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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-06-17 · Heft 25 (17.6.1884) · p. Seite 392

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 25 (17.6.1884)
Date
1884-06-17
Page
Seite 392 (sequence 4)
Language
German
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392 ba, wie wir schon oben bemerkt, schon zu Salomos Zeit das j mehrere Fälle bekannt, in welchen sich im Lande geborene Verständniß der symbolischen Anschauungen verloren war, und zu keinem anderen Staate in einem Unterthanenverhältwie denn im Tempel Salomos bereits die mosaische bolik vielfach unberücksichtigt blieb und verletzt wurde. 7yM- Eine abermalige Schmach -es Rumänien unserer Zeit.?£ nisse stehende Israeliten bei den hiesigen Behörden vergeblich um einen Paß beworben haben. Sie wurden zurückgewiescn, weil man ihnen durch die Ausstellung einer solchen Legitimation einen Rechtstitel aus die Inständigkeit nach Rumänien zu geben fürchtet. Im Lande ist ihnen die Fristung ihres Lebens Ter „Pester Lloyd" erhält aus Bukarest vom 2$. Mai zur Unmöglichkeit gemacht — auswandern können sie nicht, folgende Correspondenz über das rumänische neue Hausirgeweil sie ohne Pässe nicht über die Grenze gelaffen werden, setz und die Israeliten Rumäniens: ■ Was Wunder daher, wenn die vor eine solche Alternative Die Gerüchte, daß die von den israelitischen Hausirern! gestellten Armen und Elenden sich der Qual eines solchen an ihre Majestäten den König und die Königin gerichteten Daseins durch einen verzweifelten Schritt zu entziehen suchen? Gesuche um einen Aufschub in der Durchführung des gegen, Wirklich haben auch die Blätter bereits über Selbstmordfälle den Hausirhandcl gerichteten Gesetzes nicht erfolglos bleibenj in Folge des neuen Haustrgesetzes berichtet. Aus Bukarest, würden, haben sich nicht bestätigt. Leider besteht die un-; tuo Bürgermeister Fleva, ein sonst um die Hebung der etwas mittelbare Folge dieser Enttäuschung darin, daß nunmehr stark in Unordnung gerathenen finanziellen Berhältniffe der viele Hunderte auf die Wirksamkeit dieser Petitionen ver-^ Residenz eifrigst bemühter Mann. eine besondere, die stramme trauende Familien von den Consequenzen der neuen gesetz- | Durchführung des Hausirverbotes betreffende Verordnung erlichen Bestimmung, welche nicht allein den eigentlichen Hausirließ, sind innerhalb der letzten vierzehn Tage 68 jüdische Handel, sondern auch den Waarenverkauf in Thorwegen, Buden Hausirfamilien ausgewandert. Was will aber diese Ziffer u. s. w. streng untersagt, völlig unvorbereitet und doppelt! gegenüber der ganz unvergleichlich höheren Zahl derjenigen schwer getroffen werden. Denn abgesehen davon, daß die, israelitischen Familien besagen, welchen entweder die Mittel, Frist von vier Wochen, welche für die Ausführung des Hausir- oder auch die erforderlichen Pässe fehlen, um im Auslande Verbots, vom Tage der Veröffentlichung des neuen Gesetzes ihr weiteres Fortkommen zu suchen? Die in diese Kategorie an gerechnet, eine viel zu kurze war, um den bisher vom i gehörigen fremden Unterthancn können schließlich noch darauf Hausirhandcl lebenden Familien den Uebergang zu einem; rechnen, daß ihnen von ihren Konsulatsbehörden die Mittel anderen Erwerbszweige zu ermöglichen, hatten diese armen zur Rückkehr in die Heimath an die Hand gegeben werden. Leute im Vertrauen auf eine Verlängerung des Ausführungs-! Was soll aber aus jenen Armen werden, welche ihr früheres tcrmins auch diese karg bemessene Galgenfrist vielfach ganz! Nuterthanenverhältniß aufgegeben haben, ohne die Zuständigunbenutzt verstreichen lassen. Bedenkt man nun, daß das feit nach Rumänien zu erwerben? Im Lande können sie ganze Betriebskapital des Hausirers ein äußerst beschränktes, nicht bleiben, weil sie hier nicht leben können; wollen sie ist, so ist es wohl leicht begreiflich, daß schon die wenigen j freiwillig Rumänien den Rücken kehren, so fehlen ihnen die Wochen, welche seit der Aktivirung des Hausirverbotes verzum Uebertritt der Grenze erforderlichen Papiere, und wollte gangen sind, unsagbaren Jammer und großes Elend über sie endlich die rumänische Behörde als ausweis- und subeine Anzahl von Familien bringen mußten, welche sich bissistenzlos über die Grenze befördern, so wäre eben zuerst die her vom Erträgnisse des ambulanten Handels zwar kärglich, Frage zu beantworten, wohin solche Schüblinge abzusetzcn seien! aber doch ehrlich ernährt hatten. Der kleine Bctriebsfond Damit ist aber auch zur Genüge erwiesen, wie sehr berechtigt war ja doch viel zu rasch aufgezehrt, und wenn man schon, die Bedenken waren, welche von Seite Oesterreich-Ungarns wie allgemein behauptet wird, mit dem neuen Gesetze die gegen das Verbot des Hausirhandels erhoben worden sein sollen. Absicht verfolgte, Rumänien eines Theiles solcher israelitischer Man geht eben in Rumänien bei Lösung der Judenfrage Familien zu entledigen, welche, ohne rumänische Staatsbürganz anders zu Werke, als es in den Absichten des Berliner ger zu sein, sich doch eine Art von Heimathsrecht im Lande Kongresses war, als derselbe die Anerkennung der Sclbsterseffen hatten, so vergaß man eben daran, daß gar viele ständigkeit Rumäniens von der Erledigung dieser Frage im dieser-Familien nicht über die nöthigen Fonds verfügen, um aus Sinne der Humanität abhängig gemacht hatte; und wenn Rumänien auszuwandern und in der Fremde sich ein neues auch die durch das Hausirverbot in Rumänien hervorgerufencn Heim zu gründen. Wohin sollen aber auch die armen Leute Berhältniffe nicht derartiger Natur sind, daß sich die Diplogehen, nachdem von Seite der hiesigen Polizeibehörde bei der matie auf's neue mit der Regelung der Rechtsverhältnisse der Ausstellung von Reisepässen die peinlichste Strenge beobachtet Israeliten im unabhängigen Königreiche Rumänien beschäfwird, die Nachbarstaaten aber diese Rigorosität mit der tigen könnte, so wäre es doch wahrlich nur zu billigen, wenn gleichen Münze heimzahlen? Dem Schreiber Dieses sind man diese in der That mehr als traurigen Berhältniffe nicht

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