Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 28 (8.7.1884)
- Date
- 1884-07-08
- Page
- Seite 447 (sequence 11)
- Language
- German
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447 rige Vereitelung ihrer Hoffnungen auf ein Freudenfest und die Erhabenheit der Feier im h. Tempel die Geister bedrückte, so fühlten sie sich doch wieder beglückt durch die schnelle Rettung, die ihnen aus Gefangenschaft und Todesgefahr geworden. Als sie daher nach dem ermüdenden Marsche dem Eingang ihres Thales sich naheten, fühlten sie das Bedürfnis nicht schweigend zu den Ihrigen zurückzukehren, sondern mit dem Ausdruck gehobener Stimmung in die Mitte ihrer zurückgebliebenen Lieben zu erscheinen. Auf Anordnung zu einem mit lauter hätten, von dreien Seiten mit dem lauten Geschrei: Kum, Israel, „Auf, Israel", die zechenden Räuber überfallen. So geschah es denn auch, und bei dem Rufe der rachedürstenden Judäer ergriff die Syrer ein solcher Schrecken, daß sie fast widerstandslos den Waffen der Judäer unterlagen. Eine Viertelstunde später, und die Scene hatte sich gänzlich geändert. Die Räuber lagen am Boden; etliche versuchten durch die Flucht sich zu retten; aber von allen Seiten umzingelt, erlitten sie den Tod „kaum einer blieb übrig." Jetzt stand Abiram vor Abijah und schnitt die Bande durch, mit welchen! Elasars begannen die Flötenbläser die Melodie sie gefesselt war. Ein Schrei des Jubels entfloh ihrem Munde;! Wallfahrtsliede und bald fielen Alt und Jung Abiram war da und sie frei! In dem Gefühle des unge-! Stimme ein: hofften Glückes schlang sie ihre Arme um seine Nacken und 1 drückte einen Kuß auf seine Lippen — den ersten, den biej Liebenden wagten, denn in Israel war solche Vertraulichkeit! zwischen Verlobten nicht gestattet. Aber es war auch für! Abiram des Glückes zu viel; die Anstrengungen des Marsches, die Aufregungen, die vorangegangen und nun der wilde, wenn auch kurze Kampf hatten ihn erschöpft, seine Wunde brach von Neuem auf und von Blut überströmt sank er nieder, j Doch Hülfe war schnell bei der Hand; man bereitete ein Lager ' für ihn. und Abijah kühlte ihm den glühenden Kopf mit^ frischem Quellwasser; sorgfältiger wurde seine Wunde verbunden, und bald lächelte er dem theuren Mädchen und den ' besorgten Vätern wieder zu. — Inzwischen legte man Hand 1 an, um Ordnung zu schaffen. Die Leichen der Syrer wurden nach einem nahen Abgrund getragen und in die Felsenspalte hinuntergestürzt. Was noch vom Raube übrig war, wurde sorgfältig den Eigenthümern wieder zugestellt, wobei diese nicht unterließen, demjenigen, welchen Alles genommen war, eine Entschädigung von ihrem Gute zu geben. Man rastete, bis die ersten Strahlen der Sonne über die östlichen Abhänge War' nicht der Ewige mit uns gewesen So spreche Israel, Wär' nicht der Ewige mit uns gewesen, Da Menschen wider uns erstanden Dann hätten sie lebendig uns verschlungen. In ihrer Zornglut wider uns; Dann wär' Gewässer über uns gedrungen. Der Strom hinweggegangen über unsre Seele, Dann wär hinwcggegangen über unsre Seele Das wogende Gewässer! Gepriesen sei der Ewige, Der uns nicht gab zum Raube ihren Zähnen! Unsre Seele ist entronnen. Wie ein Vogel aus des Vogelstellers Schlinge: Die Schlinge riß und wir entrannen. Unsre Hülfe ist im Namen des Ewigen Schöpfers des Himmels und der Erden." Das Geschick des entlegenen kleinen Dorfes und seiner fielen; dann brach man auf. Diejenigen Männer, welche Bewohner konnte der Feier keinen Abbruch thun, die in aus der Kreisstadt ihren unglücklichen Brüdern zu Hülfe geseit langer Zeit nicht dagewesenem Glanze in Jerusalem vor eilt, wollten möglichst schnell dahin zurückkehren, um sich sich ging. Aus allen Theilen des Landes kamen unabsehbare dem Zuge noch anzuschließen. Die Leute aus unsrem Torfe Züge an und nach Hunderttausenden zählte die Menge, welche gaben die Wallfahrt auf; denn sie fühlten sich zu angestrengt die Vorhöfe des Tempels, den Tempelberg, die Plätze und und ergriffen, und mußten fürchten, vor dem Feste Jerusa- Straßen füllte, und immer noch anwuchs. Die zahlreich lem nicht mehr erreichen zu können. Sie schickten fick» an, versammelten Priester und Leviten konnten kaum genügen, all' nach dem Dörfchen zurückzukehren, sandten deshalb einen die Erstlinge und Gaben in Empfang zu nehmen, und in den Boten dahin, um die zurückgebliebenen Bewohner von dem, was Vorraths- und Schatzkammern unterzubringen. Der Opfer, sie betroffen, und von ihrer Rückkehr zu benachrichtigen, und der Friedens-, Reinigungs-, Sühn- und Schuldopfer wurde beauftragten Einige aus ihrer Mitte, nach jener Unglückseine ungezählte Menge dargebracht. Dabei herrschte Ueberstätte zu ziehen, um die dort befindlichen drei Leichen abzufluß an Allem, was der einfach gewöhnte Israelit zur Freude holen, damit sie in der heimischen Erde neben ihren Verbedurfte an Vieh, Früchten aller Art und Wein. Die Plätze wandten bestattet würden. — So kehrte denn der Zug nach der Stadt waren zu Laub- und Blumengärten verwandelt; dem Dorfe zurück, von welchem sie Tags vorher so fröhlich alle Straßen mit Laubdächern und Guirlanden von Dach zu und zuversichtlich ausgezogen. Ihre Stimmung war gemischt Dach überzogen. Dies aber genügte noch nicht. Weithin von schmerzlichen und doch wieder von freudigen Empfinrings um die Stadt waren in allen Thälern und auf allen düngen. Wenn eine tiefe Niedergeschlagenheit über die trau- Höhen Laubhütten errichtet, in welchen die angekommenen 28*