Die jüdischen Hilfs-Comit4s in Europa aber werden! die zeitweise Unterhaltung der Heimathlosen sorgen zu dürfen daraus entnehmen, daß sie Niemanden nach Amerika beför- und sind dieselben jetzt in verschiedenen Logirhäusern unterdern, der nicht im Besitze von 100 Dollars ist, oder denen! gebracht. Ein neuer Beweis der Wohlthätigkeit dieses Versie eine solche Summe gewähren können. Daraus wird ereins, der vor einiger Zeit bereits den Zehntausendsten der folgen, daß sie in der Auswahl der zu befördernden Ausrussischen jüdischen Flüchtlinge unterstützen konnte. Wanderer vorsichtiger werden und nicht sowohl an die Masse! der Hinüberzusendenden denken, als ob dieselben befähigt sind,! Hamburg, 10. August, lieber die rumänischen Aussich wirklich in Amerika einen nutzbringenden Erwerb zu Wanderer, welche mittellos in New-Z)ork angekommen waren schaffen. Gewiß wird auf diese Weise auch manchem würdij und deshalb nach Europa zurückgeschickt wurden, schreibt man gen Unglücklichen der Weg zu einem befferen Ziele abgeder „Köln. Z." unter dem 7. aus Hamburg, daß sie sich schnitten und dies ist tief zu beklagen — aber andererseits > seit Dienstag immer noch an Bord befinden. Ter Senat werden nicht wenige nutzlose und bettelhafte Subjecte zurück-! hat nämlich der Direktion der Hamburg-Amerikanischen Paketgehalten werden, welche der jüdischen Einwanderung einen | fahrt Gesellschaft anbefohlen, die Leute nicht ausschiffen zu schlimmen Namen und zuletzt auch eine schlimme Stellung lassen. Diplomatische Schritte sind eingeleitet; im Uebrigen bereiten würden. — Bei der Zurücksendung der Rumänischen hat der rumänische Consul in Hamburg der amerikanischen Juden kommt auch eine staatsrechtliche Frage herein. Die Regierung eine Beschwerdeschrist cingereicht, in welcher er Rumänische Regierung, die ja in allen Rechtsfragen sich einenden Vorwurf erhebt, daß auch zwei Frauen, die zu ihren despotische Willkür gestattet, zwingt jüdischen Auswanderern i in Amerika in anständigen Verhältnissen lebenden Männern gegen Ertheilung des Paffes die schriftliche Erklärung ab, wollten, die Landung verweigert wurde, nach Rumänien niemals wieder zurückzukehren Mit den! Wünschen der Auswanderer stimmt dies gewiß überein. Aber , Münster, im August. (Privatmitth.) Die Marks-Hainwie, wenn die amerikanische Regierung sie wegen Mittellosig- : dörfische Stiftung hat ihren 32. Bericht veröffentlicht und keit abweist und sie nach dem Orte ihrer Einschiffung zurückzwar über ihr Rechnungsjahr 1883/84 ausgegcben. Tie transportiren läßt? Wohin sollen sie nun? wohin gehören! Anstalt feierte den hundertjährigen Geburtstag ihres edlen sie? Dasselbe Recht wie Amerika können auch andere Staaten Stifters des Pros. 1>r. A. Haindvrs nebst dem 60jährigen beanspruchen. Vernünftiger Weise und nach den Gesetzen Bestände und zugleich die Grundsteinlegung zu einem neuen civilisirter Staaten wird durch einen Auswanderungsschein größeren Seminargebände; seit 1873 erhält sie aus Staatsdas Recht an den llrsprungsort, an den Staat, in welchem; Mitteln einen Zuschuß von jährlich M. «»000. Was dieses man geboren ist, nicht aufgehoben und der Betreffende kann Seminar für das jüdische Schulwesen in Westfalen und der wieder in sein Vaterland zurückkehren. Hierbei kann Ru. Rheinprovinz, auch wohl über die Grenzen dieser Provinzen mänien den von ihm so oft vorgebrachten Einwand nicht hinaus geleistet hat, brauchen wir nicht abermals hervorzuerheben , daß Niemand sich in seine, eines unabhängigen heben. Namentlich die Gemeinden Westfalens geben dafür Staates innere Verhältniffc einzumischen habe; denn von Zeugniß, wenn man sie mit denen einiger östlichen Provinzen dieser Angelegenheit werden auch andere Staaten berührt, unsres Staates vergleicht. Die Anstalt entließ im vorigen denen man zumuthet. Rumänische Unterthanen aufzunehmen, Jahre 6 Zöglinge, 4, welche die Lehrerprüfung bestanden und die Rumänien bei sich nicht dulden will. Auch sein beliebtes 2, welche die provisorische Verwaltung einer Lehranstalt über- Wort: „Die Juden seien in Rumänien Fremde", muß hierin nahmen. Ausgenommen wurden 3 und 4 Aspiranten angeals leerer Dunst erscheinen. Denn man hat es in der gromeldet. Die Zahl der Seminaristen ist jetzt 15. Das neue ßen Mehrheit mit Menschen zu thun, die in Rumänien ge- Seminargebäude war ein um so dringenderes Bedürsniß als boren sind, und der Ort der Geburt und eines längeren in demselben die doppelte Zahl von Zöglingen sollen ausge- Aufenthaltes entscheidet über das Recht der Heimath. Aber nommen werden, während man sich bis jetzt wegen Mangels Rumänien gehört noch lange nicht zu den civilisirten Staaten, an Raum auf die obige Zahl beschränken muß. Zu diesem weiß aber durch seine Keckheit den größeren zu imponiren, Neubau sind bis jetzt Spenden zum Belaufe von M. 3:2 301 die um solcher Fragen willen keinen Streit mit ihm anfaugen. eingegangen, wofür der Bau eifrig begonnen worden und in Die Sache liegt also noch sehr verworren vor uns. die Höhe wächst mit der Hoffnung, daß Freunde des Schulwesens, einsichtsvolle Gönner der Volksbildung die weiteren, Hamburg, 9. August. Die bekannten 50 rumänischen erforderlichen Mittel zur Vollendung des Baues spenden Auswanderer haben jetzt vorläufig Hilfe bekommen. Es hat werden, wofür auch wir unser Wort nachdrücklich eilllegen. Tie sich nämlich der „Verein zur Unterstützung der aus Rußland Jahreseinnahme betrug M. 17 536, die Ausgabe M. 17 760, vertriebenen Juden" vom Senat die Erlaubniß erwirkt, für so daß ein Destcit von M. 22i verblieb. :!U;si Ui: 33