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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-07-22 · Heft 30 (22.7.1884) · p. Seite 478

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 30 (22.7.1884)
Date
1884-07-22
Page
Seite 478 (sequence 10)
Language
German
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478 die daraus hervorgehenden ethischen Normen läßt nun unser j Autor von der menschlichen Vernunft erzeugen, sucht aber j dieselben mit den Aussprüchen der Bibel in Einklang zu! bringen und ihnen eine metaphysische Grundlage zu geben, l Ferner wird in der Abhandlung gezeigt, wie der Mensch j durch Jnnehaltung dieses Mittelwegs Körper und Geist gesund erhalte und, was noch mehr, in den Stand gesetzt werde,! Gott recht zu erkennen und ihm zu dienen, da nur ein ge-! sunder Geist in einem gesunden Körper fähig sei, höhere ■ Wahrheiten zu erkennen. — Man kann sagen, die Abhand-! lung sei aus sittlichen, psychologischen, sanitärisch-medicinischen und religiösen Elementen zusammengesetzt. — Wer der Verfasser dieser Abhandlung war, ist nicht angegeben; nach meinem Ermessen war es derselbe R. Eleasar b. Jehuda Rokeach, der auch der Verfasser der vorhergehenden Piece Nr. 25 war. Diese führt folgende Ueberschrift: Ich beginne (zu schreiben) die „Grundsätze" (□■’Bnsr) unseres Rabbi Eleasar, die 10 Abschnitte umfassen. Und am Schlüsse der „Grundsätze" heißt es: Beendet sind die Grundsätze unsres Rabbi Eleasar, Verfassers des Rokeach, und sogleich beginnt die Ueberschrift von Nr. 26: Mit Hülse dessen, der Wunder thut (Gottes) beginne ich zu schreiben die Regeln der An- und Absichten, die 13 Abschnitte umfassen. — Die hier niedergeschriebenen Grundsätze habe ich mit den im Buche Rokeach gedruckten verglichen und sie übereinstimmend gefunden. Die Regeln über An- und Absichten des menschlichen Lebens sind aber wahrscheinlich noch nie gedruckt worden, verdienen aber durch den Druck bekannt gemacht und verbreitet zu werden, auch wenn sie nicht von R. Eleasar herrühren sollten. Denn sie zeigen, wie sehr die jüdischen Gelehrten des Mittelalters bestrebt waren, ein sittlich reines Leben unter ihren Glaubensgenossen zu fördern. Den Herrn Redacteuren oder Verlegern hebräischer Schriften mache ich mich hierdurch erbötig, eine Copie von der erwähnten Abhandlung, die in einem fließenden, leicht faßlichen Style verfaßt ist, zu liefern. — l M. Mannheimer. Feuilleton. Lorrespon-enz. Protokoll der am 2. und 3. Juni im Sitzungssaale der Synagoge zu Hannover stattgefundenen Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover. A) Anwesende Ehrenmitglieder: 1. Herr Landrabbiner Dr. Gronemann-Hannover. 2. Herr Landrabbiner Dr. Guttmann - Hildesheim. 3. Herr Seminardirektor vr. Prager-Hannover. B) Anwesende Mitglieder: 39. Um den Besuchern der Versammlung den Aufenthalt angenehm zu gestalten, waren die Lehrer der Synagogengemeinde Hannover zu einem Comite zusammengetreten, auf dessen Einladung schon am Vorabend der Conferenz eine gemüthliche Zusammenkunft der bereits eingetroffenen Lehrer ftattfand. Erste Sitzung, Montag, den 2. Juni, Morgens 10Uhr. Da der erste Vorsitzende des Vereins, Herr Lehrer Schlesinger- Göttingen, am 9. Februar e. gestorben war, so wurde die Sitzung von dessen Stellvertreter, Lehrer Fauerbach-Hildesheim, eröffnet. Derselbe begrüßte mit herzlichen Worten die Versammlung, sprach seine Freude aus über die überaus zahlreiche Betheiligung und gab dem Schmerze Ausdruck, über den Verlust, den der Verein durch den Heimgang feines ersten Vorsitzenden erlitten hat, indem er dessen Verdienste um den Verein, sowie dessen collegialischen Sinn mit warmen Worten schilderte. Auch gedachte er in ehrender Weise des ebenfalls verstorbenen Ehrenmitgliedes, Herrn vr. Sophar- Celle, worauf die Versammlung das Andenken der beiden Todten durch Erheben von den Sitzen ehrte. — Darauf begrüßten der erste Vorsteher der Synagogengemeinde Hannover, Herr Geheimrath vr. Cohen, die Versammlung Namens der Gemeinde und Herr Landrabbiner vr. Gronemann in feinem Namen und in dem der Gemeinde. Letzterer drückte seine Freude darüber aus, hier einen schon so lange bestehenden, gut organisirten Verein vorzufinden, der es sich zur Aufgabe gestellt, sowohl die Interessen der Lehrer zu fördern, als auch zur Hebung der Schule kräftig beizutragen. In die Tagesordnung eintretend, erledigte der stellvertretende Vorsitzende zunächst einige geschäftliche Mittheilungen. Aus denselben ist hervorzuheben, daß dem Verein auch in diesem Jahre von dem verehrlichen Ausschüsse des Deutsch- Jsr. Gemeindebundes ein Zuschuß zu seinen Kosten im Betrage von 100 M. bewilligt worden ist, sowie, daß seitens des genannten Bundes an den Verein die Aufforderung ergangen fei, die Versammlung möchte schon jetzt zwei Delegirte wählen zu der Conferenz, welche laut Beschluß des vierten ordentlichen Gemeindetages in Sachen des Normalplanes von ihm einberufen werden soll. Bei der nun vorgenommenen Borstandswahl wurde der bisherige stellvertretende Vorsitzende, Lehrer Fauerbach-Hildesheim, zum Vorsitzenden, Seminarlehrer Sommer-Hannover zum stellvertretenden Vorsitzenden und die Lehrer Horwitz- Wunsdorf und Katz-Hannover zu Schriftführern durch Acclamation gewählt. Herr vr. Kayserling-Hannover lud dann Namens des

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