Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 33 (12.8.1884)
- Date
- 1884-08-12
- Page
- Seite 527 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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527 Vorbereitung in optima forma zu lesen und zu erklären." Nachdem der Bericht noch mit großem Lobe der homiletischen Befähigung erwähnt, von der die Candidaten in der Synagoge des College vor der Prüfungs -Comisfion glänzende Proben abgelegt, heißt es am Schluffe: „Wir können auch unsern Tribut der Anerkenung nicht zurückhalten für die unentgeltliche und mühevolle Thätigkeit des hochwürdigen Präsidenten des College, des Herrn Dr. I. M. Wise. Durch seine Energie wurde das Coltego gegründet. Durch seinen unermüdlichen Eifer und seine edle Opferwilligkeit an Zeit und Kraft ist es erhalten und zu der gegenwärtigen hohen Stellung gebracht worden. Jede Gemeinde des Landes sollte eine Ehre und einen Stolz darin setzen, zur Erhaltung dieser Anstalt beizntragen, um ihre fernere heilsame Wirksamkeit zu sichern." Bei der Entlaffungsfeierlichkeit sprachen sowohl der Präsident des Verwaltungsrathes, Herr B. Bettmann, als auch die Mitglieder der Prüfungs-Commission. Den Ordinationsakt leitete Herr Rabbiner Dr. Wiese, der Präsident des Collogo, während der Rabbiner vr. James Gutheim die Laureat-Rede hielt. Kurze Ansprachen wurden auch von zwei der angesehensten Candidaten und eine Schlußansprache von Herrn vr. S. Sonnenstein aus St. Louis gehalten. Die begeisternden Reden wechselten mit herrlichen Chor-Gesängen ab, unter welchen besonders ein vom Kantor Herrn M. Goldstein eigens für diese Gelegenheit componirter Psalm einen erhebenden Eindruck macht. Bonn, 3. Aug. (Notizen.) Aus Pardubitz (Böhmen) wird geschrieben: Am 2. v. M. verschied hier Herr Ludwig Krauß, Bruder des Statthalters von Böhmen, F. M. L. Baron von Krauß. Er wurde nach jüdischem Ritus begraben; Rabbiner vr. A. Ehrentheil aus Horic hielt ihm die Leichenrede. — Aus Pest wird uns geschrieben: Tie isr. Gemeinde Güns hat Herrn S. Richter zu ihrem Rabbiner gewählt. Derselbe hat einige Jahre das hiesige Rabbiner-Seminar besucht und dann in Preßburg seine Studien absolvirt. — Zu Paris ist der Obrist Boris, geb. im Dep. Meurthe, verstorben. Moses Boris, Infanterie-Obrist a. D. und Officier der Ehrenlegion, hat seinen Rang durch die Beweise seiner Tapferkeit und Pflichttreue erworben. Er war Handwerker, trat als Volontär in die Armee und stieg langsam auf. Er war zugleich ein eifriger Israelit und hatte in seiner Laufbahn mehrere Male Gelegenheit, mit dem Degen in der Faust dies zu beweisen; denn der Antisemitismus ist nicht von heute. — Sehr bedauert wird der Tod des namentlich durch seine Portraits rühmlich bekannten Malers Alfons Hirsch. Er erreichte nur das 40. Lebensjahr. — In einer der letzten Sitzungen des Assiscnhofes des Departements der Seine ereignete es sich, daß bei der Verhandlung über einen gcwiffen Blum der General-Advokat wiederholt von „diesen! elsässischen Juden" sprach. Zufällig war der Berthcidiger auch Israelit, Herr Edmond Benoit Lovy, und dieser erhob sich mit gerechter Indignation gegen diesen Mißbrauch des Generaladvokaten mit den beiden Namen „Jude" und „Elsässer" und protestirte gegen den verächtlichen Ton, mit welchem j dieser die beiden Namen ausgesprochen, j Pest, 5. Juli. (Literarische Notizen.) Der am j 3. Februar d. I. in hohem Alter in Wien verstorbene Moises ^Hirschl hat sich um die israelitische Cultusgemeinde in Arad, j deren langjähriges Mitglied er war, um deren Gotteshaus,! Schule und Wohlthätigkeitsanstalten hohe Verdienste erworben, so daß die dortige Gemeinde in dankbarer Anerkennung derselben am 2. Juni eine besondere Trauerseicr veranstaltete. ^Tie bei dieser Gelegenheit vom Oberrabbiner Jacob Stein-! Hardt gehaltene „Gedächtnißrcde" liegt nunmehr gedruckt vor. Der gewandte Redner entrollt ein schönes Bild von dem Leben und Wirken dieses seltenen Mannes, der „als treuer Schüler seines für die Verherrlichung des Judenthums und für die Erleuchtung seiner Bekenner begeisterten Lehrers Aron Chorin das Werk der Neugestaltung als eine heilige Pflicht betrachtete und sich mit der ganzen Wärme jugendlichen Eifers an dem Werke der Culturrcsorm betheiligte, von dieser die Erfüllung seines frommen Wunsches erwartend, das Judenthum nach Innen gckräftigt, nach Außen verherrlicht zu sehen." Keuilleton. Hessens. Der Vorsitzende, Herr vr. Stein-Kaffel, eröffnete Die 16. Jahresversammlung der israelitischen um 0 Uhr die Conferenz, nachdem der Choral „2 Gottes * Lehrer Hessens. Geist kehr bei uns ein" gesungen worden war. Redner Die Conferenz der israel. Lehrer Hessens gewinnt von schilderte in seiner herzlichen Begrüßungsrede das Leben Jahr zu Jahr mehr Freunde und Anhänger. Die Präsenz- Moses Büdingers, da es gerade in diesem Jahre 100 Jahre liste der diesjährigen Jahresversammlung, die am 7. Juli seien, daß dieser in einer kleinen Hütte zu Mardorf in im Saale des Arbeiter-Fortbildungs-Bercins zu Kassel statt- Oberhefsen das Licht der Welt erblickt habe, fand, ergicbt die erhebliche Zahl 66, also etwa (Gäste na- Er bezeichnete Büdinger als einen der Begründer des Inrlich nicht mit gerechnet) über 60 Procent der isr. Lehrer hessischen, ja des deutsch-israelitischen Schulwesens, da er 33*