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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-05-27 · Heft 22 (27.5.1884) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 22 (27.5.1884)
Date
1884-05-27
Page
Seite 348 (sequence 8)
Language
German
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348 tirten Berliner Rabbiner-Versammlung. Einige befreundete. wird, im akademischen Senatssaale unter allgemein zahlreicher Collegen fragten mich schon früher an, ob ich mich an der-: Betheiligung seitens der Studentenschaft statt. Nachdem der selben betheiligen werde? Sie wissen, daß ich sowohl an der Promovent Herr Jacob Ohrnstein über „Exekutions-Beschrän- Rabbinerversammlung in Cassel, wie auch an den Synoden knngen" vorgetragen hatten, hielten Rektor Lang und Dekan thätigen Antheil nahm. Nachdem ich das Programm gelesen, Exner warm empfundene Ansprachen an den Kandidaten, kann ich mich an der Versammlung nicht betheiligen. Was j Dann nahm Professor Menger die Promotion vor, worauf den ersten Punkt betrifft: „Oeffentliche Erklärung, die inter- Statthaltereirath Kutschern im Namen des Kaisers dem Dr. confesssonelle Stellung des Judenthums betreffend", so kommt Ohrnstein einen prächtigen Brillantring überreichte. Unter diese ziemlich post ksstnm, nachdem der Antisemitismus bej Trompetenschall endete die solenne Feier, reits vier Jahre gewüthet. Die Synode hat ja durch Ihre! Prag, 9. Mai. Jüngst berichteten die Blätter, auch Anregung, sehr geehrter Herr College, damals ein solches diese Zeitung, daß die fünfzehnjährige Tochter des Mode- Manifest erlassen, das wohl nach Form und Inhalt nichts j waarenhändlers Herrn G. Philipp in Prag, welche bei ihren zu wünschen übrig ließ. Der Antisemitismus ist ja auch1 Großeltern in Lemberg weilte, daselbst in das griechifchnur die Frucht der gegenwärtigen antiliberalen Strömung katholische Brasilianer-Ordens-Nonnenkloster cintrat und trotz namentlich von Seiten der Regierung, erst mit dem Eintritt' des telegraphischen Einspruchs ihres Vaters getauft wurde, einer liberalen Regierung wird dem Antisemitismus das j Dem Verlangen der Angehörigen auf Aussolgung des Mäd- Todesurtheil gesprochen sein. Die antisemitischen Orgien in chens wurde anfangs nicht entsprochen, und erst in Folge Rußland und Ungarn werden von verthierten Creaturen geneuerlicher Schritte des Herrn Philipp wurde diesem die feiert, welche die jetzt projektirte Erklärung nicht tangiren wird. Bei den bevorstehenden Wahlen für den Reichstag wird sich der Antisemitismus noch in voller Blüthe zeigen- Ad 2: „Mittel zur Hebung des religiösen Sinnes und zur Förderung des Religionsunterrichts", wozu die ausdrückliche Bemerkung hinzugefügt wird: „Jeder religiöse Differenzpunkt ist von der Diskussion ausgeschlossen". Für mich und meine Gesinnungsgenoffen ist es unerfindlich, wie man über diesen Punkt ohne Diskussion verhandeln kann. Der Hauptfactor zur Hebung des religiösen Sinnes wird doch immer bleiben das Streben, namentlich den intelligenteren Theil der Glaubensgenoffen wieder-für einen regelmäßigeren Besuch des Gottesdienstes zu gewinnen. Werden da nicht je nach den verschiedenen religiösen Anschauungen verschiedene Mittel zur Erreichung dieses Zweckes in Vorschlag gebracht werden? Wird nicht der fortschrittlichere Theil der Versammlung im Gegensatz zum Stabilismus als unerläßliche Bedingung Kürzung, mehr Rücksicht auf Aesthetik, Hineinziehung mehr deutschen Elementes in Vorschlag bringen? Nun vollends bezüglich „Förderung des Religionsunterrichts", wie kann da sowohl in quantitativer, wie qualitativer Hinsicht, um mich der sehr zutreffenden Bezeichnung meines sehr werthen und verehrten Freundes vr. Adler zu bedienen, zwischen „ conservativer Reform und stabilem Conservatismus" ohne vorangehende Diskussion eine Verständigung und ein Zu-^ Kroatien! Nachdem im August vorigen Jahres in Vcröcze sammengehen erzielt werden? Ich wünsche der Versammlung j und Heuer int März in Warasdin schon Ehebündniffe zwischen den möglich besten Erfolg, aber sdei? ’jz “v « . Angehörigen jüdischen Glaubens und zum Judenthum über- Rabbiner vr. Wiener. getretenen Christen auf Grundlage speziell eingeholter Regie- ~ .. .. rungs-Genehmigungen eingesegnet worden, fand zufolge des Z^>e1terrelcy-1.lngarn. kürzlich erschienenen bekannten Zirkular-Erlasses der Landes- Wien, im Mai. Promotion unter den Auspizien des regierung an die politischen Behörden von Kroatien-Slavonien Kaisers. Diese seltsame Feier fand, wie aus Wien berichtet! in dieser Angelegenheit heute in der hiesigen Synagoge die Tochter ausgefolgt. Seit Kurzem befindet sich nun das Mädchen bei den Eltern in Prag, und vor zwei Tagen ist dasselbe wieder zum Judenthum zurückgekehrt. Pest, den l2. Mai. (Privatmitth.) Ganz so arg wie die Antisemiten es geplant haben, wird es doch nicht werden; sie werden das Vergnügen haben, wieder mehrere Juden im Reichstage zu sehen. Die Wahl Wahrmann's und Svab's ist gesichert. Auch der bisherige Reichstagsabgeordnete Franz Chorin ist im Hunyader Comitate als Kandidat aufgestellt. Ernst Mezei ist von der Unabhängigkeits-Partei in Miskolcz kandidirt, er wird aber gegen Karl Vadulai schwerlich durchdringen. Die liberale Partei im NagwBasonyer Bezirke hat Wilhelm Freystädtler die Kandidatur angetragen und hat derselbe sie auch dankend angenommen. Pest, im Mai. (Privatmitth.) Nach dem Berichte über die Verhältnisse des Vvlksschulunterrichts betrug im Schuljahre 1*82—83 die Anzahl der schulpflichtigen Kinder in der Hauptstadt Ungarns 52.050, davon blieben ohne Schulunterricht 11,017 Kinder. Ter Konfession nach waren unter den Schülern und Schülerinnen 25,451» Katholiken, 40 Gr.- Katholische, 148 Gr.-Orientalische, 1816 Reformirte, 2081 Lutheraner, 14 anderen Glaubensbekenntnisses und 11,448 Juden.! Estegg, im Mai. Unterschied zwischen Ungarn und

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