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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-06-10 · Heft 24 (10.6.1884) · p. Seite 381

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 24 (10.6.1884)
Date
1884-06-10
Page
Seite 381 (sequence 9)
Language
German
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381 Die Mitglieder des Central-Ausschusses erhalten für Reisen, die sie in dessen Auftrag machen, Entschädigung." „§ 13. Der Verband erwartet von allen seinen Mitgliedern volle Hingabe an ihren Beruf und stete Rücksichtnahme auf die Würde ihres Standes. § 14. Inwiefern ein dem Verbände angehörendes Mitglied die Pflichten seines Standes verletzt hat, entscheidet ein von der ordentlichen Generalversammlung zu wählender Ehrenrath. Derselbe besteht aus sieben Mitgliedern und Vorsitzenden, dessen Stellvertreter und 5 Bei- § 15. zwar einem sitzern. 8 10. $ Pest, 26. Mai 1884. Die Reichstagswahlen, welche in den nächsten Wochen im ganzen Lande stattfinden, nehmen fortwährend alle Kreise in Anspruch. Es ist schon heute als gewiß anzunehmen, daß die Partei Tißa's einen entschiedenen Sieg erringen wird. Die Antisemiten machen überall schmählich Fiasco! Die beiden Hauptführer der Autisemiten-Partei, Lnody und Jstoczy, haben ihre Wahlkreise verloren, und der antisemitische Professor Peter Dobraußky, der den Gyergyö-Szl.-Mikloser Bezirk vertrat, hat sich überhaupt unmöglich gemacht und mußte, wie von der Professur, so auch von der Abgcordneten-Kandidatur zurücktreten. In Ruma, dem Wahlbezirke Jstoczy's, ist von der liberalen Partei der Baron Johann Mikos kandidirt. In seiner Pro- Tie Mitglieder des Ehrenrathes dürfen nicht gleichzeitig Mitglieder des Eentral-Ausschusses sein und müssen mindestens eine zehnjährige Amtsthätiakeit hinter sich haben.! grammrede hob er hervor, daß nachdem der bisherige Abge- Z 17. Der Vorsitzende und dessen Stellvertreter werden! ordnete Jstocyz dem Vaterlandc nur schädlich gewesen. er von der General-Versammlung je in einem besonderen Wahl-! cs für eine unabweislichc Pflicht halte, die ihm angebotene gang, die fünf Beisitzer derselben gleichzeitig gewählt.! Fahne des Liberalismus und der Gleichberechtigung zu er- § 16. Der Ehrenrath regelt seine Geschäftsordnung greifen. Seine Wahl darf als gesichert betrachtet werden, im Einverständniß mit dem Central-Ausschuß und entscheidet Tie antisemitischen Abgeordncten-Kandidaten in Kecskemet, in seinem Verfahren nur in der Anwesenheit von mindestens Vadnai, Liptay und Persay haben wenig Aussicht auf Er- 4 Mitgliedern. § 19. Ter Ehrenrath hat die Aufgabe I. der Vermittelung a) in Streitigkeiten unter den Mitgliedern bandes; des Verfolg, und der bekannte Anwalt der Wittwe Solpmosi, Herr Karl Szalay, wurde in Qurgo mit Hohn empfangen, auch da wird die liberale Partei siegen. Unser Glaubensgenosse Alexander Szolkvi aus Male- Szalko wurde von der Unabhängigkeits-Partei in Hußt eiud) in Streitigkeiten aus dem Vertragsverhältnisfezwischen stimmig zum Kandidaten ausgcrufen und in Myirbator wurde einem Mitglied des Verbandes und dessen Gemeinde der frühere Abgeordnete Paul Mandel einhellig von auf Antrag der letzteren; neuem kandidirt. — II. auf Antrag des Central-Ausschusses ehrengerichtlich Die „Polit. Corr." bestätigt im Allgemeinen die obigen über die fernere Angehörigkeit eines Verbandsmitgliedes zu Mittheilungen unser» Correspondcnten. Sie schreibt aus Pest entscheiden, welches seine Standespflichten gröblich verletzt vom 27. Mai: „Eine weitere erfreuliche Erscheinung der hat. (Eine strafbare Handlung, welche die Unfähigkeit zur Wahlbcwegung ist cs, daß der Antisemitismus immer mehr Bekleidung öffentlicher Aemter zur Folge hat, hebt ohne an Terrain verliert. Nur zwei alte Vorkämpfer des Antisc- Weiteres die Mitgliedschaft auf.)" mitismus haben Aussicht bei den Wahlen durchzudringcn, Der Entwurf enthält noch nähere Bestimmungen über und selbst unter diesen Zweien wird gerade die Candidarur die Geschäfte des Central-Ausschusses, der General-Bersamm- Jstoczys so stark bekämpft, daß er ernstlich die Gefahr einer lung und der Bezirksverbände. Niederlage besorgen muß. Möge sich aber der Wahlerfolg der antisemitischen Canditaten wie immer gestalten, es ist eine Thatsachc, daß der Antisemitismus in Ungarn als politische Partei todt, so zu sagen an vorzeitigem Marasmus zu Grunde gegangen ist. Einzelne antisemitische Agitatoren können vielleicht auf eine vorübergehende Wirkung zählen, einen ncnnenswerthen Erfolg werden sie nicht erzielen. Ter Antisemitismus ist selbst in jenen Kreisen des Volkes erloschen, wo er Die Wahlen in Ungarn. Aller Aufmerksamkeit ist gegenwärtig auf die bevorstehenden Wahlen zum ungarischen Abgeordnetenhause gerichtet. Es wird hier neben den allgemeinen im vergangenen Jahre noch wüthete Fragen des Landes auch eine Schlacht gegen oder für den Antisemitismus geschlagen. Wir geben daher an dieser _ Stelle die darüber einlaufenden Nachrichten. Unser Corresp. schreibt: •2-1

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