Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 25 (17.6.1884)
- Date
- 1884-06-17
- Page
- Seite 396 (sequence 8)
- Language
- German
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396 auch Bedacht darauf nehmen sollte, daß Knaben, die sich zu hauptsächlich zur Unterstützung der Hinterbliebenen Wittwen den höheren Studium eigenen, mindestens zum Eintritt in und Waisen der Lehrer und der Beamten der Anstalt verdie dritte Classc einer gelehrten Schule vorbereitet werden wendet werden soll und deffen regelmäßige Beiträge, außer könnten, ist nach vielfachen Umgestaltungen nunmehr eine einem jährlichen Zuschüsse der Schulkasse von durchschnittlich lateinlose Realschule geworden und als solche vom Reichs- 1500 Mark, die Gebühren sür Ausnahme und Entlassung kanzlcramt anerkannt. Immerhin werden aber alljährlich , der Schüler bilden, ist bereits auf 75 783 Mark angemehrere Schüler entlassen, die in eine höhere Realschule, wachsen. oder, nach der erforderlichen privaten Vorbereitung im Latei- * Wiesbaden, 19. Mai. Der „Rhein. Kur." berichtet: nischen und Griechischen, in ein Gymnasium eintreten.; Zu der auf Samstag den 17. d. festgesetzten Feier der Ein Wenn nun die Jacobson-Schule in dem verflossenen führung des Herrn vr. Silberstein in sein Amt als Bezirks- Zeiträume der letzten Jahrzehnte wieder einen recht erfreuj rabbiner hatte sich die Synagoge mit Andächtigen dicht gelichen Fortschritt gemacht hat, so verdankt sie dies dem mäch-! füllt. Kurz nach 9 Uhr betraten die Herren Landrath Graf tigen Schutze und der wohlwollenden Förderung ihrer j von Matuschka, Herr Dr. Silberstein, sowie die Herren Vor- Behördcn, sowie einmüthiger, treuer Pflichterfüllung des ge-! sicher der Gemeinde die Synagoge. Nach dem Absingen sammten Lehrer-Collegiums. Einen Einblick in den allmählichen Entwickelungsgang bietet eine ~ Zusammenstellung der Stundenpläne derjenigen Schuljahre, in denen erhebliche Aenderungen vorgenommen tvorden sind. Eine Tabelle zeigt die Frequenz der Schule vom Jahre 1863 bis 1883 und nennt die Zahl der Hausschüler und der Stadtschüler, die Zahl der Schüler nach dem Religiösen Bekenntnisse sowie nach der Klassenvertheilung. Im letzten Jahre zählte die Schule 230 Schüler, nämlich 142 Haus- und 8S Stadtschüler, von denen 112 der israelitischen und 118 der evangelischen Confession angehörten und welche nach den Klassen (von oben nach unten) vertheilt waren zu 27, 33, 49, 51, 42, 28. Seit Ostern 1870 haben im ganzen 189 Schüler die eines Psalmes seitens des Gesangvereins ergriff der Herr Landrath das Wort, um im Aufträge Kön. Regierung der Gemeinde ihren neuen Seelsorger vorzustellen, der gestern bereits von ihm als solcher auf treue Dienstsührung verpflichtet worden sei. Indem er besonders darauf hinwies, daß diese Form der Vorstellung gewählt wurde, um der Gemeinde die Wichtigkeit und hohe Bedeutung dieses Aktes zu vergegenwärtigen, hofft er, daß die letztere ihrem Geistlichen mit Vertrauen und Wohlwollen entgegenkomme, forderte den Vorstand auf, denselben in seinem schwierigen Amte gewissenhaft zu unterstützen und beglückwünschte Herrn I)r. Silberstein zu seinem neuen Amte. — Letzterer begann hieraus seine neue Wirksamkeit, indem er die Kanzel betrat und seine Antrittspredigt hielt. In einer voll Begeisterung und mit hin reißender Beredsamkeit vorgetragenen Rede schilderte er die vorschriftsmäßige Abgangsprüfung bestanden und durch die- > Aufgaben und Pflichten eines Seelsorgers und entwarf ein selbe u. a. die Berechtigung zum einjährigen Freiwilligenumfassendes Bild von dem schweren, aber auch schönen und Dienst erlangt; von diesen erhielten 26 das Prädikat sehr gut, 74 das Prädikat gut und 89 das Prädikat genügend. Unter den Abiturienten waren 54 Freizöglinge (von denen 10 das Prädikat sehr gut, 29 das Prädikat gut und 15 das Prädikat genügend erhielten), 20 zu halber Pension, 91 vollzahlende Pensionäre und 24 Stadtschüler incl. 10 Freischüler. edlen Berufe eines Seelenhirten, sowie von den Pflichten der Gemeindeglieder, welche ihn in seinem Amte durch vertrauensvolle Mitwirkung unterstützen müssen, da nur unter gegenseitiger eifriger Wirksamkeit ein blühendes Gemeindewesen gedeihen könne. — Es ist schwer, den Eindruck zu schildern, den der Herr Rabbiner, der eine bedeutende Rednergabe besitzt, wohl auf jeden einzelnen der Zuhörer hervorrief. Ties Weitere Tabellen gewähren einen Einblick in das Kassen-! ergriffen lauschte jeder der herrlichen, einstündigen Predigt wesen. Das Vermögen der Anstalt wird unter Oberaufsicht! und wir können der Gemeinde zu einem so vorzüglichen des Herzoglichen Staatsministeriums von dem Curatorium! Kanzelredner nur herzlichst Glück wünschen. Wie wir hören, verwaltet. Die gesammten Einnahmen gehen, soweit solche! wird Herr Ur. Siberstein, auf Wunsch vieler Gemeindemitnicht aus den Zinsen des Grundvermögens herrühren, un-; glieder, die Predigt durch Druck vervielfältigen lassen. Zum mittelbar an den Director, der zugleich auch die sämmtlichen Ausgaben für die Schule leistet und dem Curatorium hierüber regelmäßig Rechnung ablegt. Einnahme (einschließlich des Zuschusses von 13 277,63 Mark aus den Zinsen des Grundkapitals) und Ausgabe betrugen im letzten Jahre 89 652,32 Mark gegen 36 627,74 Mark im Jahre 1863. Der im Jahre 1865 begründete Pensionsfonds, welcher Schluß trug der Synagogen-Gesangverein, der in anerkennenswerther Weise durch seinen schönen Gesang wesentlich zur Erhöhung der Feier beitrug, ein Quartett aus „Elias" vor. Oesterreich-Ungarn. Bonn, 8. Juni. (Privatmitth.) So ruhig und gesichert wie unser Corresp. aus Pest in vor. Nr. den Verlauf der