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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-07-01 · Heft 27 (1.7.1884) · p. Seite 428

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 27 (1.7.1884)
Date
1884-07-01
Page
Seite 428 (sequence 8)
Language
German
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428 Da nahm sich der Polizeibeamte der Unglücklichen an; er nnd liberaler Richtung, erachte! jedoch die Durchführung Verführte sie zunächst nach dem Stadthause, wo sie Obdach fanselben im gegenwärtigen Zeitpunkte nicht für opportun, weil den, und hielt selbst, versehen mit einem Empfehlungsdieselbe bei de-.- Stimmung der Bevölkerung, namentlich schreiben des Predigers der hiesigen israel. Gemeinde, bei in Südrnßland. leicht eine Wiederholung der Judenexcessc im einigen wohlhabenden Mitgliedern derselben eine Eollccte Gefolge haben könnte. (Abermals ein negativer Erfolg'. Wie ab, die von dem schönsten Erfolge gekrönt war. Mit dem steht es aber mit den provisorischen Maßregeln Jgnatiew's? nächsten Zuge schon konnte die Frau und ihre Kinder, mit Ist es nicht „opportun", sic zu beseitigen? oder will man Mitteln hinlänglich versehen, die Reise nach Holland fort- \ fort und fort die unglücklichen Juden der Willkür der unteren setzen. > Beamten preisgeben?) Posen, 12. Juni. (Pos. Ztg.) Die beiden israelitischen Aus Rußland, 13. Juni. (Privatmitth.) Unsere Blätter Krankenverpflegungs- und Beerdigungsvereine, welche in un-' brachten dieser Tage einige Details über eine am 20. Mai serer Stadt cxistiren, unterschieden sich bisher im Wesentlichen a. St. stattgefundene Generalversammlung der „Gesellschaft nur dadurch, daß, während der im Jahre 1861* gegründete zur Berbreitung von Bildung unter den russischen Juden", „neue israelitische Verein für Krankenpflege und Leichenbe-^ Das so häufig bei uns in allen gemeinschaftlichen und commustattung" die Leichen ausschließlich im Sarge bestattete, die! nalen Unternehmungen vorkommende Uebel— der gewaltige seit Jahrhunderten bestehende „ israelitische Krankenverpflegungs-! Jndifscrentismus unserer russ. Glaubensgenossen für alle und Beerdigungs-Gesellschaft", welche früher nach altem Ritus 1 gemeinnützigen Angelegenheiten, in Folge dessen die Fortdie Leichen derart beerdigt hatte, daß sie ohne Sarg in die cntwickelung und das Gedeihen der letzteren meist lahm ge- Erde gelangten, jedoch in der Erde durch seitwärts und oberlegt wird, trat wiederum auch bei Gelegenheit der gedachten halb angebrachte Bretter gegen die darauf geschüttete Erde Versammlung sehr grell zu Tage, indem sie überhaupt sehr geschützt wurden, nach dem Statute vom Jahre 1872 gleichwenig besucht war und sogar einige Mitglieder des Ausfalls die Beerdigung im Sarge, aber nur facultativ, eingeschusses durch ihre Abwesenheit glänzten, führt hatte, so daß neben dieser neueren Bcerdigungsart auch! Der Versammlung wurde bei dieser Gelegenheit der noch die ältere weiter bestand. Durch eine im Mai d. I. j Rechenschaftsbericht pro 1883 verlesen, woraus in erfreulicher erlassene Regierungsverfügung ist nun auch in der alten; Weise zu ersehen ist, daß die Totalsumme der Mitglieder Krankenverpflegungs- und Beerdigungs - Gesellschaft die Be- und eo ipso auch die Ressourcen der Bereinskasse in stetem erdigung in Särgen obligatorisch eingeführt, so daß also von Steigen begriffen, weil an vielen Plätzen mit bedeutender nun ab alle Beerdigungen auf dem hiesigen israelitischen jüdischer Bevölkerung Filiale des Vereins entstanden sind, Friedhofe in Särgen stattsinden, und hiermit der einzige denen es jedoch anheimgestellt ist, die von ihnen gesammelten Unterschied, der seit ca. 15 Jahren in der Beerdigungsweise Summen für ihre örtlichen Bedürfnisse zu verausgaben, der beiden genannten Vereine bestanden hat, nunmehr ge- Seine besondere Aufmerksamkeit widmete in der letzten Zeit fallen ist. der Verein den jüdischen Privat- und Gemeindeschulcn mit München, 10. Juni. Wir haben schon erwähnt, daß Elementarunterricht, wovon in Folge der seitens der Regierung die städtische Gemeindevertretung beschlossen hatte, 600,000 M. unternommenen Schließung des größten Theils der sogen, zur Erbauung dreier katholischen Kirchen, 30,000 M. zu einer Kronschulen sich nunmehr ein immer größerer Mangel fühlprotestantischen Kirche und 30,000 M. zur Erbauung einer bar macht, und zu welchem Zwecke sich sogar ein all hoc be- Synagoge zu gewähren. Die Kreisregiernng hat ihre Zustimmter Fonds gebildet hat. Es muß zunächst das Mestimmung versagt. Der Magistrat beschloß daher heute, für moir der Kommission erwähnt werden, welche dazu niederdie nächsten fünf Jahre dem Bau einer katholischen Kirche gesetzt war, um sowohl die bisherige Thätigkeit des Vereins jährlich 30,000 M., der protestantischen jährlich 10,000 und! durchzusehen, als auch über die von demselben auch fernerder Synagoge jährlich 2000 M. zuzuwenden. Hiergegen wird hin zu verfolgenden Zwecke ihre Meinung zu sagen. Die Verfasser des Memoirs empfehlen dem Vereine folgende Maßregeln: 1) Bei Unterstützung der verschiedenen Elemcntardie Kreisregierung nichts einwenden. Rußland. Petersburg, 12. Juni. Wie der „Polit. Corr." geschulen den kleinen Ortschaften und Flecken den Vorzug vor den großen Städten zu geben, weil in den letztern gcwöhnmeldet wird, hat die in St. Petersburg tagende Kommission lich mehr Mittel zur Erlangung von Bildung vorhanden zur Regelung der Rechtsverhältniffe der Juden in Rußland; sind, als in den erstcrn. 2) Tie Norm der Subsidien, ihre Vorarbeiten beendet und das historisch-juristische Material. welche vom Vereine den jüdischen Zöglingen in den höheren zusammengestellt. Die Majorität der Kommission anerkennt das Bedürfniß einer Reform der Gesetzgebung in humaner Lehranstalten und Hochschulen verabfolgt werden, womöglich auf diejenigen Summen zu beschränken, welche eigens dazu

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