Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 31 (29.7.1884)
- Date
- 1884-07-29
- Page
- Seite 494 (sequence 10)
- Language
- German
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494 Der Mangel an Initiative ist bezeugt; sämmtliche Rerch- Buch von Rev. Merensky, Chef der Missionen in Transvaal, tlüiiicr der portugiesischen Besitzungen werden durch Fremde! ausgesührt. Die Handelshäuser der Franzosen, Deutschen j und Holländer betreiben den ganzen Exporthandel. Die Chefs dieser Häuser sind fast alle Juden, sehr unternehmend, aber sehr gleichgültig gegen Alles was die Religion betrifft und man muß sic damit entschuldigen, daß es deren nur zwei oder drei in jeder der erwähnten Städte giebt. Auf der Insel Jho, einer portugiesischen Besitzung, bin ich einem lithauifchen Juden begegnet, der sich mit Perlenfischerei beschäftigt, die sehr einträglich ist. Tie besten Magazine von Nouveautes in Mozambique gehören einem Herrn M. Auerbach, der Lieferant für die englische Marine und für die portugiesische Regierung ist. Die Fabrik von :noussirenden Waffern und Eis gehört ebenfalls einem deutschen Juden. Aber der für uns intereffanteste Platz ist Sasala, wohin mehrere Gelehrte das Ophir Salomon's und Hiram's versetzen. An einen Ort, der sich Chiloane nennt, 20 Kilometer! Entfernung von Sasala, haben wir eine große Anzahl eingeborener Schwarzer ausgeschifft, für die Arbeit in den Goldminen von Transvaal bestimmt. Bei ihrer Betrachtung war ich dermaßen von ihrer Aehnlichkeit mit dem jüdischen Typus, frappirt, daß ich meine Eindrücke einem deutschen Missionärj mittheilte, der ein Passagier am Bord unsres PacketbootesZ Veniee, war und drei Jahre in diesem Lande geblieben ist. Er erwiderte mir, daß er sehr zufrieden über meine Mitthcilung sei, denn sie sei in vollständiger Uebereinstimmung mit seiner Voraussetzung, daß die Schwarzen dieses Stammes Abkömmlinge von den Dienern Salomon's seien, die nach Ophir geschickt gewesen, um Gold und Edelsieine zu holen. Zur Stütze feiner Ansicht hat er mir die folgenden Thatfachcn citirt. Tie Bewohner der Umgegend von Sasala befolgen mehrere Gesetze Mosis, wie die Beschneidung, die Ehegesctze, sie essen keine unreinen Thiere und feiern den Sabbath. Um mich noch mehr zu überzeugen, gab er mir ein deutsches dem ich folgende Stelle entnehme: „Wenn wir die Voraussetzung annehmen, daß das Land von Safala das Ophir von Salomon ist, so können wir vielleicht leichter die Aehnlichkeit derKaffern mit den Juden erklären. Fast alle Reisende sind von dieser Aehnlichkeit frappirt. Auch nach den Beobachtungen, die ich während eines Aufenthattes von 15 Jahren unter den Schwarzen gemacht habe, kann man mehrere Eigenthümlichkeiten dieser Völkerschaften nur durch die Voraussetzung erklären, daß sie! sich mit den Semiten vermischt haben. Vornehmlich bei den i Amatongas, einem Tribus in den Goldländern findet man j die prononcirtesten jüdischen Typen. Diese Koffern üben die Beschneidung, ihre Ehegesetze sind die der Israeliten; das Levirat ist gleichfalls ein ausgesprochenes Gesetz bei ihnen; I viele dieser Stämme verzehren keine unreinen Thiere und haben bis heute den Opfercultus bewahrt. Die Diener Salomon's nahmen ihre Frauen nicht mit in das fremde Land Ophir, aber da, wie die Ruinen uns zeigen, sie eine längere Zeit in diesem Goldlande geblieben sind, so können wir voraussetzen, daß sie eingeborene Frauen genommen haben; ihre Nachkommen haben sich mit den Kaffern vermischt, nachdem der jüdische Handel mit dem Lande Ophir aufgehört. Der Name des Landes muß von dem hebräischen Worte Schefelah, Thal, hergeleitet werden und die Berge, welche dieses Thal umgeben, heißen im Arabischen Afura, was nicht weit von dem Worte Ophir ist." Ich überlasse die Discussion über den Ursprung dieser Worte den Philologen, aber mir lag daran. Ihnen diese interessanten Thatsachen mitzutheilen, indem ich voraussetzte, daß es Ihren Lesern angenehm zu wiffen sei, daß das Judenthum eine große Ausdehnung habe, daß es nicht eine exclusive oder eine Racen-Religion sei, wie unsre Gegner glauben machen wollen. Die schwarzen Juden von Cochin, die Falaschas von Abyssinien, die Amatongas bezeugen das Gegentheil. Or. 1s. Gregory D’Arbella. Arzt Sr. Hoheit des Sultans von Zanzibar. I» euilleton. Correspon-enz. Essen, 4. Juli. Eonscrenz israel. Lehrer vom Rheinland-Westfalen am 1. und 2. Juli 1884 in Duisburg. der Lehrer und ertheilte dann vor Beginn der Tagesordnung dem Herrn I)r. Wolf, Mitglied des Vorstandes der Synagogengemeinde Duisburg, das Wort zu einer Ansprache an die versammelten Lehrer. Mit Freuden begrüßte es die Versammlung, „daß die Gemeinde Duisburg beschloffen habe, Die diesjährige Eonferenz des Vereins, in welcher 40 auf 4 Jahre der Unterstützungskasse einen Beitrag" zu ge- Mitglieder anwesend waren, tagte am 1. und 2. Juni d. I. währen. Die Eonferenz wählte zwei Delegirte und einen zu Duisburg. Der Vorsitzende, Herr Blumenau-Bielefeld, crössnete die Sitzung Nachmittags 3 Uhr mit einer ihm eigenen herzgewinnenden Begrüßung der Erschienenen und Worten des Gebetes zu Gott um Segen und Gedeihen zu den Arbeiten Stellvertreter für die demnächst vom Deutsch-Jsr. Gemeindebund zu berufende Versammlung zur Berathung eines Lehrplanes. Aus der durch den Stimmzettel gethätigten Wahl gehen die Herren Blumenau und Treu als Delegirte und