Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 48 (1884)
- Issue
- Heft 23 (3.6.1884)
- Date
- 1884-06-03
- Page
- Seite 366 (sequence 10)
- Language
- German
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366 haben — so müssen wir Alle, die wir das furchtbare Spiel! diesen Wunsch zurück), 6. intelligenter Gemeindevorstand, durchschauen, ja wir Alle, welcher Rasse, welchen Stammes,! 7. Centralbehörde. Daß von diesen Petita nur einige und welchen Glaubens, welchen Standes wir immer sein mögen,! zwar in beschränktem Maße erfüllt worden, ist bekannt. — ja wir Alle die wir die Menschheitsidee höher achten, als So einfach bestimmt und vernunftgemäß diese erste Denkschrift jene Zufälligkeiten doctrinärer Mache, ja als das alleinseligist, ebenso überrascht uns die zweite an den jetzigen Kaiser machende Dogma des Nationalismus: Alle müssen wir zuzu dessen Krönung gerichtete, durch ihre Sonderbarkeit, ihren sammen treten, um, Bund gegen Bund, die Heiligthümer Schwulst und ihre mysteriöse Einkleidung. Sie führt den der Menschheit, die Gesittung, das Recht, die Freiheit, die Titel: II. Denkschrift. Der Traum des Hierophanten oder Menschenwürde, den Fortschritt zu retten und zu erhalten,! das alt-neue Testament Osiris an seinen Sohn." Der Vers, wir müssen Alles aufbieten, besonders die armen Massen auf-z ist hier der Schwäche seiner Jugend verfallen, in welcher er klären, ihren Wahn zerstreuen, ihre Erkenntniß lichten, ihr sich an mysteriösen und kabbalistischen Formen erfreute, wie sittliches Gefühl stärken, und schließlich sie belehren über die wir uns noch lebhaft aus einer kleinen Druckschrift desselben Rolle, die man sie spielen läßt, über das Ziel, wohin man erinnern. Würde nun der Berf. seinen „Traum" als ein sie führen will, wir müssen sie überzeugen, daß nur in der Phantasiebild produzirt haben, so würde man es am Ende Einheit, im Frieden ihre Wohlfahrt und die Wohlfahrt ihrer sich gefallen lassen. Aber als eine Denkschrift an den Kaiser Kinder ruht."! gerichtet, kann man nicht anders als den Kopf darüber Die Denkschrift von 1863 an den Kaiser Alexander II.; schütteln. Der egyptische Priester sieht in Rußland „Neustellt nach einer staatsrechtlichen Erörterung folgende Wünsche j Egypten", in dem Kaiser den Osiris, erinnert an die Gefür die jüdischen Unterthanen des Czarenreiches auf: I. Aeußere schichte der Jbrim im Nillande und vergleicht hiermit die Mittel. I. Freizügigkeit innerhalb der ganzen Monarchie zu! Schicksale der Juden in Rußland. Nachdrücklich warnt er gestatten, 2. Erwerb des bereits angesiedelten Bodens, 3. Anvor den Folgen jener Schreckensthaten, hinter welchen sich stellungsfähigkeit in Staatsämtern, 4. Avancement im Militär.! der Nihilismus verberge und durch die er groß gezogen II. Innere Mittel. 1. Verbreitung von Handwerk und Ackerwerde. Hierzu wird aber eine solche Menge egyptischer bau unter dem Volke, 2. Errichtung von Volksschulen, Formeln und schwülstiger Redensarten verwendet, die an 3. zweckmäßige Leitung der Schulen, 4. ein Predigerseminar dieser Stelle am unangemessensten angebracht scheinen. Schade, zu gründen, 5. Unabhängigkeit der Rabbinen (von den Gedaß der tüchtige Kern durch die angeschwollene Schale ermeinden, der Berf. nimmt jedoch in einer Anmerkung jetzt j drückt wird. Deutschland. Berlin, 20. Mai. (Privatmitth.) In diesen Tagen hielt hier die national-liberale Partei einen Parteitag, an welchem über 500 Delegirte aus allen Theilen des deutschen Reiches theilnahmen. Es versteht sich, daß wir hier über diese Partei und den Verlauf ihrer Verhandlungen kein Uriheil zu fällen haben. Gehören doch sicherlich auch viele unserer Glaubensgenossen der national-liberalen Partei und ihrer politischen Richtung an. Aber vergessen können wir es ihr nicht, welche zweideutige Rolle sie und ihre Presse zur Zeit, als die antisemitische Agitation ihren Höhepunkt erreicht hatten, spielten, und wie zweideutig sie sich in dieser Hinsicht im Abgeordnetenhause durch ihren Führer Herrn Hobrecht ausgesprochen. Derjenige, welcher jetzt gegenwärtig an der Spitze der Partei steht, Oberbürgermeister Miquel, sprach bei der Verhandlung über das sog. Austrittgesetz unumwunden aus, daß er wünsche, alle jüdischen Gemeinden möchten in die Lage kommen, liquidiren zu müssen'. Daß solche Herren uns gerade kein großes Vertrauen einflößen, ist natürlich. — Jetzt ist der Landtag in der zweiten Session seiner Legislatur geschlossen worden, und vielfach wird über die gesetzgeberische Unfruchtbarkeit geklagt, der der Landtag anheimgefallen. Eines müssen wir hervorheben, und zwar mit herzlicher Befriedigung. Bei dem Beginne seiner ersten Session, als sich die conservative Partei in einem Umfange j vertreten sah, wie sie ihn seit langer Zeit nicht erreicht ge- > habt, ließ sie auch die antisemittschen Allüren spielen, deren! sie kein Hehl machte. Das hat sich gänzlich verloren, und I einzelne antisemitische Stoßseufzer wollten nicht verfangen. 1 Wir müßten es sogar Herrn Stöcker als Klugheit anrechnen, I daß er sich in der Halle der gesetzgeberischen Versammlung j über das hinausgehoben hat, was er früher als seine Hauptaufgabe verkündete, und was ihm die eigentliche Sprosse zu der Stellung, die er jetzt einnimmt, war. Nichts von seiner antisemitischen Agitation hat er auf den gesetzgeberischen Stuhl mitgebracht, keinen Antrag auf Beschränkung der