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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-07-01 · Heft 27 (1.7.1884) · p. Seite 429

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 27 (1.7.1884)
Date
1884-07-01
Page
Seite 429 (sequence 9)
Language
German
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429 gesammelt werden, dagegen diejenigen Summen, welche zu diesem Behufe bisher auch von den allgemeinen Mitteln des Vereins verabreicht wurden, künftighin lieber zur Untergewährt, zeichnen sich dieselben durch ihre angeborenen Fähigkeiten und Talente vielfach aus. So schreibt man dem „Moskowsky Lostok" (Moskau'sches Blatt) aus Gatschina: stützung der Elementarbildung zu verwenden, in Anbetracht Der Künstler 1. Klasse in der sogen. Medailleur-Abtheilung, dessen nämlich, daß es Personen, die schon bis zu einer Collegiensecretär Griliches (Jude), überreichte dem Thronfolger höhern Lehranstalt gelangt sind, viel leichter ist, ihr Ziel zu; Cesarewitz ein äußerst kunstvolles Siegel in Form eines Bererreichen, als solchen, die noch keinen Elementarunterricht gej loaue. Auf demselben befinden sich die Abbildungen en minianossen haben. 3) Zur Erweiterung und Vermehrung fcer ture JI. HH. des Kaisers, der Kaiserin und des Thronpecuniären Mittel des Vereins macht genannte Kommission folgers. An der Endseite des Berloque befindet sich ein den Vorschlag, der Verein möge sich an diejenigen wenden, stählernes Siegel, auf welchem eingravirt sind: eine Krone, welche zur Zeit ihres Studiums vom Vereine unter Bedingung i die Initialen N. A. (Nicolaus Alexandrowitz) und mit sehr der Wiedererstattung Geldunterstützungen empfangen haben, 1 kleinen Lettern, die nur vermittelst einer Lupe sichtbar sind, und dieselben zu ersuchen, nunmehr ihren Verpflichtungen in russischer Sprache: Thronfolger Cesarewitz Nicolaus gegen den Verein nachzukommen und die einst empfangenen Alexandrowitz. Die Arbeit im Allgemeinen, wie auch in Subsidien nach Möglichkeit zurückzuerstatten.! ihren Details, ist eine ungemein feine und kunstvolle. — Die Generalversammlung erklärte sich mit dem 1 und 31 Herr L. I. Brodskiy, Curator des Odesiar jüdischen Punkte der Kommission einverstanden, was dagegen den Krankenhauses, welcher sich bei jeglicher Gelegenheit durch Punkt 2 anbetrifft, so bat dieselbe das Comit4, diesen seine große Wohlthätigkeit auszeichnet, hat wiederum zur Anvon Betten an diesem Krankenhause 2000 Rubel — H. B. Amerika. in Verein mit den Mitgliedern der Kommssion einer noch- Schaffung maligen Prüfung zu unterziehen. In derselben Versammlung! gespendet, wurde zugleich die Frage angeregt, in welch' würdiger Weise > man die nahe bevorstehende Feier des 90jährigen Geburts-! tages des Nestors der jüdischen Wissenschaft, Dr. Zunz, be- > Colonie Bethlehem-Judoh, 10. Mai. (Privatmitth.) gehen solle? —! Eine geraume Zeit ist vorüber, seitdem wir zuletzt ein Lebens- — Wir brachten jüngst die Mittheilung, wonach der; Zeichen von uns gaben. Die Frage der Colonisation russischer Odeffaer Rabbiner, Dr. Schwabacher, gehörigen Orts um die! Juden in Amerika ist unterdessen in den Hintergrund getre- Erlaubniß nachgekommen sei, eine Cottecte unter seinen 1 ten. Doch sie scheint es blos. An der Quelle, wo sie ent- Glaubensgenossen zur Feier des Sir Moses Montefiore'schen 1 sprungen und in dem weiten fernen Boden, wo sie Wurzel 100jährigen Geburtstages veranstalten zu dürfen. Dieses - faßte, lebt sie in ihrer ganzen Kraft fort. Diese Frage Gesuch wurde ihm, wie die „Nowoje Wremja" mitzutheilen kennen auch Diejenigen nicht vergessen, die sich vom Theuerweiß, vom Odeffaer General-Gouverneur rundweg abge-! sten losriffen und in die weite, weite Ferne zogen, um für die Verwirklichung dieser Frage zu kämpfen. Ja, in der Mitte unserer unglücklichen, von verschiedenen Repreßgesetzen gedrückten, vom Faustrecht verfolgten und verhöhnten jüdischen Masse in Rußland lebt die Frage noch in ihrer ganzen Macht fort, bloß ernster und gediegener sind ihre Anschauungen geworden; daß sie auch hier in Amerika ist, soll unser nachstehender Bericht beschlagen, da letzterer keineswegs geneigt sei, „dem kosmopolitischen (?) Triebe der russischen Juden irgendwie Vorschub zu leisten!" — — Tie „Reform" der Polizei von Lodz, wonach nunmehr, wie ich Ihnen neulich schrieb, keine irgendwelche Aushängeschilder mit jüdischen Lettern geduldet werden dürfen, hat auch schon anderwärts eine Nachahmung hervorgerufen.! nicht abgestorben Wie gegenwärtig der „Wassawsky Tncwnik" (der Warschauer weisen. Tagesanzeiger) berichtet, sind auf Anordnung der Polizei auch In verschiedenen Staaten Amerikas entstand s. Z. eine dort in voriger Woche aus einigen Straßen die Aushänge-! ganz ansehnliche Zahl russischer hebräischer Colonien. Wenn schilder mit jüdischen Inschriften vernichtet worden. — j ihre Erfolge im Allgemeinen auch keine glänzende waren, so — Unserem Glaubensgenossen, dem ältern etatmäßigen! gab es unter ihnen solche, die gute Resultate erzielten. Wir Ordinarius an der Maximilianow'schen Heilanstalt, Staatsj können hier keine ausführlichen Berichte über all' diese Eolorath Dr. Meierowitz, ist für dessen „sehr eifrigen und nützlichen" Dienst Allerhöchst der Wladimirorden 4. Klasse verliehen worden. — — Unsere Glaubensgenossen fahren fort, auch in verschiedenen anderen Wissens- und Kunstfächern sich fleißig zu bethätigen und, so oft man ihnen nur einigen Spielraum nien geben, weil wir mit einer genauen statistischen Arbeit aller hebräischen Colonien in Amerika beschäftigt sind, und wollen uns hier bloß mit der Colonie „Bethlehem-Judah" beschäftigen. Als die Colonie gegründet wurde, zählte sie sehr wenige Mitglieder und besaß fast gar keine Mittel; heute besteht die 27

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