Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 32 (5.8.1884)
- Date
- 1884-08-05
- Page
- Seite 510 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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510 des Hauses Freiherrn von Rothschild durch die Alliance-! Israelite Universelle nur die Familien, welche zum Ackerbau; befähigt sind, unterstützt werden. Wir haben die Ehre zu ' zeichnen, mit vorzüglicher Hochachtung, j Der Borstand der Rumänischen Gemeinde j zu Sassed, Palästina. I Sassed, 1. Juli 1864. Geldbeiträge können durch Herrn Leon M. Cohn in Berlin, Bankier, kleine Präsidenten-Straße Nr. 7, übermittelt werden Wolf Segal, Joses Mijassi, Pinchas Briß, Dawid Roman, Präsident. Herr Baron von Rothschild aus Paris hat bewilligt 100 Frcs., Freiherr von Rothschild aus Frankfurt a. M. 150 M., Bankier Leon Cohn 40 M., M. Ettlinger und Rab. 40 M., Jaffe Mislowitz 10 M., G. Henschke 3 M., Gemeinde Kronstadt 16 M., S. Friedmann 30 M. Bonn, Juli. (Notizen.) Aus Pest wird geschrieben: Hcrrr M. Szabolcsi, Redakteur der „Süd-Pester Zeitung", hat einen Ausruf zum Wiederaufbau der Tißa - Eßlarcr Synagoge erlassen: zu diesem Zwecke hat die ungarische Regierung 200 Gulden bestimmt. — Aus Toulon wird berichtet: Während der Cholera-Epidemie, welche seit einigen Wochen hier und in Marseille wüthct, zeichnet sich unser Glaubensgenosse 1>r. Strauß, einer der vorzüglichsten Schüler Pasteur's, durch Muth und Todesverachtung aus. Der Großrabbiner und das Consistorium von Marseille veranstalten zu Gunsten der von der Epidemie heimgesuchten Familien Geldsammlungen. Petersburg, 22. Juli. (Literarische Notizen.) Soeben sind hier im Drucke bei Zederbaum & Pines zwei Werke jüdischen Inhalts erschienen, die volle Beachtung verdienen; das eine in hebräischer Sprache: nonan pN2 myoar; -dd zp”' p r---' r.vxrr, :ppP Reise im Kaukasus und transkaukasischen Gebiete von Jehuda Tschorni, herausgegcbcn von Dr. Harkawi aus Kosten des Vereins zur Verbreitung der Bildung unter den Juden in Rußland, im Umfang von 350 groß Octav- Seiten l), das andere in russischer Sprache: ..Das Institut des Asyls bei den alten Hebräern, im Zusammenhänge mit dem mosaischen und talmudischen Criminal- und Staats-Recht, vergleichend zum Asyls-Institut bei den alten Griechen, Römern und in Europa im Mittelalter und der Neuzeit." Von N. M. Golubow. I. Lieferung im Umfang von 168 groß Octav- Seiten. Bei erster Möglichkeit werde ich die geschätzten Leser mit dem Inhalt besagter Werke und deren Werth bekannt zu machen mich bemühen. r< Wir haben aus diesem Werke bereits einige Auszüge über die kaukasischen Juden gegeben. Revaction. Jeuilleton. Die Ju-en in Italien wahrend des Mittelalters. Bon Rabbiner Dr. M Güdemann. Im Jahre 1880 veröffentlichte Rabb. Dr. Güdemann in Wien ein treffliches Werk: „Geschichte des Erziehungs- Wesens und der Cnltur der Juden in Frankreich und Deutschland wahrend des 10.—14. Jahrhunderts" (vgl. unser Referat, Jahrg. 1680, S. 409). Diesem ließ der Berf. soeben einen zweiten Band folgen: „Geschichte des Erziehungswescns und der Cultur der Juden in Italien während des Mittelalters." (Wien, Hölder, 1864.) Indem wir uns Vorbehalten, an anderer Stelle über diese reichhaltige Schrift ausführlich zu berichten, wird es uns wohl der Berf. nicht verübeln, wenn wir hier seine Einleitung wiedergeben, welche in engem Rahmen die Ergebniffe seiner Forschungen darstellt und die gewiß vielen unsrer Leser das Verlangen cinflößen wird, das Werk näher kennen zu lernen. Sie lautet: In Italien sind die Juden bereits seit den Tagen des Alterthums seßhaft. Namhafte Autoren der vorchristlichen Zeit sprechen schon von ihrer großen Anzahl und ihrem Einflüsse in Rom. Der Zeitpunkt, wann zuerst Juden nach der Weltstadt gekommen sind, läßt sich ebenso wenig genau bestimmen, wie die Art und Weise, auf welche sie dahin gelangt sind. In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung sind die Inden bereits über größere Gebiete Italiens verbreitet. Man hat in Rom, im Neapolitanischen und in Unteritalicn jüdische Grabschriften aus der Zeit zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert gefunden, die in griechischer oder lateinischer oder in einer ans beiden gemischten Sprache abgefaßt sind. Das Hebräische wird bis auf eine stehende Enlogie gänzlich vermißt. Man ersieht aus diesem Umstande, daß die Juden Italiens damals bereits der Landessprache in Wort und Schrift mächtig waren und keine Scheu empfanden, sich ihrer an heiliger Stätte zu bedienen. So geben Zeugnisse, welche der Stätte des Todes entnommen sind, Kunde über eine bcmerkenswerthe Erscheinung des Lebens. Nach und nach werden die Juden Italiens in den Gesetzen, Briefsammlungen und historischen Nachrichten häufiger erwähnt. Aus einem Decrete des weströmischen Kaisers Honorius vom Jahre 398 geht hervor, daß in Apulien und Calabrien zu dieser Zeit eine bedeutende Anzahl von Juden ansässig war. In Neapel thatcn sich die Juden bei der Belagerung der Stadt unter Belisar (536) durch patriotische Opferwilligkeit und Tapferkeit hervor, die ein zeitgenössischer Schriftsteller ehrend erwähnt. In den Briefen des Papstes Gregor jbc» Großen (590-604) bilden die Juden wiederholt einen